Kinder spielen „Alice im Wunderland“

„Einfach mal ein bisschen crazy sein“

Mitwirkende von „Alice im Wunderland“
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Regieanweisungen: Tanz- und Theaterpädagogin Nailca-Susann Bogdanski (r.) im Gespräch mit den Mitwirkenden von „Alice im Wunderland“. Christopher Herr (l.) coacht im Hintergrund, Steven Legien kümmert sich um das Bühnenbild.

Ottersberg – Die Herzkönigin hat leider einen Zahnarzttermin. Also übernimmt Christopher Herr in der vorletzten Probe mal kurz die Rolle. Eigentlich coacht der angehende Theaterpädagoge im Hintergrund, aber ohne die Herzkönigin geht es nun mal nicht. „Schlagt ihnen die Köpfe ab!“, dröhnt der Hüne mit Schauspielerfahrung und sonorer Stimme von seinem Podest. Seine kleinen Mitspielerinnen im Jugendkulturhaus in Ottersberg sind einigermaßen beeindruckt. Sie selbst spielen schließlich das erste Mal so richtig Theater. Als Stück für das Ferienprojekt hat Tanz- und Theaterpädagogin Nailca-Susann Bogdanski „Alice im Wunderland“ ausgesucht. Die Devise lautet: „Einfach mal ein bisschen crazy sein!“

Die Geschichte des 1865 erschienenen Kinderbuchs des britischen Schriftstellers Lewis Carroll, das zu den Klassikern der Weltliteratur zählt, wimmelt nur so von Nonsens und Absurditäten. Als Bühnenadaption lädt sie ein, sich auf die Rollen sprechender Tiere und wunderlicher Gestalten einzulassen – eben mal verrückt sein zu dürfen. Das macht den 16 Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren, die sich zu der fantasievollen Theaterwoche eingefunden haben, sichtlich Spaß. Auch wenn es dem weißen Kaninchen, das Alice ins Wunderland lockt, und der Grinsekatze, die lässig im Fensterrahmen hockt, nach einer Weile mächtig warm wird in den Plüschkostümen.

Was die Kinder in fünf Tagen aus dem Stück gemacht haben und wie konzentriert sie bei der Sache sind, hat die Vorstellungen der Pädagogen „noch übertroffen“, sagt Christopher Herr, der neu ist im Team des Jugendkulturhauses. Das Theaterprojekt hat Nailca-Susann Bogdanski initiiert. Die Tanz- und Theaterpädagogin ist stellvertretende Leiterin der Jugendkulturhäuser, die der Verein ambulanter Erziehungshilfen im Auftrag der Gemeinde in Ottersberg und Fischerhude betreibt, und sie wollte den Kindern in den Herbstferien ein besonderes – und zudem kostenloses – Angebot machen. Das kommt an, und eine Neuauflage im nächsten Herbst hat Bogdanski schon fest im Kalender.

Sie selbst hatte „Alice im Wunderland“ zu einem kindgerechten Theaterstück umgeschrieben und verknappt. Den Text schickte sie den für die Theaterwoche angemeldeten Mädchen schon einige Tage vorher zum Lesen. „Sie sollten sich überlegen: Welche Rolle würde ich gerne spielen?“, schildert die Theaterpädagogin, die gerade neben der Arbeit im Juku ihr Masterstudium absolviert. Wenig verwunderlich: Alle wollten Alice spielen. „Wir haben fair gelost, und am Ende waren alle zufrieden mit ihrer Rolle“, so Bogdanski.

Von Montag bis Donnerstag arbeiteten und probten die Kinder – angemeldet hatten sich ausschließlich jüngere Mädchen – unter Bogdanskis Regie täglich mehrere Stunden. Wer gerade keinen Auftritt zu üben hatte, werkelte mit Juku-Mitarbeiter Steven Legien am Bühnenbild und den Requisiten – angefangen beim eigens installierten Vorhang. Zubehör wie ein großer Holzpilz oder eine kleine Bank waren zumeist Spenden von Eltern, die dankbar angenommen wurden. Am Freitagvormittag traf sich das Ensemble in voller Kostümierung zur Generalprobe – und am frühen Abend öffnete sich dann der Vorhang für eine Aufführung vor Publikum. Eingeladen waren Eltern, Omas, Opas und Geschwister.

Für Bogdanski hat sich die Arbeit gelohnt: „Trotz Ferien waren die Mädchen jeden Tag da und hatten viel Spaß.“ Und „einige haben schon gefragt, ob wir das nächstes Jahr wieder machen“. Die Planung dafür läuft.

Die Teeparty von Alice mit dem Märzhasen und dem Hutmacher ist so verrückt wie eigentlich alles im absurden „Wunderland“.

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