Bürgerinitiative gegen Wurfscheibenschießstand in Fischerhuder Wümmewiesen richtet Petition an Landtag

„Keine Umweltgifte im Naturschutzgebiet!“

Zur geplanten Reaktivierung des Wurfscheibenschießstandes in den Fischerhuder Wümmewiesen hat die Bürgerinitiative eine Petition an den Landtag gerichtet. 
Archivfoto: Freese
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Zur geplanten Reaktivierung des Wurfscheibenschießstandes in den Fischerhuder Wümmewiesen hat die Bürgerinitiative eine Petition an den Landtag gerichtet. Archivfoto: Freese

Fischerhude – Die Bürgerinitiative, die gegen die geplante Form der Sanierung des bleimunitionsverseuchten Wurfscheibenschießstands in den geschützten Wümmewiesen und gegen die Reaktivierung der Anlage kämpft, lässt nichts unversucht. Der Widerspruch gegen die vom Landkreis Verden erteilte Bau- und Betriebsgenehmigung für die Anlage des Fischerhuder Schützenvereins läuft und ein mögliches Klageverfahren ist in Vorbereitung. Jetzt wendet sich die Bürgerinitiative (BI) um Sprecherin Annette Dresselhaus mit einer Petition an den Niedersächsischen Landtag.

„Keine Umweltgifte im Naturschutzgebiet!“ ist die Eingabe an das Parlament überschrieben. Darin fordern die Gegner „eine nachhaltige Bodensanierung und das Ende der Betriebserlaubnis für den Wurfscheibenschießstand im Landschafts- und EU-Vogelschutzgebiet Fischerhuder Wümmeniederung“.

Der 1969 im heutigen Schutzgebiet gebaute Tontaubenschießstand ruht seit 2013, weil erhebliche Mengen Umweltgifte im Boden nachgewiesen wurden. Das voriges Jahr vom Schützenverein vorgelegte und behördlich genehmigte Sanierungskonzept sieht vor, kontaminiertes Erdreich abzutragen, in Kunststofffolie zu verpacken und als Wall auf dem Gelände zu lagern (wir berichteten). Nach Wiederauffüllung des Bodens und Sanierung der baulichen Anlagen will der Schützenverein den Wurfscheibenschießbetrieb wieder aufnehmen.

Die Bürgerinitiative hält das Sanierungskonzept für unzureichend: „Wir fordern“, so Dresselhaus, „eine nachhaltige Sanierung und Renaturierung des Geländes im Sinne des Naturschutzes.“ Das beinhalte auch die Schließung des Schießstandes. „Wir fordern vom Land, bereits genehmigte Fördergelder für das aktuelle Konzept in Höhe von 250 000 Euro (Sanierung) und 50 700 Euro (Sportförderung) zu überprüfen“, schreibt die BI-Sprecherin in der Petition.

Außerdem fordern die Anlagengegner unter anderem „eine Rücknahme der Genehmigung des Schießstandes von 1969 vor dem Hintergrund der Verschärfung des heute geltenden Immissionsschutzrechts; keine Lärmbelästigung im Schutzgebiet für Tiere und Anwohner; eine nachhaltige Sanierung des Schießstandgeländes durch vollständigen Abtrag des mit Blei und Arsen verseuchten Bodens aus Mitteln des Landesprogramms zur Sanierung von Brachflächen sowie die Einrichtung eines Biotops in den Fischerhuder Wümmewiesen statt der Wiederinbetriebnahme des Tontaubenschießstandes“.

Mit dem 2019 vom Fischerhuder Schützenverein vorgelegten und vom Landkreis Verden genehmigten Sanierungskonzept sei eine Untersuchung tieferer Bodenschichten verbunden gewesen. Dabei wurde Dresselhaus zufolge „klar, dass die Umweltbelastung auf dem Gelände noch deutlich größer ist als bis dahin angenommen. In den tieferen Bodenschichten lagern mehr als 40 Tonnen Blei.“ Laut Konzept sollten 5000 Kubikmeter vergiftete Erde auf dem Grundstück – also im Schutzgebiet – abgelagert und mit Folien gesichert werden: „Vergleichbare Sanierungskonzepte haben sich in anderen Anlagen als nicht tauglich erwiesen, da die Umweltgifte nicht dauerhaft sicher gelagert werden konnten und eingesetzte Folien porös wurden.“

Für das nach Ansicht der BI „umweltpraktisch und umweltrechtlich unzureichende Sanierungskonzept“ seien bereits Landesmittel genehmigt worden: 250 000 Euro aus Mitteln zur Sanierung von Brachflächen sowie weitere 50 700 Euro aus der Sportförderung des Landessportbundes. Auch die Gemeinde Ottersberg stelle 50 700 Euro aus Sportfördermitteln zur Verfügung, und der Landkreis Verden entscheide am 23. November über einen Förderbetrag in gleicher Höhe. Für diesen Mitteleinsatz haben die Anlagengegner keinerlei Verständnis.  pee

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