„Kattenhorns Pferd“ als stimmungsvolle musikalische Lesung für Große

Zauberhafte Fabeleien

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Lorenz Meyboden, Bernd Schlott und Benny Grenz (v.li.) bescherten den Gästen eine lustige musikalische Sonntagsmatinee mit Geschichten von „Kattenhorns Pferd“.

Fischerhude - „Kattenhorns Pferd: Fabeleien um das alte Worpswede“ ist ein neu aufgelegter, schön illustrierter Kinderbuchklassiker vom Worpsweder Maler-Sohn Fritz Theodor Overbeck (1898- 1983). Als der Fischerhuder Rezitator Lorenz Meyboden am Sonntagmittag in der Dorfbuchhandlung Fischerhude die fabelhaften Geschichten von dem sprechenden Pferd aus dem Teufelsmoor vorlas, musikalisch mit zauberhaften eigenen Kompositionen begleitet von Bernd Schlott (Mundharmonika) und Benny Grenz (Piano), waren es jedoch keineswegs Kinder, sondern Erwachsene, die sich zahlreich vor der Bühne versammelt hatten.

Lorenz Meyboden, bekannt für seine wandelbare und ausdrucksstarke Stimme, schlüpfte sogleich in die Rolle des sprechenden Pferdes, das bei Kaufmann Kattenhorn in Worpswede ein auskömmliches Leben führte – nicht das eines herkömmliches Pferdes, sondern eher das eines Familienmitglieds, das respektiert und geachtet wurde, das aber auch getreu seine Arbeit verrichtete. Kattenhorns Pferd war klug, es konnte sprechen und übernahm alle Aufgaben, die ihm Herr Kattenhorn übertrug. Nun wollte das Pferd eines Tages gerne zum Schützenfest nach Osterholz gehen. Und weil es so verlässlich war, erlaubte sein Herr ihm diesen Ausflug und gab ihm sogar noch 20 Pfennig Marktgeld mit. Fein akzentuiert las Lorenz Meyboden davon, wie das Pferd mit seinem Freund, dem Raben über Land nach Osterholz galoppierte und unterwegs den verschiedensten Menschen begegnete. Den Besitzer einer Räucherkate ließ Meyboden mit dem typischen Akzent sprechen, wie er im Teufelsmoor bei älteren Leuten bis heute gesprochen wird. Natürlich konnte auch der Rabe sprechen. Ihm verlieh Meyboden eine krächzende Stimme, ganz wie man sie bei so einem Vogel erwartet. Auf dem Schützenfest amüsierten sich Pferd und Rabe köstlich, allerdings war das Marktgeld an Schießbude, Karussell und Wurststand schnell aufgebraucht – dabei hatte sich das Pferd seinen Herzenswunsch, eine Mundharmonika, noch gar nicht erfüllt. Es klappte aber doch noch mit der Mundharmonika und Kattenhorns Pferd trat zusammen mit seinem gefiederten Freund überglücklich die Heimreise nach Worpswede an. Der schlaue Rabe organisierte dafür die Mitfahrt in einem Torfkahn, was zu einem unvergesslichen Erlebnis wurde...

Wie immer gelang es Lorenz Meyboden, vor dem geistigen Auge seiner Zuhörer eine phantastische Welt aus Bildern entstehen zu lassen. Es gab niemanden im Publikum, der nicht beseelt vor sich hinlächelte, wenn das sprechende Pferd philosophische Lebensbetrachtungen anstellte. Das Publikum genoss die heitere musikalische Lesung, die gern noch stundenlang hätte so weitergehen können...

Entstanden sind die Geschichten um „Kattenhorns Pferd“ für die Kinder von Fritz Overbeck. Sein Sohn Fritz Theodor schrieb sie auf, spann sie weiter und machte für seine eigenen Kinder rund 30 Jahre später ein Buch daraus.

kr

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