Ausstellungseröffnung mit Magie und Musik

KaFF zeigt Werke von Werner Zöhl: Artisten, Zauberer und Clowns

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Der schwarze Harlekin forderte Margarete Zöhl, die Witwe von Werner, galant zu einem Tänzchen auf.

Fischerhude - Poetische Bilderwelten waren die große Leidenschaft des 2012 verstorbenen Fischerhuder Malers Werner Zöhl. Bäume, Blumen, Menschen, Tiere, in seinen Werken schuf er Bilder mit zauberhafter Aussage, der sich kaum ein Betrachter entziehen kann. Vor zwei Jahren widmete die Familie Zöhl dem Künstler ein eigenes Museum in der Bredenau – das KaFF (Kunst am Fluss), in dem am vergangenen Samstag die nunmehr vierte Ausstellung eröffnet wurde.

Bis zum 3. Juni 2018 werden Bilder gezeigt, die unter dem Titel „Gesichter der Bühne“ sich einem Thema zuwenden, dem sich der aus Stendal stammende Maler zeitlebens sehr verbunden fühlte. Masken, Magie, Gaukler und Musik interessierten ihn. Zirkus, Karneval, Jahrmärkte fanden Eingang in seine Kunst, sie öffneten Türen in eine Welt der Möglichkeiten, jenseits des Alltags. Das Geheimnisvolle, die Heiterkeit, aber auch die Mystik, die damit verbunden ist, faszinierte ihn und er setzte mit Pinsel und Palette Szenen um, die Träume spiegeln. 

Fasziniert zeigten sich auch die zahlreichen Besucher beim Rundgang durch die weitläufigen Räumlichkeiten, die sich über zwei Etagen erstrecken und eine hervorragende „Bühne“ für die Bilder in Öl, Aquarell und Pastell aber auch für einige Holzschnitte und Zeichnungen unterschiedlichen Formats bilden.

Kleine freche Chansons unterstrichen die Leichtigkeit vieler Bildinhalte

Die Heiterkeit der Arbeiten wurde durch die Musik untermalt, die Tobias und Lennard Bertzbach darboten. Kleine freche Chansons, begleitet auf dem E-Piano unterstrichen die Leichtigkeit vieler Bildinhalte. Vater und Sohn, wie immer in elegantem Outfit gewandet, ernteten für ihre Einlagen großzügigen Applaus.

Beifall gab es auch für einen Maskenmann, der mit einem schwarzen Gewand und weißer Vogelmaske durch die Räume huschte, hier und da galant Handküsse an die Damen verteilte, ein Tänzchen andeutete und einen Hauch von Geheimnis um sich herum verbreitete.

Die Laudatio hielt Zöhls Tochter, die in Wien lebende Kunsthistorikerin Dr. Caroline Zöhl, die eine besondere Affinität zu den Zirkusbildern ihres Vaters hat. „Ich war schon als Kind von diesen Werken begeistert. Sie regten die Fantasie an und sie tun es bis heute. Ich habe mich bei ihrem Anblick manchmal wie im Traum gefühlt. Irgendwie mischen sich die Dinge, die er darin dargestellt hat. Welten gehen fließend ineinander über und üben eine eigenartige Anziehungskraft aus.“

Figuren zugleich verfremdet und seltsam vertraut

Und weiter: „Es gibt eine ganz bestimmte Schwerelosigkeit. Wie in einer Traumwelt hat Zöhl seine Motive abstrahiert. Dabei sind seine Figuren zugleich verfremdet und seltsam vertraut wie zeitlose Gestalten menschlicher Existenz. Man kann ihnen in der eigenen Vorstellung begegnen und hin und wieder sogar sich selbst erkennen.“

Die Kunstwerke stammen aus fünf Jahrzehnten, in denen Zöhl immer mal wieder Motive aus Zirkus, Jahrmärkten und Karneval aufgriff. So kam eine Fülle an Arbeiten zusammen, die heute eine thematische Dichte ergeben, mit der mühelos eine ganze Ausstellung bestückt werden kann. - kr

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