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Jochens Weg zum Quelkhorner Moor

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Von: Petra Holthusen

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Jochens Weg am Eingang zum Quelkhorner Moor
Jochens Weg am Eingang zum Quelkhorner Moor erinnert an den vor einem Jahr gestorbenen Jochen Bertzbach, der sich unermüdlich für die Wiedervernässung und Renaturierung des kleinen Hochmoors eingesetzt hatte. Die Einweihung von Jochens Weg im Kreis seiner Familie und Freunde gestalteten (v.l.) die Musiker Bernd Schlott und Lennard Bertzbach, Ikeo-Vorsitzender Erich von Hofe und Poetin Pille Hillebrand. © Holthusen

Quelkhorn – Tausende Male ist er diesen Weg gegangen, der in die zauberhafte stille Welt des Quelkhorner Moors entführt. Die über Jahrzehnte zielstrebig verfolgte Wiedervernässung und Renaturierung des kleinen Hochmoors vor seiner Haustür war eine Herzensangelegenheit von Dr. Jochen Bertzbach. Jetzt trägt der Weg dorthin seinen Namen. Die Einweihung von Jochens Weg feierten Familie und Freunde am vergangenen Montag, an dem sich der Todestag von Jochen Bertzbach zum ersten Mal jährte.

Am 2. Mai 2021 war der frühere Fischerhuder Ortsbürgermeister, überzeugte Sozialdemokrat und leidenschaftliche Naturschützer im Alter von 86 Jahren gestorben. Er hat der Welt viel hinterlassen, darunter das dank seines großen persönlichen Einsatzes wiederbelebte Quelkhorner Moor, ein ökologisches Kleinod, in dem seltene hochmoortypische Flora und Fauna wieder zu Hause sind.

Das Holzschild, das den Zugang als Jochens Weg ausweist, wird ergänzt von einer Ruhebank für Naturgenießer und einer neuen Station des Poesiepillenpfads der Fischerhuder Autorin Pille Hillebrand. Sie hatte vor Jahren, nachdem Jochen Bertzbach ihr das Quelkhorner Moor gezeigt hatte, für ihn zum Dank ein Gedicht über das Moor geschrieben. Diese poetischen Verse können nun in Holz gerahmt an Jochens Weg nachgelesen werden. Das künstlerisch gestaltete kleine Ensemble als liebevolle Erinnerungsstätte zu Ehren von Jochen Bertzbach haben seine Hofgemeinschaft vom Quelkhorner Mühlenberg und der Klimaschutzverein Ikeo gemeinsam mit örtlichen Handwerkern geschaffen.

Für Ikeo sei Jochen Bertzbach der beste Berater, Freund und Helfer gewesen, schilderte Vereinsvorsitzender Erich von Hofe in seiner Eröffnungsrede bei der Einweihungsfeier am Montag. Er habe Flächen vermittelt, Bäume besorgt und so die umfangreichen Pflanzaktionen von Ikeo angekurbelt. Gleichzeitig habe er den Verein für den Moorschutz begeistert, den Jochen Bertzbach die beste Form von Klimaschutz nannte. Bei der Organisation der Moorpflege, zu der das jährliche Entkusseln gehört, hat Ikeo jetzt Bertzbachs Erbe angetreten. Außerdem hat der Verein die verbliebenen Bestände seiner zahlreichen Buchpublikationen zum Thema Naturschutz übernommen und organisiert den weiteren Verkauf.

Bürgermeister Tim Willy Weber würdigte in seiner Ansprache den besonderen Menschen Jochen Bertzbach. Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf ging anschaulich auf die Entwicklung und Vielfalt des renaturierten Quelkhorner Moors ein. Thomas Arkenau von der Naturschutzbehörde des Landkreises erzählte aus der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Jochen Bertzbach, dessen Fehlen an vielen Stellen zu spüren sei. „Im praktischen Naturschutz vor Ort sind wir auf Ehrenamtliche angewiesen“, sagte Arkenau. Jochen Bertzbach sei in dieser Hinsicht einmalig gewesen. „Es ist traurig, dass er nicht mehr da ist, aber wir können froh sein über das, was er uns hinterlassen hat“, so Arkenau.

Der Fischerhuder Saxofonist Bernd Schlott und Lennard Bertzbach an der Gitarre machten stimmungsvoll Musik. Pille Hillebrand trug ihr Gedicht vor, dessen Worte leicht wie Pusteblumen in Richtung Moor schwebten. Verfasst hatte sie die Verse, „weil ich unfassbar verzaubert war von diesem mystischen Ort und seiner Stille“.

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