Jetziges Personal der Verwaltung mit zunehmend dramatischer Situation überfordert

Ottersberg stellt „Flüchtlingskoordinator“ ein

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Im Obergeschoss der Kita Ottersberg-Bahnhof soll ein Ruheraum für Krippenkinder ausgebaut werden.

Ottersberg - Die Gemeinde Ottersberg stellt einen „Flüchtlingskoordinator“ ein. Die Stelle soll ausgeschrieben werden und wird bis zur ihrer regulären Besetzung vom früheren Gesundregionsmanager Marcel Bonse übernommen.

Das teilte Vize-Verwaltungs-Chef Jürgen Buthmann-von Schwartz am Mittwochabend in der Sitzung des Sozialausschusses des Gemeinderates im Rathaus mit. Die Gemeindeverwaltung werde täglich vom Land und vom Städte- und Gemeindebund mit E-Mails zur Flüchtlingssituation informiert, berichtete Buthmann-von Schwartz. Zur Lage erklärte er: „Das Innenministerium weist darauf hin, dass der Aufnahmedruck in den nächsten Tagen weiter steigen wird. Es geht nun bereits um Tage und nicht mehr um Wochen zur Vorbereitung. Der Innenminister erwartet 1000 Flüchtlinge am Tag. Es sollen nun wöchentlich 2500 Flüchtlinge auf die Kommunen verteilt werden. Die Aufnahmequote soll verdoppelt werden.“

„Für Ottersberg können wir sagen, dass der Flecken mit dem jetzigen Personal die Situation nicht mehr hinkriegt. Wir freuen uns als Verwaltung, dass der Verwaltungsausschuss kurzfristig eine weitere Stelle freigeschaufelt hat“, erklärte Vize-Chef Buthmann-von Schwartz. Übergangsweise werde Marcel Bonse für vier Monate die Aufgabe eines „Flüchtlingskoordinators“ übernehmen. Er werde die Strukturen der Flüchtlingsarbeit im Flecken aufbauen und verbessern und die Hilfe mittels der ehrenamtlichen Integrationslotsen koordinieren. „Er wird auch bei der Unterbringung mit einbezogen“, so Buthmann-von Schwartz. Ständig gesucht würden Helfer, die beispielsweise Flüchtlinge begleiten oder zur Bassener Tafelausgabe fahren. Hilfswillige könnten sich jederzeit im Rathaus melden. „Das wichtigste sind nun Fahrrad- und Geldspenden. Es gibt auch zahlreiche Betriebe, die Flüchtlinge einstellen möchten. Viele Flüchtlinge wollen gerne arbeiten. Auch für Bürger gilt: Es ist nicht verboten, Flüchtlinge im Rahmen der Nachbarschaftshilfe zu beschäftigen“, erklärte Buthmann-von Schwartz. Er sagte weiter: „Unsere Hauptsorge ist, dass wir bis Januar insgesamt 260 Flüchtlinge unterbringen müssen. Das stellt uns vor massive Probleme. Wir suchen händeringend Unterkünfte. Unsere eigenen Häuser sind voll. Jetzt haben wir bereits neben den ursprünglichen 40 weitere 119 Flüchtlinge, darunter 37 Minderjährige, untergebracht.“

Im weiteren Verlauf der Sitzung sprach sich der Sozialausschuss für bauliche Veränderungen in der Kindertagesstätte Ottersberg-Bahnhof aus. Weil mittlerweile ein erheblicher Bedarf an Ganztagsbetreuung besteht und die Krippenkinder der „Wolkennestgruppe“ in der Mittagszeit im Mitarbeiterraum schlafen müssen, empfahl der Ausschuss den Ausbau des Obergeschosses um einen Ruheraum für rund 15000 Euro.

woe

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