Kalender mit historischen Ottersberger Ansichten

Jeden Monat eine Geschichte

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Den Bildkalender 2020 mit historischen Ansichten aus Ottersberg stellen Autor Günther Wiggers (vorne) sowie Friedrich Bartels und Ute Fetkenhauer vom Kulturverein im Rektorhaus vor. Verkaufsstart ist wie immer beim Ottersberger Markt.

Ottersberg – Der Bildkalender mit historischen Ansichten aus Alt-Ottersberg ist viel mehr als nützlicher Datumsanzeiger und fotografischer Wandschmuck – er ist ein lebendiges Stück Heimatkunde und über die Grenzen Ottersbergs hinaus ein beliebtes Sammlerobjekt. Beim Herbstmarkt am letzten September-Wochenende startet der Verkauf des Bildkalenders fürs Jahr 2020. Auch die 17. Ausgabe des vom Kulturverein im Rektorhaus herausgegebenen Kalenders hat Archivar Günther Wiggers wieder mit hochwertigen Reproduktionen alter Fotos aus seinem schier unerschöpflichen Bilderfundus bestückt.

Jahr für Jahr zeigt der Kalender Ottersberger Alltagsszenen arbeitender oder feiernder Menschen, Haus- und Straßenansichten aus den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts. Bei der Ausgabe für 2020 haben die Kalendermacher ihr Anliegen verfeinert, durch die Gegenüberstellung heutiger Ansichten der historischen Szenerien die örtliche Zuordnung zu erleichtern und so mehr Bezug zur Geschichte zu schaffen. Das beim Kalender 2019 gewagte Experiment der Gegenüberstellung alter und neuer Ansichten in gleicher Bildgröße ist jedoch beendet. Auch das Hochformat und der braune Untergrund sind passé. Wie gewohnt erscheint der Kalender 2020 wieder in Weiß und im Querformat. Die historischen Ansichten dominieren das jeweilige Monatsblatt, und klein daneben ergänzen eine aktuelle Ansicht und möglichst ein Luftbild das abgebildete Stück Geschichte. Dadurch wartet der Kalender erstmals mit insgesamt 37 Fotos auf, und auch die erzählenden Begleittexte sind ausführlicher als bisher.

Das Titelblatt ziert der Bahnhof, der mit seiner erhaltenen Backsteinarchitektur von 1873 als einer der schönsten Norddeutschlands gilt. Durch den Januar begleitet den Betrachter ein dörfliches Schlachtfest 1930 am Alten Weg. Den Februar bebildert das ehemalige Postamt, das Apotheker Wilhelm Eduard Müller 1914 als Altersruhesitz erbaut hatte. Auf den weiteren Seiten bis zum Dezember begegnen die Betrachter der Reparaturwerkstatt Sievers im Jahr 1933, dem Kaufhaus Kortlang zu seinen Glanzzeiten, der Badestelle am Wümme-Nordarm, an der Günther Wiggers als Kind selbst noch gebadet hat, und der Christophorus-Kirche 1948, als der damaligen Mode entsprechend weißer Putz das später wieder zum Vorschein gebrachte Gebälk der Fachwerkkirche überdeckte. Die Torfstreufabrik mit der Dampfkornmühle Louis Lemmermann an der Verdener Straße um 1910 beschließt das Jahr im Kalender.

Auf dem März-Foto aus den 30er-Jahren fährt vor der Werkstatt Sievers ein Pferdefuhrwerk den Bierverleger Lüdemann und den Gastwirt Kahrs auf der Langenstraße bei einem Umzug spazieren, und hier erfuhr die Heimatgeschichte einen Eingriff: „Auf dem Bild ist auch eine Hakenkreuzfahne zu sehen. Die haben wir aus Pietätsgründen wegretuschiert“, informiert Wiggers.

kr / pee

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