Integrationslotsen berichten bei SPD-Stammtisch zur Flüchtlingssituation

„Brauchen Sozialarbeiter“

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Stefan Bachmann, Bernd Dannheisig und Reiner Schnäpp (v.li.) beim SPD-Stammtisch zur Flüchtlingssituation.

Ottersberg - Bis zum Herbst wird der Landkreis Verden dem Flecken Ottersberg insgesamt 164 Asylbewerber und Flüchtlinge zur Unterbringung zugewiesen haben. Das erklärte Bernd Dannheisig, Leiter des Fachdienstes Soziales in der Kreisverwaltung, am Montagabend beim SPD-Bürgerstammtisch in der „Otternklause“. Zusammen mit Dannheisig diskutierte die von Stefan Bachmann moderierte Runde die derzeitige Situation der Flüchtlinge und ihre Unterbringung in Ottersberg.

„Viele Flüchtlinge kommen aus den Balkanstaaten und aus Ostafrika, wobei die Anerkennungsquote für jene aus Somalia, Eritrea und Syrien sehr hoch ist“, sagte Dannheisig. Das größte Problem für die Neuankömmlinge sei die Sprache: „Daher bietet die Volkshochschule Sprachkurse an. Aber auch viele Ehrenamtliche vermitteln den Flüchtlingen Deutschkenntnisse, wofür wir als Landkreis dankbar sind.“ Die Menschen aus Ostafrika seien sehr bildungshungrig, betonte Dannheisig: „Sie sind gerne bereit, zehn Kilometer mit dem Rad zu fahren, um etwas zu lernen.“

Entgegen der gängigen Praxis im Kreisgebiet kümmern sich die Gemeinden Oyten und Ottersberg selbst um ihre zugewiesenen Flüchtlinge. Das vermittelt allerdings Kommunalpolitikern und ehrenamtlich Tätigen den Eindruck, dass der Landkreis den Flecken mit der Flüchtlingsfrage alleine lasse. 24 ehrenamtlich Tätige, darunter 12 ausgebildete Integrationslotsen, betreuen die Flüchtlinge im Flecken Ottersberg in Alltagsdingen. Einer davon ist Engelbert Buchartz, der an dem Abend berichtete, dass die Ehrenamtlichen auch Sozialarbeit leisten müssten und dass dies teilweise die Ehrenamtlichen überfordere. „Wir brauchen hier vor Ort einen Sozialarbeiter vom Landkreis“, verlangte Buchartz. „Wir mussten im Flecken Betreuungsstrukturen aufbauen, weil keine existierten. Wir benötigen dringend 30 funktionsfähige Räder, damit unsere Gäste mobil sind. Denn das Rad ist die einzige Möglichkeit für die Flüchtlinge sich fortzubewegen. Hier sind wir auf Spenden angewiesen. Außerdem brauchen wir einen Raum, den wir als Fahrradwerkstatt einrichten können, möglichst in der Ottersberger Ortsmitte“, schilderte Buchartz. Er berichtete weiter, dass die ehrenamtlichen Betreuer die Flüchtlinge einmal in der Woche zum „Café Grenzenlos“ ins Gemeindehaus der Kirche einladen.

„Der Flecken wird vom Landkreis vernachlässigt. Der Kreis muss sich hier stärker engagieren“, fand auch SPD-Ratsherr Reiner Schnäpp. Dannheisig betonte: „Die ehrenamtliche Betreuung ist für uns eine wichtige Säule.“ Der Kreis erwäge zudem, für Flüchtlinge Sportvereinsbeiträge zu bezahlen, weil der Sport einen wichtigen Beitrag zur Integration leiste.

Auch Werner Kühnemann vom Lions-Club Ottersberg bot der Gruppe um Engelbert Buchartz weitere Unterstützung an.

woe

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