Innovationspreis des Kirchenkreises geht an Steinofen-Projekt im Fischerhuder Pfarrgarten

„Menschen über Leib und Seele erreichen“

Innovationspreisübergabe am Backofen im Fischerhuder Pfarrgarten
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Innovationspreisübergabe am Backofen im Fischerhuder Pfarrgarten: (v.re.) Pastorin Silke Kuhlmann, Kirchenvorstandsvorsitzende Marlis Seeger und Superintendent Fulko Steinhausen mit weiteren Gemeindeaktiven.

Fischerhude – „Crossover“ – unter diesem Titel hatte der Kirchenkreis Verden voriges Jahr erstmals einen Innovationspreis ausgeschrieben. Gesucht wurden Projekte, die „auf inspirierende Weise Menschen mit dem christlichen Glauben in Berührung bringen“, wie es in der Ausschreibung hieß. So ein Projekt ist der Steinbackofen im Garten des Pfarrhauses der Fischerhuder Pastorin Silke Kuhlmann: An den Backtagen kommen Dorfbewohner und Gruppen der evangelischen Kirchengemeinde hier zusammen und ins Gespräch über Gott und die Welt, während im Ofen Brot, Pizza, Kuchen oder Kekse garen.

„Dazu gibt es ,Brot-Gottesdienste" und andere Veranstaltungen rund um den Ofen, die einen leichten Kontakt zu Kirche möglich machen und Menschen über ,Leib und Seele" erreichen“, heißt es in der Begründung der Jury, die dem Steinofen-Projekt in Fischerhude den mit 1000 Euro dotierten Innovationspreis des Kirchenkreises zuerkannte. Insgesamt zehn Projekte hatten sich um die Anerkennung beworben.

Weil die Verleihung des Preises mit einem Backtag verbunden sein sollte, musste sie coronabedingt für eine Weile verschoben werden. Am späten Freitagnachmittag aber war es soweit: Im Garten des Fischerhuder Pfarrhauses überreichte Fulko Steinhausen, Superintendent des Kirchenkreises Verden, den Preis an Pastorin Silke Kuhlmann und den Kirchenvorstand.

„Mit dem Innovationspreis wollen wir zeigen, was Kirche alles ist und wie Kircne in vielfältiger Weise in Bewegung ist. Das verstaubte Image, das Kirche für gar nicht so wenige Menschen leider immer noch hat, das stimmt schon lange nicht mehr. Das zeigt nicht nur das Gewinnerprojekt, sondern zeigen auch die neun weiteren Bewerbungen, die aus dem Kirchenkreis eingegangen sind“, sagte Fulko Steinhausen. Die Juroren hätten die Qual der Wahl gehabt zwischen spannenden Projekten wie einer leeren Kirche mit neuen Formaten, Workshops für Konfirmanden einer Region oder dem Jakobiwald, in dem eine Kirchengemeinde Taufen und Trauungen mit dem Pflanzen von Bäumen verbindet.

„Crossover soll solche großartigen Projekte sichtbar machen und damit weitere Gemeinden anregen, selbst innovativ zu werden und dabei gerne auch gute ldeen zu kopieren“, sagte Steinhausen.

Der Superintendent führte weiter aus: „Das Steinofen-Projekt in Fischerhude hat sich durchgesetzt, weil die Jury fünf von sieben Kriterien als erfüllt ansah. So bringt das Projekt Menschen mit Glaubensthemen in Berührung – allein schon durch die niederschwellige Begegnungsmöglichkeit mit der Pastorin – und schafft neue Gottesdienstformate. Das Projekt nutzt digitale Medien, hat Modellcharakter, ist einer nachhaltigen Lebensweise verpflichtet, verbindet Generationen und bringt Menschen zusammen.“

Mit dem sozusagen öffentlichen Ofen im Ortskern, zu dem an Backtagen alle eingeladen sind, ihre Teige zum Backen zu bringen, habe die Gemeinde die Kirchenmauern verlassen und sei sinnbildlich einen Schritt auf die Menschen zugegangen. „Sie hat etwas ganz und gar Bodenständiges, Ursprüngliches auf die Beine gestellt: Brot backen. Und das ganz unverkrampft verbunden mit Gemeinde sein und Pastorin sein“, freute sich Steinhausen und meinte: „Mir scheint, wenn ich mir die Evangelien durchlese, Jesus ist da ganz ähnlich vorgegangen. In diesem Sinne: Danke an alle Initiatoren und Gottes Segen für alles, was in diesem Ofen und um ihn herum geschieht.“

Von Tobias Woelki

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