Horst Busch (51) ist neuer Pastor in Fischerhude / Doppelte frohe Erwartung

Gut aufgehoben in der Kirche – schon als Kind

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In ihre Mitte nahmen Kirchenvorstand und Superintendentin den neuen Fischerhuder Pastor Horst Busch nach seiner Amtseinführung am Mittwochabend in der Liebfrauenkirche: (v.li.) Marlis Seeger, Irmgard Günther, Martina Banehr, Wilma Viebrock, Klaus von Hahn, Pastor Horst Busch, Torben Böckmann, Superintendentin Elke Schölper und Carsten Köpke.

Fischerhude - Von Petra Holthusen. Es hätte auch ein Musikstudium werden können – damals vor gut 30 Jahren, als Horst Busch vor seiner Berufsentscheidung stand. Er wählte das Theologiestudium und hat seitdem als evangelischer Pastor so einige Stationen erlebt. Jetzt ist der 51-Jährige in Fischerhude angekommen – im doppelten Sinne in froher Erwartung: Er freut sich auf seine neue Gemeinde – und auf die Geburt seines ersten Kindes Mitte Februar.

Einen herzlichen Empfang bereitete die ev.-luth. Kirchengemeinde Fischerhude ihrem neuen Pastor am Mittwochabend, als Horst Busch von Elke Schölper, Superintendentin des Kirchenkreises Verden, in der Liebfrauenkirche offiziell in sein Amt eingeführt wurde. Die Kirche war zu seiner ersten Predigt gut gefüllt, die Stimmung beim anschließenden Empfang im Gemeindesaal gelöst. Nach Jahren wechselnder Vakanzvertretungen aufgrund der Langzeiterkrankung des im Sommer nach 27 Jahren als Fischerhuder Pastor in den Ruhestand verabschiedeten Manfred Ringmann ist der Kirchenvorstand froh, dass die Landeskirche die Pfarrstelle zügig neu besetzen konnte. Denn schließlich, um es mit den Worten von Pfarramtssekretärin Elke Brüning zu sagen, „braucht jede Herde einen Hirten“.

Hirte der 2100 „Schäfchen“ in Fischerhude und Quelkhorn ist also seit Neujahr Horst Busch. Die vergangenen sieben Jahre war er Gemeindepastor in Horneburg im Kirchenkreis Buxtehude. Und eigentlich hatte er geglaubt, das bis zur Rente auch zu bleiben. Bis das Leben dazwischen funkte. „Nicht im Traum“, so erzählt er, hatte er sich vorgestellt, noch Vater zu werden, aber nun beendet die Familiengründung mit seiner zweiten Frau das Thema Wochenendbeziehung. Um einen gemeinsamen Wohnsitz zu finden, ohne dass seine Frau ihre Lehrerstelle und ihre Pferde in Hude im Landkreis Oldenburg aufgeben muss, sah sich Horst Busch nach einer neuen Pfarrstelle um. Fündig wurde er in Fischerhude, und gleich beim ersten Besuch verliebten sich beide in das idyllische Dorf.

Die Bewerbung war von Erfolg gekrönt, und die beiden Neu-Fischerhuder bezogen fürs Erste eine Wohnung im Krummen Ort – bis das neue Pfarrhaus fertig ist, das die Kirchengemeinde als obligatorische Pastorendienstwohnung am Gemeindehaus bauen will; da, wo im Sommer das alte Pfarrhaus abgerissen wurde.

Aufgewachsen ist Horst Busch in Rehburg-Loccum, sein Abitur machte er in Nienburg, seinen Zivildienst leistete er im Lutherstift in Falkenburg. Dass er sich schon als Kind in der Kirche gut aufgehoben fühlte, lag zum einen an seiner musikalischen Begabung: „Ich spiele ganz gut Gitarre“, sagt Horst Busch bescheiden. Gut bei Stimme ist er auch, und so war seine Musikalität schon in jungen Jahren stark gefragt im Leben seiner Heimatgemeinde. „Außerdem hatten wir einen Pastor, der gute Jugendarbeit gemacht hat“, und als Horst Busch als kleiner Junge erlebte, wie der Pastor für seine Familie da war, als sein älterer Bruder starb, prägte ihn das tief.

Später entschloss er sich also nicht zum Musik-, sondern zum Theologiestudium. Er studierte in Tübingen und Heidelberg, machte sein Vikariat in der Nähe von Hannover und legte im zweiten Examen „aus irgendeinem unerfindlichen Grund“ eine 1 hin. In Zeiten der „Pastorenschwemme“ erwies sich die Bestnote als Türöffner: Statt erwarteter Arbeitslosigkeit durften sich „Einser“ ein Sondervikariat aussuchen und Horst Busch entschied sich für eine Tätigkeit bei den Rotenburger Werken. Seiner ersten Pfarrstelle in Kirchwalsede im Kreis Rotenburg folgten wieder Jahre als Pastor bei den Rotenburger Werken – „aber dann hat mir das Gemeindeleben gefehlt“. So fing er in Horneburg an, „und ich war gerne da“. Sein Schwerpunkt dort war die Jugendarbeit und „wie bisher in jeder Gemeinde“ hatte Busch auch in Horneburg eine Musikband mit Jugendlichen.

In Fischerhude will er jetzt erstmal alle und alles kennen lernen; Mitarbeiter, Kirchenvorsteher und kirchlichen Gruppen besuchen, „Atmosphäre schnuppern und mir erzählen lassen, was sozusagen ,dran ist’ in der Gemeinde“. Die muss dann ab Mitte Februar wieder auf ihren Pastor verzichten – aber nur für vier Wochen und aus ganz und gar freudigem Anlass: Wenn das Baby kommt, nimmt Horst Busch Urlaub.

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