Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg vergibt vier Deutschland-Stipendien

„Weder hinauf-, noch herab, sondern genau hinschauen“

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Die akademischen Hoschulleiter Gabriele Schmid und Ralf Rummel-Suhrcke gratulierten den vier herausragenden Studentinnen zu ihren Stipendien. Hier sind alle vier vor der Kulisse der Hochschule zu sehen (v.l.): Annika Patzelt, Sama Mousavi Mofakhar, Anna Irmgard-Theresia Jäger und Sabine Bubalik.

Ottersberg - Gleich vier Deutschlandstipendien vergab gestern die Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) Ottersberg. „Das verleiht dem Bemühen der Hochschule Ausdruck, sich ihrerseits in der Förderung von Leistung und sozialem Engagement hervorzutun“, sagte der akademische Hochschulleiter Ralf Rummel-Suhrcke. Damit sei sie die einzige Hochschule in der Region, die selber Mittel für Stipendiaten zur Verfügung stellt. Gemeinsam mit Kollegin Gabriele Schmid überreichte er die Zertifikate, die das Logo des Bundesministeriums für Forschung und Bildung tragen.

Das Deutschlandstipendium ist als Public Private Partnership organisiert, wird also gemeinsam von öffentlichen und privaten Institutionen gefördert. Als Nebeneffekt sollte es die Hochschulen animieren, sich stärker in der Drittmittelakquise aufzustellen. Mittlerweile sei der Anteil des Privaten an Deutschen Hochschulen schon auf mehr als 40 Prozent angestiegen.

Die HKS Ottersberg unterstützt bereits zum fünften Mal mit dieser Förderung junge Leute auf ihrem Karriereweg. Seit 2011 hatte sich die Bildungseinrichtung dabei stetig gesteigert: mit zunächst zwei, dann vier, seit 2014 sieben Plätzen. „Obwohl wir nur vier geben können“, so Rummel-Suhrcke.

Womit er gleich auf die finanzielle Lage der Hochschulen in Deutschland zu sprechen kam. Die Pläne der Bundesregierung, den Verteilsschlüssel für die Stipendienvergabe noch um acht Prozent anzuheben, verbessere die Situation nicht. „Je höher der Verteilsschlüssel des BMBF, desto stärkere Anstrengungen sind erforderlich, die Mittel zu beschaffen.“ Geldgeber an der HKS ist seit Jahren der Förderverein der Hochschule, der sich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden speist. „Der Verein muss sich dafür auch strecken“, so Rummel-Surcke.

Das Deutschland-Stipendium würdigt in erster Linie herausragende studentische Leistungen und an zweiter Stelle soziales und gesellschaftliches Engagement junger Menschen. Anhand der vier bemerkenswerten Biografien der Stipendiatinnen begründete Rummel-Suhrcke die Wahl des hochschuleigenen Vergabe-Ausschusses.

Sabine Bubalik, Jahrgang 1988, studiert seit 2012 an der HKS Ottersberg im Studiengang Freie Bildende Kunst. Sie befasst sich mit zum Teil großformatiger Ölmalerei, aber auch mit druckgrafischen und fotografischen Verfahren. Sie stellte bereits zweimal in Hamburg aus und kooperierte mit der Firma CES im Rheinland.

Anna Irmgard-Theresia Jäger, geboren 1987, ist Tänzerin. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend teils in Bremen, teils in Athen. Die erfahrene und erfolgreiche Performerin hat in einigen Nebenrollen auch schon als Filmschauspielerin agiert. An der HKS studiert sie seit 2011 Theaterpädagogik. Ihre Maxime: „Weder hinauf- noch herabschauen, sondern genau hinschauen“. Unter ihren Arbeiten befindet sich auch ein Solostück zur Griechenlandkrise.

Aus dem fernen Teheran kam Sama Mousavi Mofakhar nach Ottersberg. Die 26-Jährige mit iranischen Wurzeln engagiert sich im Wümmeort beim Bahnhofs-Wohnprojekt. Im September 2014 hat sie ihr Masterstudium an der HKS aufgenommen. Zuvor hatte sie ein Theaterstudium an der Universität Teheran absolviert und berufliche Erfahrungen gesammelt. Ihr Schwerpunkt lag bisher im Puppen- und Marionettenspiel. Ihr Masterprojekt beschäftigt sich mit Generationskonflikten in der iranischen Gesellschaft.

Kunsttherapie und Kunstpädagogik bilden die beiden Studienschwerpunkte von Annika Patzelt. Als sie sich 2012 an der HKS einschrieb, konnte sie schon ein Bachelor-Studium „Kunst und Design“ an einer britischen Universität vorweisen. Sie prägte das Gesicht der Hochschule nach außen entscheidend. So schuf sie grafische Beiträge zur Koch-Kunst in der Mensa und betreut die Facebook-Seite der HKS. Auch im Asta engagierte sie sich einige Trimester. Künstlerisch kooperierte sie unter anderem mit Inhaftierten der JVA Bremen/Oslebshausen.

ldu

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