Grünpfleger verfeinert chemielose Technik

Mit Heißwasser statt Herbizid gegen Unkraut

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Auch die Wege auf der Sportanlage Stader Straße in Oyten befreit Jan Meyer mit Heißwasser von dem Grünzeug in den Fugen.

Otterstedt - Im Kampf gegen Unkraut muss es nicht immer die chemische Keule sein. Dass es auch anders geht, beweist Jan Meyer. Der Otterstedter Kleinunternehmer, dessen Grünpflege-Dienstleistungen unter anderem die Kommunen Oyten und Ottersberg in Anspruch nehmen, hat eine Technik verfeinert, bei der er zur Unkrautbekämpfung Heißwassser einsetzt – absolut umweltfreundlich.

„Das Patent hat der Erfinder 1984 angemeldet und 2004 verfallen lassen. Jetzt aber wird diese Technik vor dem Hintergrund der Glyphosat-Debatte als Alternative zum Einsatz von Herbiziden richtig aktuell“, so Jan Meyer, der als Dienstleister für Kommunen, Firmen und Privatleute unterwegs ist: „Wir haben die Technik für unseren Bedarf angepasst und setzen sie erfolgreich ein.“

Das technische Gerät ähnelt einer Platte mit vielen Düsen, die vor einen kleinen Traktor montiert wird und das kochende Wasser nach unter abstrahlt. Damit fährt Meyer über verkrautete Wege. „Wir erhitzen das Wasser auf 98 Grad Celsius. Mit Niederdruck, maximal drei bar, trifft das heiße Wasser auf das Unkraut. Die Hitze zerstört die Eiweißzellen der Pflanze, die in kurzer Zeit abstirbt“, erklärt Meyer.

Mit Heißwasser statt Herbizid nebelt Meyers Maschine das unerwünschte Kraut ein.

Und: „Nach zwei, drei Tagen kehren wir das Unkraut mit einer Saugkehrmaschine ein. Dieser Vorgang muss in der Regel bis zu sechsmal im Jahr wiederholt werden, da das Unkraut immer wieder wächst.“ Der Experte schildert: „Junge Unkrautpflanzen gehen eher ein. Bei Altpflanzen, die bereits im Boden verwurzelt sind, muss man die Technik häufiger einsetzen.“

Jan Meyer setzt die Maschine auf gepflasterten Wegen, Kieswegen und Tartanbahnen ein. „Vorher haben wir eine Wildkrautbürste eingesetzt. Aber nach deren Einsatz, so unsere Erfahrung, war das Unkraut schneller wieder da als jetzt mit der Heißwassertechnik“, so Meyer. Er glaubt: „Diese Technik wird einen Siegeszug antreten, weil sie als chemielose Unkrautbekämpfung eine echte Alternative zum Chemieeinsatz darstellt.“

woe

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