Heimatverein Posthausen wirbt um Mitarbeit der jüngeren Generation im Dorf

Damit nichts verloren geht

+
Doris Pointmayer zeigt den historischen Webstuhl.

Posthausen - „Das Heimathaus ist nicht nur ein Ensemble von Gebäuden, sondern es steckt Leben darin. Es wäre schade, wenn es nicht weitergeführt würde und das Wissen verloren ginge“, meint Reiner Sterna, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins Posthausen. „Es hat gerade einen Generationswechsel gegeben – aus gesundheitlichen Gründen haben sich die über 80-Jährigen zurückgezogen“, ergänzt Vorsitzender Friedrich Kahrs. Jetzt soll die jüngere Generation ran – und um die wirbt der Vorstand offensiv.

„Wir haben ein Heimathaus, das unser Dorfmittelpunkt werden soll“, sagt Sterna. Heimathaus mit Drumherum – das Areal umfasst sechs Hektar. „Es läuft alles, es funktioniert alles, doch was noch fehlt, ist die Hilfe des Dorfes“, appelliert der Vize-Vorsitzende, der auch Ortsbürgermeister in Posthausen ist.

Da wäre beispielsweise der Bauerngarten. Den betreut Lotte Hoffmann seit vier Jahren – allein. Im Rondell in der Mitte wachsen Rosen, an den vier Seiten Stauden und in den Lücken einjährige Sommerblumen. „Den ganzen Sommer über soll irgendetwas blühen“, erklärt die Frau mit dem „grünen Daumen“ das Prinzip. Im Frühjahr blühen die umstehenden Bäume und Sträucher, später Azaleen und Rhododendren.

Die riesigen Rasenflächen mäht und pflegt Uwe Behrmann. Lotte Hoffmann würde gern einige Leute zusammenbekommen, die untereinander absprechen, wer was wann im Garten erledigt. „Auch junge Leute sind willkommen“, betont sie.

Auch im Heimathaus selbst gibt es einiges zu tun. Dort stehen viele alte Möbel – aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Ziel: Die Zimmer sollen im Stil einer Epoche eingerichtet werden. „So um 1900 wäre schön“, lautet der Wunsch.

„Das ist unser kleines Museum“, sagt Sterna oben auf dem Boden. Klein? Jede Menge Gegenstände vergangener Zeiten sind dort zu sehen, alles neben- und hintereinander drapiert: Milchkannen, Fleischwölfe, Pferdegeschirre, Zeitungen, Services und vieles mehr. In der Ecke steht der Webstuhl. Der droht zu verwaisen. Sechs bis sieben Frauen waren hier am Handarbeiten, am Weben, Spinnen, Teppichknüpfen, Klöppeln, Stricken. Nebenbei hatten die Damen den Raum sauber gehalten. Auch sie haben aus Altersgründen aufgehört, möchten ihr Wissen aber weitergeben – Vorkenntnisse sind also nicht erforderlich für Neulinge. „Uns wäre es wichtig, dass wir jemanden finden, der den Webstuhl bedient. Denn wir befürchten, dass das Fachwissen der Älteren verloren geht“, sagt Sterna.

Überhaupt: Noch wissen viele, wozu die Geräte und Gegenstände verwendet wurden. Doch irgendwann nicht mehr. Um das zu verhindern und das Wissen für die Nachwelt zu erhalten, plant Sterna, eine Museums-AG ins Leben zu rufen, die die Dinge katalogisiert. So etwas in der Art ist auch für das Archiv geplant.

Begehrt ist der Backofen. „Glücklicherweise arbeiten hier die jüngere und ältere Generation“, freut sich Sterna. Das Landcafé, jetzt im dritten Jahr gemeinsam mit den Landfrauen betrieben, erweist sich ebenfalls als Renner. Von Mai bis Oktober ist es einmal im Monat sonntags geöffnet. Und weitere Kuchenbäcker sind immer gern gesehen.

Um nach dem Kaffeetrinken einen kleinen Spaziergang anbieten zu können, plant der Heimatverein den zweieinhalb Kilometer langen Wanderweg „Neu auf alten Wegen“. Der soll hinter dem Heimathaus und vorbei am Sportplatz über den Kirchplatz führen. „Die ersten Gelder kommen im Frühjahr, so dass im kommenden Sommer mit dem Bau begonnen werden kann“, sagt Sterna. Schüler der Berufsbildenden Schulen Dauelsen werden in die Gestaltung mit einbezogen.

Wer sich für eine Mitarbeit im Heimatverein interessiert und sich informieren möchte, wendet sich an den Vorsitzenden Friedrich Kahrs unter der Rufnummer 0152-09411023 oder an seinen Stellvertreter Reiner Sterna unter der Rufnummer 0171-5440064.

is

Mehr zum Thema:

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

IS bekennt sich zu Londoner Anschlag

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Südkorea setzt "Sewol"-Bergung fort

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Elternleid und Altersliebe: Neue Hörbücher

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Apotheke auf dem Balkon: Heil- und Würzpflanzen für den Topf

Meistgelesene Artikel

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Schlussstrich unter angebliche Sexaffäre

Zwei Stunden in Arztpraxis gefangen

Zwei Stunden in Arztpraxis gefangen

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Glockenspiel: Zwei Jahre Pause beendet

Kurzes Leben endet nach Zwangsarbeit am Galgen

Kurzes Leben endet nach Zwangsarbeit am Galgen

Kommentare