Kanowski seit 25 Jahren Vorsitzende

Fußballverband nimmt TSV Posthausen in den Blick

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Dank und Rückhalt für ein Vierteljahrhundert engagierte Vereinsarbeit: Im Vordergrund Gerda Kanowski und Günter Distelrath mit NFV-Präsidium und TSV-Vorstand.

Posthausen - Nicht viele Frauen leiten Vereine in Niedersachsen. Im Flecken Ottersberg ist das anders. So steht an der Spitze des TSV Posthausen Gerda Kanowski. Seit 25 Jahren übt sie dieses Amt aus. Gemeinsam mit mehreren jungen Kollegen an ihrer Seite leistet Gerda Kanowski mit Routine und Geschick die tägliche Vereinsarbeit, die aufgrund finanzieller Engpässe immer schwieriger wird und viel Eigeninitiative erfordert.

Das langjährige Engagement Kanowskis nahm das Präsidium des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) jüngst zum Anlass, um zum Vereinsdialog nach Posthausen zu reisen.

„Wir haben sofort gespürt wie familiär es bei euch zugeht“, betonte NFV-Präsident Günter Distelrath nach der Besichtigung der Sportanlage, die dem Flecken Ottersberg gehört und die der Verein für 99 Jahre gepachtet hat. Zwei Rasenplätze und ein Minispielfeld stehen den Fußballern zur Verfügung. Den Bolzplatz erstellten Freiwillige 2011 mit einem Kostenaufwand von rund 48.000 Euro ausschließlich in Eigenregie. Neun Mannschaften, darunter fünf Nachwuchsteams mit rund 100 Kindern und Jugendlichen spielen beim TSV Fußball. Die Sparte hat etwa 200 Mitglieder. Der Gesamtverein zählt 485 Mitglieder.

NFV-Vizepräsident Hans-Günther Kuers moderierte das Treffen und lobte den konstruktiven Dialog mit den Vereinsverantwortlichen, die ihre Probleme offen ansprachen. So ärgerten sie sich über die weiten Fahrten ihrer U16-Junioren, die jüngst gegen eine Spielgemeinschaft aus dem Kreis Osterholz eine hohe Niederlage einstecken mussten. Da es kein Patentrezept gibt, kann der Verband nach Ansicht von Kuers die Spielgemeinschaften nicht verhindern.

„Irgendwann haben die größeren Vereine keine Gegner mehr. Das sollten sie wissen“, betonte der NFV-Vizepräsident und erhielt Zustimmung von Kurt Thies, dem Vorsitzenden des NFV-Kreises Verden. „Weite Fahrten sind nicht mehr zu verhindern, die Sportvereine müssen darauf reagieren.“

Oft fehlt der Nachwuchs

Über die Flexibilisierung des Spielbetriebs wurde ausführlich diskutiert. Viele Vereine können keine A-Jugend-Mannschaft mehr melden, weil ihnen der Nachwuchs fehlt. „Das ist ein zentrales Thema des Fußballs, über das wir intensiv diskutieren müssen“, sagte der NFV-Präsident. Hans-Günther Kuers ist sich mit den Verantwortlichen des TSV Posthausen einig: „Es ist immer noch besser mit kleineren Mannschaften zu spielen, als mit anderen Vereinen zu fusionieren.“

Da es die Probleme auch schon in unteren Altersklassen gibt, fragte Bernd Dierßen, stellvertretender Direktor beim NFV, ob es nicht sinnvoll sein, bis zu einem bestimmten Alter gegebenenfalls mit „Fünf gegen Fünf“ zu spielen. Auch damit kann sich der TSV Posthausen anfreunden.

Richtig gut läuft es beim TSV in den Altersklassen U6 bis U9, weil der Verein in diesen Altersklassen mit dem FC Badenermoor eine Spielgemeinschaft bildet. Distelrath und Kuers vermuten, dass es wegen des fehlenden Nachwuchses irgendwann um das Überleben der Vereine gehen könne. Daher sei es wichtig, zusammen mit allen Ebenen des Verbandes darüber zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Kuers regte an, zu diesem Thema im Kreis Verden eventuell ein Pilotprojekt zu starten.

Abschließend bestärkten Distelrath und Kuers Gerda Kanowski, als Vorsitzende noch viele Jahre weiterzumachen, auch wenn das Amt immer wieder große Herausforderungen bedeutet. Bei allen Fragen könne sich der TSV Posthausen natürlich an den Verband wenden. - woe

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