Atelierhaus Galerie am Brink feiert Neueröffnung mit Bildern von Karl-Heinz Flau

Hafenbilder der 50er und 60er

Karl-Heinz Flau begrüßte die Gäste zur Vernissage. - Foto: Keppler

Ottersberg - „Ich bin ganz überwältigt, welch große Resonanz auf die Galerieeröffnung erfolgt ist. Ich sehe Leute aus dem Ort und Leute, die sich einen weiten Weg gemacht haben. Weggefährten aus alten Zeiten und Menschen, die mich in meinem langen künstlerischen Leben begleitet haben“, freute sich Karl-Heinz Flau. Er präsentierte in einer umfangreichen Ausstellung ein erstes Segment seines Lebenswerkes in den neu gestalteten Räumen des Atelierhauses am Brink, der ursprünglichen Keimzelle des kulturellen Lebens in Ottersberg.

Das Haus hat eine bewegte Geschichte: Vor vier Jahrzenten als Teestube, Alternativladen und Mittelpunkt für anthroposophische Lebensart gegründet, war es lange Zeit nur Café, stand dann leer und erlebt nun eine Renaissance als Galerie, die sich ausschließlich dem Lebenswerk von Karl-Heinz Flau widmet.

Sein umfangreiches Werk, das viele Stile in sich vereint und an den unterschiedlichsten Orten präsentiert wurde, findet in diesen Räumen eine Heimat. Karl-Heinz Flau plant, in wechselnden Ausstellungen Werksegmente zu zeigen und damit Anregungen zu fruchtbaren Künstlergesprächen zu bieten.

Den Anfang macht eine Ausstellung mit Aquarellen aus seiner Hamburger Zeit, denn er ist gebürtiger Hamburger (Jahrgang 1935). In seiner Ausbildung als Grafiker nutzte er jede freie Stunde, um maritime Bilder vom Geschehen im Hafen aufs Papier zu bringen. Flau malte Schiffe, Kräne, Wasser, Spundwände und stimmungsvolle Ansichten. Diffuse Lichtverhältnisse in der Dämmerung machen Stimmungen deutlich und lassen den Blick auf eine maritime Welt in den 50er- und 60er-Jahren zu.

Gouachen aus der Zeit zwischen 1952 und 1962 erregten die Aufmerksamkeit der Gäste. Staunend gingen sie durch die schlicht, aber funktionell gestalteten Räume des Atelierhauses, das sich auf rund 65 Quadratmeter verkleinert hat, dadurch aber sehr gemütlich wirkt. Ein bollernder Kaminofen läutete den Herbst ein und verbreitete angenehme Wärme. Wie verlockend, sich mit einem Glas Rotwein davor niederzulassen, um der ausführlichen Einführung von Karl-Heinz Flau zu lauschen.

Er verdeutlichte den Anwesenden, was ihn veranlasste, seinem Lebenswerk einen dauerhaften Ort zu geben. Der Umfang seiner lebenslang zusammengetragenen Arbeiten sei so umfangreich und so vielschichtig, dass es einfach geboten sei, sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hieß es.

Mit großer Freude nahm der Künstler die Glückwünsche der Besucher entgegen, die sich angetan zeigten, dieses künstlerische Angebot in Ottersberg in so zentraler Lage am Brink eingerichtet zu sehen – vor allem aber, dass der künstlerisch-antropospohische Gedanke im Atelierhaus wieder zum Leben erweckt wurde. - kr

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