In Buthmanns Hof

Verwaltungsvize Jürgen Buthmann-von Schwartz in Ruhestand verabschiedet

Würdige Verabschiedung: Fleckensbürgermeister Horst Hofmann, Jürgen Buthmann-von Schwartz, Ratsvorsitzende Erika Janzon, und der ehemalige Ortsbürgermeister Jochen Bertzbach (v.l.) prosten sich beim Empfang zu.

Ottersberg - Von Lisa Duncan. Die Namensgleichheit ist frappierend, jedoch hat der Ort, an dem Jürgen Buthmann-von Schwartz am Donnerstagabend verabschiedet wurde, keine familiäre Verbindung zu dem scheidenden Ottersberger Verwaltungsvize. Nach Buthmanns Hof waren viele Gäste gekommen, um dem Fischerhuder Urgestein nach knapp 46 Jahren im Dienste der Fleckensverwaltung die besten Wünsche für den Ruhestand mitzugeben.

Darunter Bürgermeister Horst Hofmann, Fischerhudes früherer Ortsbürgermeister Jochen Bertzbach und Ratsvorsitzende Erika Janzon, dazu Vertreter von Schulen, Kitas, der Polizei sowie Kollegen. Auch Jürgen Buthmann-von Schwartz' Familienangehörige waren mit Enkelkind Emma angereist. Für den musikalischen Rahmen sorgten mit witzigen bis nachdenklichen Songs das Vater-Sohn-Duo Tobias und Lennard Bertzbach.

Laudator Horst Hofmann blickte auf die beruflichen Anfänge seines jahrzehntelangen Mitarbeiters zurück. „Ich wusste immer, dass ich mich super auf dich verlassen kann“, sagte er über seinen allgemeinen Vertreter und Fachbereichsleiter. Das erste Bewerbungsschreiben vom 26. Januar 1973 hatte Hofmann in alten Akten entdeckt – mit handgeschriebenem Lebenslauf. Der Wechsel 1973 zum Standesamtsleiter sei ebenfalls noch dokumentiert. „Nur deine Bewerbung zum Ordnungsamtsleiter konnte ich nicht finden“, gab Hofmann zu.

Mit launigem Liedgut – von „Chattanooga Choochoo“ bis 20er-Jahre-Schlager – unterhielten Lennard (Piano) und Tobias Bertzbach (Gesang) die Gesellschaft.

Ratsvorsitzende Erika Janzon zitierte zunächst mit dem Gedicht „Stufen“ Hermann Hesse, bevor sie in eigenen Worten feststellte: „Du wirst eine Lücke hinterlassen.“ Sie beschrieb Buthmann-von Schwartz als „beliebten und geduldigen Ansprechpartner für die Politik ebenso wie für die Bürger“. Zudem stellte sie fest: „Mit dir konnte gelacht werden.“ So erinnerte Janzon an eine Ratssitzung, in der sie sich per Mobiltelefon über den neuesten Stand eines Werderspiels informieren ließ. Indes wusste sie nicht, wie man das Gerät stumm schaltet, darum störte der Alarm die Ratssitzung mehrfach. 

Verwaltungsvertreter Buthmann-von Schwartz nahm es mit Humor und damit Janzon die Peinlichkeit. Das Versagen der Technik hätte auch fast dafür gesorgt, dass das Überraschungslied, das Janzon für den langjährigen Fußballer des TSV Fischerhude vorbereitet hatte, ausfallen musste. Doch als CD-Ersatz sprang die Bertzbachs ein, die zufällig die deutsche Version von „You'll Never Walk Alone“ („Weil ich dein Freund sein kann“) auf Lager hatten. In Anspielung auf den neuen Lebensabschnitt des Geehrten spielten sie als Zugabe noch den alles andere als angestaubten 20er-Jahre-Schlager „Nehm se 'n Alten“.

Respektvolle Begegnung: Jochen Bertzbach fand in Emma, der Enkelin des designierten Ruheständlers, eine interessierte Zuhörerin.

Mit einem Scherz begann Jochen Bertzbach seine Rede. Zur Abschiedsfeier habe er Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil als Gast gewinnen können. „Aber als ich das Jürgen erzählt habe, hat er gar keine Begeisterung gezeigt“, sagt er und gab mit einer Kunstpause zu, dass er ihn nur habe ärgern wollen. In der langjährigen Zusammenarbeit hat Bertzbach Jürgen Buthmann-von Schwartz kennen und schätzen gelernt. Ausgezeichnet habe ihn „Besonnenheit, Bodenständigkeit, Gelassenheit und Souveränität – und mit Ausnahmen auch Beherrschtheit“. 

Dank Buthmann-von Schwartz hätten Politik und Verwaltung „nicht polarisiert, sondern kooperiert“. Bertzbach erinnerte an gemeinsame Misserfolge, wie die Ampel an der Kita Quelkhorn, den Sonntagsverkauf in Fischerhude und das Thema Bäume, aber auch an gemeinsame Erfolge, wie die Einweihung des Radfernwegs Hamburg-Bremen mit Sternfahrt von Fischerhude nach Sittensen.

Jürgen Buthmann-von Schwartz bedankte sich in aller Bescheidenheit für die aufmerksamen Worte: „Das war vielleicht ein bisschen übertrieben“, sagte er und lachte. Bei seinem Dienstantritt in den 70-ern habe er sich diesen Tag nicht vorstellen können. „Auch diesen Raum gab es damals ja noch nicht“, nahm er Bezug auf Buthmanns Hof, in dem er viele Veranstaltungen ausgerichtet hatte. Die 14 Tage, die er bereits außer Dienst sei, hätten gut getan. Ungeachtet dessen sagte er über sein Berufsleben: „Im Grunde genommen war alles positiv.“

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