Große 100-Jahr-Feier in der Wümmeschule

Generationen sind hier zur Schule gegangen

+
Die ehemalige Schulband rockte den Festakt.

Ottersberg - Nicht jedem Gebäude, das seinen 100. Geburtstag feiert, wird soviel Ehre zuteil wie dem ältesten Trakt der Ottersberger Wümmeschule. Am Samstag gab es nach einer vorangegangenen Projektwoche zur Historie der Bildungseinrichtung einen unterhaltsamen Festakt mit viel hausgemachter Musik.

Oberschulrektor Walter Schlöffel-Pitschke eröffnete den Reigen der Festredner und erinnerte an die Anfänge der Schule, die 1915 als achtklassige Volksschule errichtet wurde. Schlöffel-Pitschke stellte einen Bezug zu zeitgleichen Ereignissen her und nannte dabei Albert Einsteins Relativitätstheorie ebenso wie die Einführung von elektrischem Licht in Ottersberg.

Helmut Prossner überbrachte als stellvertretender Bürgermeister Grüße und Glückwünsche von Rat und Verwaltung der Gemeinde, widmete sich aber in seinen Worten auch persönlichen Erinnerungen. Prossner gehörte vor mehr als 50 Jahren zum ersten Jahrgang der Ottersberger Mittelschule, für deren Besuch man eine Empfehlung benötigte, Probeunterricht ableisten musste und verschiedene Prüfungen abzulegen hatte. Zum Vergnügen des Publikums schilderte Prossner viele Details aus dieser Zeit und schmückte diese mit der einen oder anderen Anekdote aus. Im ersten Schuljahr der Mittelschule fand der Unterricht im jetzt gefeierten alten Schulgebäude statt. Es erwies sich aber schnell als zu klein und so wurden die Schüler ins Gemeindehaus umgesiedelt, wo sogar der Keller in Anspruch genommen werden musste. 1965 machte Prossner seine mittlere Reife an der Schule, die erst viel, viel später einen Namen erhielt. „Wümmeschule passt prima. Ich hoffe, der Name bleibt“, wünschte sich der stellvertretende Bürgermeister.

Als Redner folgte ihm Jörg Rokitta, Fachdezernent der Landesschulbehörde, der zunächst dem Lehrerkollegium für seine hervorragende Arbeit und dann den Schülern für ihren Lerneifer seinen Dank aussprach.

Ortsbürgermeister Klaus Rebentisch wies auf eine Familientradition besonderer Art hin: Sein Großvater war einer der ersten Schüler im Schulgebäude, sein Vater ging dort zur Schule, er selbst und seine beiden Kinder ebenfalls.

Lehrerin Marie Renken, die sich näher mit der Schulgeschichte Ottersbergs befasst hatte, stellte die Wümmeschule im Wandel der Zeit vor. Sie wartete mit kuriosen Begebenheiten auf, wonach das Gebäude nach einer langen Planungsphase mit einer modernen Zentralheizung ausgestattet werden sollte. Die Landesregierung, zu einem Drittel an den Kosten beteiligt, war zögerlich. Kohleöfen für jedes Klassenzimmer waren seinerzeit noch üblich und viel billiger. Erst als sich der Achimer Landrat einschaltete und Verhandlungsgeschick bewies, bekam die Schule ihre Zentralheizung.

Die ehemalige Schulband, nach Startschwierigkeiten doch noch komplett, absolvierte zwei viel beklatschte Auftritte und der Ottersberger Frauenchor sang Schlager, die den Wandel der Zeit musikalisch deutlich machten.

In der Pausenhalle gab es nach dem Festakt die Ergebnisse der Projektwoche zu bewundern. Auch dort wurde der Wandel der Zeit, den die Schule zu bestehen hatte, sichtbar gemacht.

kr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Meistgelesene Artikel

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Kanu kentert – zwei Teenager vermisst

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

Tolle Premiere für „Chaos in’t Bestattungshuus“

36-Jähriger mit rekordverdächtigem Promillewert auf der A27

36-Jähriger mit rekordverdächtigem Promillewert auf der A27

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Großeinsatz: Aber der Kanute übte nur

Kommentare