„Gospel Connection“ nimmt im Ottersberger „Tonstudio Hire“ sechste CD auf

Für perfekten „Good Day“ beim Herrn der Regler

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Chorleiter Micha Keding (am Klavier) produzierte im Ottersberger „Studio Hire“ von Christian Mayntz (li.) mit seiner „Gospel Connection“ eine neue CD.

Ottersberg - Von Bernd Hägermann. Pausen im Tonstudio bedeuten nicht unbedingt Stille. Zwischen Sängerinnen und Sängern heben sofort Gespräche an. Der Meister für den Ton schiebt an seinen Reglern und bespricht sich mit dem Chorleiter.

Der heißt Micha Keding. Gemeinsam mit Toningenieur Christian Mayntz ist er Hauptverantwortlicher für eine vorläufige musikalische Endfassung, die an nur wenigen Tagen im „Tonstudio Hire“ am Alten Weg in Ottersberg entsteht. Unter Fachleuten gilt dieses Tonstudio als eines der besten in Deutschland. Jetzt war dort Kedings „Gospel Connection“ für eine CD-Produktion zu Gast. Keding und Mayntz sind Freunde. Es ist nicht ihre erste gemeinsame Produktion, es ist die sechste: „Mit den Jahren“, sagt Micha Keding, „ist unser Vertrauen zueinander immer größer geworden.“ Hilfreich dabei: Auch Christian Mayntz ist Musiker und weiß nicht nur um stimmige Tonlagen, sondern auch um Befindlichkeiten von Kollegen.

Die Produktion einer Musik-CD ist ein Geduldsspiel. Sie misst sich in „Takes“, einzelnen Sequenzen. Daran wird so lange gefeilt, bis alle mit dem Ergebnis einverstanden sind. Und Christian Mayntz ist niemand, der sich schnell zufrieden gibt. Ein „nahezu perfekt“ von ihm läutet nicht etwa das baldige Ende eines Prozesses ein, sondern ist Aufforderung, sich noch mehr in die Details zu vertiefen. Mayntz würde sich nie mit weniger begnügen. Und die Freundschaft zu Keding ist für ihn kein kritikfreier Raum: „Ich habe, wenn es sein muss, keine Hemmungen, Micha und seinen Chor auch noch um die zwölfte Wiederholung zu bitten“, sagt der Toningenieur.

Diese Beharrlichkeit dient der musikalischen Qualitätssicherung. Genau das ist es, was Micha Keding, dessen Einstellung und Arbeitsauffassung sich mit der seines Freundes deckt, schätzt. Keding und Mayntz sind Profis und deshalb immer aufgeschlossen für neue Anregungen.

Für Nonchalance ist im Tonstudio ohnehin kein Platz. Dafür in angrenzenden Räumen umso mehr für gutes Essen. Für eine CD-Produktion, die sehr lange dauern kann und eine hohe Konzentration erfordert, benötigen alle beteiligten Akteure leckere Kost: „Das“, lächelt Micha Keding, „ist auf hoher See ja nicht anders.“ Auf schwankenden Planken und für die Unwägbarkeiten künstlerischer Prozesse braucht es eine vernünftige Grundlage. Das ist sicher. Kaum etwas in einem Aufnahmestudio ist weniger erwünscht als gereizte Protagonisten, denen schlechtes Essen Laune und Stimme verdorben hat.

Die Atmosphäre im „Tonstudio Hire“ an diesem Wochenende ist fokussiert und entspannt. Die Dialoge zwischen Keding und Mayntz sind prägnant, aber nie fordernd. Es sind Optionen, die erwogen werden. Deren stimmliche Umsetzung ist Aufgabe von Chor und Chorleiter. Mayntz schiebt derweil virtuos die Regler. Für ihn ist die Aufnahme die erste Hälfte einer doppelteiligen Arbeit. Danach kümmert er sich um die klangliche Optimierung: „Das nimmt ungefähr noch einmal soviel Zeit in Anspruch“, weiß Christian Mayntz.

Die CD, an der in Ottersberg gearbeitet wurde, trägt den Titel „Good Day“. Sie wird im August in den Handel kommen. Beim Gospel-Kirchentag einen Monat später in Braunschweig ist die „Gospel Connection“ damit erstmals live zu hören. Danach geht es auf Städte-Tournee.

Seine besondere Verbindung zum Gospel erklärt Micha Keding, der in Achim lebt und unter anderem an der Hochschule für Künste (HfK) Bremen doziert, so: „Ich bin ein gläubiger Mensch. Der Gospelgesang erlaubt mir, meine Empfindungen musikalisch auszudrücken.“ Gläubig ist Keding schon seit seiner Kindheit. Für die neue CD der „Gospel Connection“ hat er acht eigene Kompositionen geschrieben. Zwei Stücke sind Traditionals, vier Fremdkompositionen.

Die einzelnen Chormitglieder der „Gospel Connection“ sind „handverlesen“. Micha Keding will die besten verfügbaren Stimmen und keine musikalischen Kompromisse. Gab es schon mal ein Nein einer Wunschkandidatin oder eines Wunschkandidaten? „Ja“, sagt Keding, „aber nicht sehr oft.“

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