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Die Mehrheit will nicht länger schweigen

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Von: Petra Holthusen

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Demonstration vor dem Ottersberger Rathaus
Impfbefürworter demonstrieren vor dem Ottersberger Rathaus © Holthusen

Ottersberg - „Wir wollen nicht länger die schweigende Mehrheit sein“, erklärte Annegret Reysen laut und deutlich via Megafon. Die SPD-Kommunalpolitikerin war neben Organisatorin Brigitte Mittendorf und Versammlungsleiterin Marlies Meyer eine der Rednerinnen, als die Initiative „Impfbefürworterinnen und Impfbefürworter stehen auf“ am Montagabend zu einer Demonstration am Ottersberger Rathaus aufgerufen hatte.

Mehr als 60 Menschen schlossen sich an und bildeten mit den gebotenen Abständen eine lange Kette. Sie wollen ab jetzt jeden Montagabend die Gegenposition vertreten zu den sogenannten Spaziergängern, die seit Wochen immer zur gleichen Zeit als selbst erklärte „freie Menschen“ durch den Ortskern laufen und ihre Ablehnung der staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen ausdrücken. Die Teilnehmenden der angemeldeten Gegendemonstration vor dem Rathaus machten eine andere Auffassung von Freiheit und Solidarität deutlich: Nach ihrem Verständnis schützen Geimpfte sich und andere und ermöglichen damit den Weg für alle aus der Pandemie. In der Kundgebung dankten die Initiatorinnen Ärzten und Pflegekräften für ihren Einsatz und gedachten der bisher 117 Corona-Toten im Landkreis. Rudi Klemm vom Weser-Aller-Bündnis für Demokratie und Zivilcourage warnte zudem vor verfassungsfeindlichen rechten Kräften und Verschwörungserzählern, die die Bewegung der Spaziergänger für Hass und Hetze nutzten. Während sich die Demonstration der Impfbefürworter langsam auflöste, setzten sich die sogenannten Spaziergänger am Busbahnhof in Bewegung, um erneut als unangemeldete Demonstration durch den Ortskern zu ziehen. Die Polizei, die den Marsch flankierte, zählte rund 40 Teilnehmende. Vier von ihnen schlossen die Beamten von der Versammlung aus, weil sie sich trotz wiederholter Aufforderung nicht an die Auflagen hielten. In drei Fällen leiteten die Einsatzkräfte laut Polizeibericht Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht beziehungsweise Verweigerung der Personalienangabe ein.

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