Tuchakrobatin Tonia Knodt fasziniert

Ganz in Weiß und schwerelos

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„Abhängen“ auf die schönste Art: Tonia Knodt in akrobatischer Aktion an einem Baum.

Fischerhude - Für ihre circensische Vorstellung braucht Tonia Knodt neben ihrem geschmeidigen, gut trainierten Körper einen stattlichen Baum mit dicken Ästen und ein zwei Mal sieben Meter langes Seidenjerseytuch. Zig Augenpaare richten sich fasziniert auf die Frau vor ihnen und sehen Außergewöhnliches. Für einen Moment scheint die Schwerkraft für die elegante Bewegungskünstlerin in der Luft aufgehoben – ein Augenblick, den Tuchakrobatin Tonia Knodt immer wieder genießt.

In der kühlen Dunkelheit, umringt von mehreren hundert Gästen auf dem Kirchenvorplatz, trat die Fischerhuder Tuchkünstlerin zuletzt beim Sottrumer Weihnachtsmarkt auf und präsentierte ästhetische Akrobatik auf hohem Niveau, stimmungsvoll begleitet von Livia Fanac an der Harfe.

Die ganz in Weiß gekleidete Tonia Knodt kletterte das Tuch hoch, schlang Stoffbahnen um sich, ließ sich wieder daraus fallen, kletterte erneut hoch, um sich wieder einzuwickeln und nochmal um die eigene Achse zu drehen... Mit ihrer Vorstellung zog sie die Zuschauer in ihren Bann – wie immer.

Eine festlich-poetische Vorstellung: Tonia Knodt bei ihrer Performance, begleitet von stimmungsvoller Harfenmusik.

„Meine Tuchperformances haben oft den Charakter von Interventionen im öffentlichen Raum. Sie sind niemals gleich, weil sie auf den Raum im Moment reagieren und intuitiv ein Erlebnis für mich und den Zuschauer gestalten“, berichtet die Akrobatin.

„Ich komme aus einem Ort nahe Nürnberg. Nach dem Abitur wollte ich

Tonia Knodt – ungeschminkt.

Kunst mit Sport verbinden. Ich habe mich umgeschaut und Zirkusluft bei einem internationalen Workshop in Spanien geschnuppert. Dort habe ich herausgefunden, dass mein beruflicher Werdegang in Richtung Zirkusakrobatik gehen kann. Mit Besuch des Workshops haben sich viele Türen für mich geöffnet“, erzählt Tonia Knodt. „Im englischen Sheffield ließ ich mich zur Akrobatin ausbilden. Dort habe ich viele Zirkusdisziplinen kennen gelernt, darunter auch Jonglage. Es war für mich eine schöne Erfahrung, mich mit meinem Körper auszudrücken, und eine intensive Begegnung“, schildert die 27-Jährige.

Von Sheffield reiste sie nach Wien und begann das Studium der Psychologie. Doch nach einem Jahr brach sie das Studium ab – und sehnte sich zurück in die Welt der Akrobaten. Im spanischen Granada absolvierte Tonia Knodt von 2011 bis 2013 die spezielle Ausbildung zur Tuchakrobatin. Fast hätte sie danach ein Zirkusstudium in Rotterdam angefangen: „Die Aufnahmeprüfung hatte ich bereits bestanden. Doch dann habe ich mich kurzfristig anders entschieden, weil ich meiner Familie wieder näher sein wollte“, erzählt sie und fügt hinzu: „Irgendwie hatte mich das Heimweh gepackt.“

Schließlich bekam Tonia Knodt einen Hinweis auf die Studienmöglichkeiten an der Hochschule für Künste im Sozialen (HKS) in Ottersberg. Das war vor drei Jahren. Und seitdem studiert sie in Ottersberg Theaterpädagogik und tritt bei diversen Veranstaltungen auf – wie in Berlin, in Südtirol oder jüngst in Sottrum auf dem Weihnachtsmarkt.

Harfenistin Livia Fanac begleitet die Akrobatik von Tonia Knodt.

Die Künstlerin sagt: „Meine Auftritte dauern zehn bis fünfzehn Minuten. Mit der Performance erzähle ich Geschichten im Lyrik-Format und schaffe poetische Bilder.“

Für 2017 hat Tonia Knodt einen großen Wunsch. Bislang trainiert sie alleine in der alten Güterhalle im Ottersberger Bahnhofsgebäude – sie möchte aber nicht länger alleine üben und plant daher, im kommenden Jahr eine Gruppe zu gründen, die sich für Tuchakrobatik begeistern kann. Wer sich dafür interessiert, kann über die studentische Wohngemeinschaft im Ottersberger Bahnhofsgebäude Kontakt aufnehmen (www.bahnhof-ev.org). 

woe

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