Bauliche Entwicklung am Kreisel entfacht Gesprächsbedarf in Ortsratssitzung

„Froben stellt da keine Blechbude hin“

Klinker, Holz und Gründach: Dieses schicke Bild soll das Aleco-Bürogebäude von der Straße Am Vie aus bieten.

Ottersberg - Von Petra Holthusen. So voll besetzt sind die Zuhörerreihen im Rathaussaal selten, wenn der Ottersberger Ortsrat tagt. Etwa 40 Bürgerinnen und Bürger waren am Donnerstagabend gekommen, um Politik und Verwaltung ihre Meinung zu Entwicklungen im Ortskern kundzutun. Die Anliegen waren verschiedener Natur: Anwohner der Großen Straße, die das Verkehrsaufkommen als unzumutbar und das Überqueren als gefährlich bewerten, übergaben Ortsbürgermeister André Herzog (SPD) eine Unterschriftenliste und verliehen damit ihrer Forderung nach einer Fußgängerampel Nachdruck. Andere Einwohner brachten Vorbehalte gegen die bauliche Entwicklung am Kreisel Grüne Straße / Lange Straße / Am Damm zum Ausdruck – vor allem gegen den geplanten Erweiterungsbau der Druckerei Froben.

Der war allerdings gar nicht Thema der Sitzung, weil rechtlich durch den geltenden Bebauungsplan schon seit 40 Jahren abgesichert. Und auch der Beschluss des Gemeinderates, dem alteingesessenen Unternehmen Froben für den Neubau eines Lager- und Bürogebäudes auf dem Eckgrundstück am Kreisel die schon länger zum Abriss bestimmten gemeindeeigenen Immobilien Am Damm 1 (früher Schlecker) und Lange Straße 2 (ehemalige Arztpraxis) zu verkaufen, liegt bereits eine Weile zurück. Befürchtungen von Bürgern, der Ortskern werde künftig aussehen wie ein Gewerbegebiet, versuchte Bürgermeister Horst Hofmann zu zerstreuen: „Froben wird da keine Blechbude hinstellen, sondern hat selbst Interesse an einer vernünftigen Ortsbild-Gestaltung. Diese Zusage haben wir.“ Der Grundstücksverkauf an Froben, um dem Betrieb an seinem Stammsitz Erweiterung und Entwicklung zu ermöglichen, sei ein „intensiver Abwägungsprozess“ gewesen.

Das von der Straße zurückgesetzte Erweiterungsgebäude der Druckerei solle an die Buchhandlung Froben anschließen und sich dem Gebäude auch optisch anpassen, ergänzte Bauamtsleiter Ralf Schack auf Nachfrage.

Während die Froben-Erweiterung planungsrechtlich also abgehakt ist, schafft die Gemeinde auf der anderen Straßenseite mit einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan jetzt die Voraussetzungen für den Erweiterungsbau von Aleco. Die Bio-Supermarktkette will am Stammsitz Ottersberg an der Grünen Straße, direkt angrenzend an den bestehenden Markt, ein Verwaltungsgebäude mit 500 Quadratmetern Bürofläche bauen. Dafür hat Aleco die beiden alten Nachbarhäuser gekauft, unter anderem von der Gemeinde das Peymann-Haus, die beide abgerissen werden. Die Neubau-Pläne stellte Bauamtsleiter Schack dem Ortsrat kurz vor. Einstimmig befürworteten die Politiker die Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplans. Der wird in Kürze öffentlich ausgelegt, und dann können Einwohner bei Bedarf Einwände einbringen, versicherte der Bürgermeister in Richtung Zuhörer.

Was die Aleco-Pläne angeht, habe er ein durchweg „positives Echo“ vernommen, stellte CDU-Sprecher Klaus Rebentisch fest, und er sei „froh, Ottersberger Unternehmen im Ort zu binden“.

Ein positives Echo fand im Ortsrat auch das Konzept von Studierenden der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen, die Aufgänge im Bahnhofstunnel farblich-künstlerisch neu zu gestalten und so eine Willkommens-Atmosphäre zu schaffen, wie Student Armin Lühder ausführte. Die Bemalung auf 600 Quadratmetern Wand soll für die Zukunft speziell gegen – teils verfassungsfeindliche – Schmierereien versiegelt werden. Der Ortsrat sagte zu, 3500 Euro der Gesamtkosten in Höhe von 14 500 Euro aus dem Gemeindeetat beisteuern zu wollen. Parallel sollen Pläne zur Verbesserung der Beleuchtung und Sicherheit im Bahnhofstunnel selbst verfolgt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Coronavirus: China-Rückkehrer in Stuttgart gelandet

Coronavirus: China-Rückkehrer in Stuttgart gelandet

Neues Nienburger Kino offiziell eingeweiht

Neues Nienburger Kino offiziell eingeweiht

Wenn Kids Eltern die rote Umweltkarte zeigen

Wenn Kids Eltern die rote Umweltkarte zeigen

Das Autointerieur wird nachhaltiger

Das Autointerieur wird nachhaltiger

Meistgelesene Artikel

Spaß am Lesen fördern – Rotary Club überreicht Bücher an Schüler der Nicolaischule

Spaß am Lesen fördern – Rotary Club überreicht Bücher an Schüler der Nicolaischule

„Geht doch pipileicht“

„Geht doch pipileicht“

„Froben stellt da keine Blechbude hin“

„Froben stellt da keine Blechbude hin“

Gefiedertes Duo sucht ein neues Zuhause

Gefiedertes Duo sucht ein neues Zuhause

Kommentare