Marlies Meyer (53) aus Kirchlinteln

Porträt der neuen Ottersberger Gleichstellungsbeauftragten

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Marlies Meyer (53) aus Kirchlinteln hat im Ottersberger Rathaus ihre Stelle als hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte angetreten – und bringt jede Menge Erfahrung mit.

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Die Wände des frisch bezogenen Büros sind noch kahl, aber ihren Wahlspruch hat Marlies Meyer schon mal mitten auf dem Besuchertisch platziert: „Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen“, ist auf dem kleinen Windlicht eingraviert zu lesen.

Auf viele solcher Begegnungen hofft Marlies Meyer jetzt in Ottersberg: Am Dienstag hatte die 53-Jährige ihren ersten Arbeitstag im Rathaus als neue Gleichstellungsbeauftragte des Fleckens. „Ich bin einfach froh, dass es endlich losgeht“, strahlt sie.

Das Warten auf den Dienstbeginn an neuer Wirkungsstätte erschien der bisherigen Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Kirchlinteln doch arg lang: „Im Februar habe ich überlegt, was Neues zu machen, im März habe ich mich in Ottersberg beworben und im Mai war klar, dass ich die Stelle bekomme.“ Dass sie danach im Grunde aber „nur“ bis September warten musste, um vom Kirchlintelner ins Ottersberger Rathaus zu wechseln, ist dem Entgegenkommen ihres ehemaligen Arbeitgebers zu verdanken, denn eigentlich wäre ihre Kündigungsfrist nach 15 Jahren in Kirchlintelner Diensten noch viel länger gewesen.

15 Jahre – die Zeitspanne hat sich bei Marlies Meyer als beruflicher Rhythmus etabliert. Die ersten 15 Jahre arbeitete sie als Arzthelferin, dann studierte sie Psychologie, die nächsten 15 Jahre war sie als kommunale Gleichstellungsbeauftragte in ihrem Heimatort tätig – und für die jetzt noch 15 Jahre bis zur Rente will sie sich in Ottersberg auf neue Wege begeben und Impulse in Sachen Gleichstellungsarbeit setzen.

Zeit für neue berufliche Wege

Diese entfaltete in den vergangenen Jahren eher wenig bis gar keine Außenwirkung in Ottersberg. Dass die Gemeinde nach dem endgültigen Ausscheiden von Medya Roza Tuku die mit 19,5 Wochenstunden ausgestattete Stelle der hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten neu ausschrieb, kam für Marlies Meyer passgenau: Nachdem ihre Stelle in Kirchlinteln schon zeitlich gekürzt worden war, zeichnete sich vor Monaten ab, dass sie nach dem Willen der politischen Mehrheit ganz eingedampft und ins Ehrenamt überführt werden würde. Für Marlies Meyer Zeit, sich nach etwas Neuem umzusehen.

Das fand sich gut 30 Kilometer weiter in Ottersberg. Künftig unterstützt und berät die 53-Jährige die Einwohnerinnen und Einwohner des Fleckens bei allem, was die Gleichstellung von Frauen und Männern, insbesondere die Vereinbarkeit von Beruf und Familie angeht, sowie verwaltungsintern die Beschäftigten der Gemeinde. Diejenigen, die in Rathaus und E-Werk arbeiten, hat Marlies Meyer bei einem Rundgang mit Bürgermeister Hofmann am Dienstag schon kennengelernt – den Erzieherinnen in den kommunalen Kitas will sie sich bei deren nächsten Dienstbesprechungen vorstellen.

Gutes Netzwerk im Landkreis

Auch wenn sie jede Menge Berufserfahrung sowie ihr gutes Netzwerk auf Landkreisebene mitbringt und zu ihrem Bekanntenkreis gleich drei in Fischerhude lebende ehemalige Frauenbeauftragte gehören – in Ottersberg fängt Marlies Meyer neu an: „Mein Kontakteordner ist noch ein bisschen nackig.“ Das hat sie nicht so gern – aber das wird sich zügig ändern bei der Lebensfreude und Agilität, die die neue Gleichstellungsbeauftragte ausstrahlt. „Stimmt, ich lache gern“, sagt sie, „und bei mir ist das Glas immer halb voll, nie halb leer.“

Gleich am ersten Tag hat sie schon Gespräche geführt, um nächstes Jahr zum Internationalen Frauentag am 8. März wieder das zuletzt vermisste Fest in Fischerhude mit zu unterstützen. Und 2018 gibt’s in dem Rahmen noch extra was zu feiern: 100 Jahre Frauenwahlrecht, und das will Marlies Meyer gebührend würdigen. Auch die Aktivitäten rund um den „Frauenort“ Fischerhude will sie intensivieren. Mit Cato Bontjes van Beek ist Fischerhude einer von inzwischen 35 niedersächsischen „Frauenorten“, und dieses Projekt des Landesfrauenrates ist für Marlies Meyer „eine klasse Art“, Frauenleben und -geschichten lebendig zu machen.

Marlies Meyers persönlicher Lebensmittelpunkt bleibt Kirchlinteln, wo sie in ihrer Freizeit Vorsitzende des Kulturkreises Lintelner Geest ist: „Das ist mein Steckenpferd.“ Ansonsten liebt sie Konzerte: Klassik, Jazz, Folk – egal, aber live muss es sein. „Musik ist meins“, lacht die 53-Jährige, deren Sohn (20) und Tochter (18) gerade aus dem Haus sind. „Musik – und Tanzen“, ergänzt sie. Tanzen gern in Gemeinschaft – aber Paartanz, speziell Foxtrott mit ihrem Mann, findet Marlies Meyer dann „noch einen Tick netter“.

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