Fortbildung macht DLRG-Ausbildern am heißesten Tag des Jahres doppelt Spaß

„Baywatcher“ üben am See

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Über eine menschliche „Rutsche“ ziehen übende Lebensretter einen „Verunglückten“ an Bord.

Otterstedt - Es war der bislang heißeste Tag des Jahres und so suchten am Samstag auch am Otterstedter See ungewöhnlich viele Badegäste Abkühlung. Aber das war nicht der Grund, warum an diesem Tag auch extrem viele Rettungsschwimmer vor Ort waren. Vielmehr fand am Pastorensee ein lange geplantes Seminar für Lehrscheininhaber der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) statt. Die Ortsgruppe Otterstedt stellte dafür ihre Räumlichkeiten zur Verfügung und unterstützte die Fortbildung des DLRG-Bezirks Aller-Oste mit Personal und Material.

Die Lehrscheine in der DLRG verlieren nach vier Jahren ihre Gültigkeit, wenn nicht verschiedene Fortbildungsveranstaltungen besucht werden. Und so waren dann zwölf Lehrscheininhaber aus den DLRG-Ortsgruppen Bremervörde, Langwedel, Otterstedt, Rotenburg, Verden und Zeven angereist, um sich mit dem Seminarthema „Freigewässer“ auseinanderzusetzen.

Stefan Rater, Referent für Schwimmen/Rettungsschwimmen im DLRG-Bezirk Aller-Oste, stellte den zur Fortbildung angereisten DLRG-Ausbildern die Aufgabe, ein Konzept für eine dreistündige Ausbildung im Freigewässer zu erarbeiten – und zu erproben. Am Nachmittag erschienen die als Testpersonen auserkorenen Auszubildenden: 17 jugendliche Rettungsschwimmer aus verschiedenen Ortsgruppen des Bezirks.

Nachdem sie in Besonderheiten, Gefahren und Verhalten in Freigewässern allgemein und speziell am Otterstedter See eingewiesen worden waren und sich bei einer Seedurchquerung warmgeschwommen hatten, folgten die verschiedenen Ausbildungsstationen. Dazu gehörten zunächst Techniken ohne Hilfsmittel – wie Schleppen von Verunglückten, Transportieren von ermüdeten Schwimmern, Befreien aus Umklammerungen und das An- Land-bringen von Geretteten. Auch das Tauchen ohne Gerät im flacheren Wasser wurde geübt. „Die Orientierung dabei ist schwer, denn das Wasser ist trüber und es gibt keine Orientierungslinien wie im Schwimmbad“, erläutert Jürgen Meyer, Verbandssprecher im DLRG-Bezirk Aller-Oste. Der Sicherung komme daher eine erhöhte Bedeutung zu.

Weitere Ausbildungsstationen waren praktische Übungen mit dem Gurtretter und der Rettungsboje („Baywatch-Boje“). Aufnahmetechniken in ein Rettungsboot wurden geübt ebenso wie das Aufladen eines Verunglückten auf ein Rettungsbrett/Surfboard.

„Bei dem hochsommerlichen Wetter machte die Ausbildung natürlich allen Beteiligten doppelt Spaß“, berichtet Meyer, und der beim abschließenden geselligen Teil plötzlich monsunartig hereinbrechende Regen tat der guten Laune auch keinen Abbruch.

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