Gemeinderat will Kapital für BIN und Eintrittsgelder erhöhen

Ottersberg: Hallenbad erhalten und Netz ausbauen

Nach der Sanierung erhöht sich unter anderem die Bahnmiete im Otterbad. Archivfoto: Woe
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Nach der Sanierung erhöht sich unter anderem die Bahnmiete im Otterbad. Archivfoto: Woe

Ottersberg – Schnelles Internet und eine Gebührenerhöhung für das kommunale Otterbad waren die beiden Hauptpunkte auf der Agenda des Gemeinderats, der am Donnerstagabend in der Aula der Wümmeschule tagte.

Die flächendeckende Ausstattung der Haushalte in Ottersberg mit Glasfaserkabel zählt zu den Zielen der gemeindeeigenen Breitbandgesellschaft BIN. Um diese Maßnahmen umsetzen zu können, benötigt die „Breitband Innovationen Nord“ eine Kapitalerhöhung von 100 000 Euro (wir berichteten). Die meisten Ratsmitglieder sprachen sich in der Sitzung für diesen Schritt aus, nur Annegret Reysen und Petra Ruers (SPD-Ruers-Gruppe) stimmten dagegen, vier weitere Vertreter der Gruppe enthielten sich. „Durch Corona haben wir gemerkt, wie wichtig eine gute Internetverbindung ist“, sagte Helge Dannat, Geschäftsführer der BIN. In Zeiten von Heimarbeit und Fernunterricht stoße das Kupfernetz an Grenzen. Für den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes müsse die BIN mit Kapital ausgestattet werden – „nur so können wir uns an Förderprojekten beteiligen“.

Insgesamt befinde sich die Gesellschaft auf einem stetigen Wachstumskurs. Dies zeige etwa ein durchschnittlicher monatlicher Anstieg von 24 Kunden im Jahr 2020. Stand Februar 2021 versorgte die BIN 2 774 aktive Kunden. „Die weitere Ergebnisentwicklung sieht für das Jahr 2020 und für 2021 positive Ergebnisse vor“, heißt es in der Beschlussvorlage. „Die BIN kann alleine laufen, braucht aber Kapital“, appellierte Dannat an den Gemeinderat.

Ein Muss für Heimarbeiter in Corona-Zeiten ist eine stabile Internetverbindung.

Der Flecken Ottersberg habe seit 2016 viel in die BIN investiert, sagte Annegret Reysen (SPD). „Das war zwar gut investiert, aber die Gesellschaft leidet unter einem Geburtsfehler.“ Reysen spielte darauf an, dass die kommunale Gesellschaft 2011 mit einem zu niedrigen Stammkapital von 50 000 Euro gegründet worden war. Dies habe dazu geführt, dass der Flecken bereits mehrfach Rücklagen einzahlen musste. Laut einem Antrag der SPD-Ruers Gruppe solle die BIN lieber jetzt einen höheren Zuschuss vom Flecken erhalten, „um die Gesellschaft langfristig auf gesunde Füße zu stellen“.

Die in den Fachausschüssen vorberatene Gebührenerhöhung für das Otterbad winkte das Gremium einstimmig durch.

„Kinder lernen nicht mehr schwimmen“, zitierte der E-Werk-Chef Helge Dannat aus der Presse. Die wenigen Hallenbäder, die es noch gibt, seien marode. „Und wir stecken mitten in der Sanierung“, so Dannat. Wie berichtet, wird das Otterbad für 3,2 Millionen Euro energetisch saniert und umgebaut. Durch die Gebührenerhöhung verspricht sich das kleine Hallenbad jährlich Mehreinnahmen von 50 000 Euro, die allein schon für Abschreibungen und Zinsen benötigt werden.

Mit einer Erhöhung des Eintrittspreises von 3 auf 4 Euro für Erwachsene und der Bahnmiete von 20 auf 30 Euro sei das Otterbad weiterhin preiswert verglichen mit anderen Bädern. Die Mehrfach- und Jahreskarten bleiben stark rabattiert.

Als „alternativlos“ bezeichnete die stellvertretende Ratsvorsitzende Reysen die Erhöhung und hob positiv hervor, dass die Preise für Kinder und Jugendliche nicht steigen. „Ich begrüße auch, dass es das Otterbad gibt“, sagte Jürgen Baumgartner (Die Linke). Um dessen Existenz auch künftig zu sichern, schlug er vor, in Kooperation mit anderen Bädern eine Bädergesellschaft auf Landkreisebene zu gründen. „Das neue Otterbad ist eben mit Kosten verbunden“, sagte Reiner Sterna (CDU). „Wir sollten den Eintrittspreis anpassen.“ Denn der kostendeckende Betrieb des Bades werde den Flecken auch weiterhin beschäftigen.

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