Fischerhuder Museum gibt Modersohns westfälische Arbeiten nach Tecklenburg

Das Frühwerk kehrt heim

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In dem restaurierten denkmalgeschützten Haus Am Markt 9 in Tecklenburg eröffnet das neue Otto-Modersohn-Museum.

Im Frühjahr hieß es an der Baustelle noch etwas kryptisch „OMMT KOMMT“ – jetzt ist OMMT da: In der alten Residenzstadt Tecklenburg in Nordrhein-Westfalen am Teutoburger Wald wird am Wochenende das Otto-Modersohn-Museum Tecklenburg (OMMT) festlich eröffnet. „Damit kehren nun, nach spektakulären Sonderausstellungen in Münster, Fischerhude und Hagen, wichtige Arbeiten aus dem Frühwerk eines der bedeutendsten westfälischen Landschaftsmaler dauerhaft an den Ort ihrer Entstehung zurück“, so Antje Modersohn, die mit ihrem Mann Rainer Noeres das Fischerhuder Otto-Modersohn-Museum führt.

Was in Tecklenburg an historischem Ort innerhalb von achtzehn Monaten entstanden ist, bezeichnet die Fischerhuder Modersohn-Enkelin als „Glücksfall koordinierten bürgerschaftlichen Engagements“ zahlreicher Kunstfreunde: Das Otto-Modersohn-Museum Fischerhude gab umfangreiche Arbeiten aus Otto Modersohns Frühwerk – Skizzenbücher, Tagebücher, Zeichnungen, Ölbilder – nach Tecklenburg, die noch ergänzt werden durch Leihgaben aus Privatbesitz; der gemeinnützige Trägerverein Otto-Modersohn-Museum Tecklenburg stellt das zum Museum umgenutzte Haus Markt 9 im Herzen der Stadt zur Verfügung und der Förderkreis OMMT betreibt mit seinem Team das Museum auf rein ehrenamtlicher Basis. Dank dieser vereinten Tatkraft öffnet das neue Otto-Modersohn- Museum in Tecklenburg am 24. Oktober um 11 Uhr seine Pforten für die kunstinteressierte Öffentlichkeit. Beim Eröffnungsfestakt am Vortag spricht Antje Modersohn die Begrüßungsworte.

Das OMMT geht zurück auf eine Anregung, die Rainer Noeres, Geschäftsführer der Otto-Modersohn-Stiftung, im März 2014 gegen Ende eines Vortrags in den Raum stellte: Wenn sich Menschen fänden, die ein Haus zur Verfügung stellten, würde die Stiftung „mit Freuden“ Arbeiten aus Otto Modersohns Frühwerk nach Tecklenburg ausleihen... „Dem Engagement einer Tecklenburger Familie“, so Antje Modersohn, „ist es zu verdanken, dass dieses Angebot beherzt angenommen wurde: In mäzenatischer Großzügigkeit ergriff sie die sich unverhofft auftuende Chance, im Herzen der Stadt das Haus Markt 9 zu erwerben; sie finanzierte den grundlegenden Umbau des denkmalgeschützten alten Ackerbürgerhauses zu einem modernen Museum und trieb die Gründung eines Förderkreises voran, der das OMMT eingerichtet hat und betreiben wird.“

Der Umbau stand unter der architektonischen Leitung von Prof. Johannes Modersohn, einem Enkel des Malers, und seiner Frau Antje Freiesleben. Am Markt 9 ist ein Künstlermuseum entstanden, das einen wichtigen Teil von Otto Modersohns Frühwerk nicht nur am Ort seiner Entstehung, sondern auch in einem zeitgenössischen baulichen Rahmen präsentiert: Im Erdgeschoss ist Platz für fünf Ausstellungsräume und einen großzügigen Museums-Shop; das Obergeschoss beherbergt einen Vortrags- und Ausstellungsraum mit weiteren Objekten zum geographischen und biographischen Hintergrund des Themas „Otto Modersohn in Tecklenburg“ sowie ein Kabinett für Filmvorführungen. Nach dem Vorbild des privaten Modersohn-Museums Fischerhude wird der gesamte Betrieb des OMMT von einem 30-köpfigen Team von Ehrenamtlichen organisiert und durchgeführt.

Otto Modersohn (1865- 1943), gebürtiger Westfale aus Soest, später Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede und 1908 nach Fischerhude übergesiedelt, begehrte schon als junger Mann auf gegen die akademische Doktrin seiner Professoren und fand seine Bestimmung in der Landschaftsmalerei. Er suchte nicht künstlerische „Richtigkeit“ des Ausdrucks – er suchte „eine Kunst, die über das optische Sehen fast hinausgreift und den Gehalt, die Eigenschaft der Dinge erreichen will“, wie Otto Modersohn 1890 in seinem Tagebuch notierte.

„Beim Schaffen dieses jungen Westfalen nimmt das in der Natur Erschaute seinen rechten Weg vom Auge durch das Herz zur Hand“, schrieb Fritz von Ostini in den Münchner Neuesten Nachrichten 1895 über den berühmten empfindungsreichen Landschaftsmaler.

Otto Modersohn war ein belesener, weitgereister, weltoffener Kopf – doch er blieb stets der eigensinnige Individualist, der seine Erfüllung in der Begegnung mit den symbolträchtigen Phänomenen der Natur suchte und fand. Und in seinen Bildern festhielt.

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