Fischerhuder Keramiktage erweisen sich erneut als Publikumsmagnet / Auch persische Gedichte auf Tontafeln fehlen nicht

Vom Akt bis zu Steinzeitkunst und Essgeschirr

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Auch diese Art von figürlicher und Gebrauchs-Keramikkunst war sehr begehrt.

Fischerhude - „Diese Vase ist genau das, was ich noch suche“, begeisterte sich Barbara Lange auf den Fischerhuder Keramiktagen für eine Raku-Arbeit von Martin Mindermann. Die Walsroderin ist inzwischen Besitzerin einer beachtlichen Auswahl künstlerischer Objekte, die sie gern mit der japanischer Blumenkunst Ikebana kombiniert.

Die Keramiktage, organisiert von Künstlern aus dem Ort und umzu, hatten das Freigelände und die Räume des Buthmannschen Hofes erneut zum Anziehungspunkt gemacht. Fast 30 Aussteller, darunter viele mit weiten Anfahrtswegen, zeigten eine Fülle von Werken. Das reichte von handfester Gebrauchskeramik bis zu figürlichen Objekten.

Walter Salzer aus Weikersheim freute sich über großes Publikumsinteresse. Seine Frauenakte aus Ton räkelten sich lasziv in der Herbstsonne und boten einen reizvollen Gegensatz zu den irdenen Geschirren aus seiner Werkstatt.

„Man muss vielseitig sein. Auf der einen Seite dient der Beruf dem Broterwerb, auf der anderen Seite will man sich als Künstler ausleben“, begründete Walter Salzer seine Passion in Ton.

Cornelia Woitun aus Beetzendorf gewinnt ihrer Arbeit auch eine humorvolle Seite ab. In ihrer Werkstatt in der Lüneburger Heide entstehen neben Gebrauchsgeschirr witzige Tierfiguren. Lustige Vögel, urige Gartenmonster und ein Palaver-Vogel fürs Beet vor dem Haus wurden nicht nur bestaunt, sondern auch gekauft.

„Farben pflücken“ lautete das Motto von Miriam Rückert aus Gaste. Ihr Stand mit kunterbuntem Geschirr machte Lust auf ein Picknick im Grünen. Die schlichten Formen von Tassen, Tellern, Krügen und Schalen wetteifern mit einem Dekor, das an Farbigkeit kaum zu überbieten ist. Liebevoll in Szene gesetzt mit prächtigen Dahlien, ersten Astern und Sonnenblumen, war dieser Stand ein absoluter Hingucker.

Matthias Kurig, Keramiker aus Tarmstedt, der seit vielen Jahren als Mitorganisator in Fischerhude die Fäden im Hintergrund zieht, freute sich über Stammkundschaft. „Man kennt sich inzwischen. Oft kommen Leute, die ihr Gebrauchsgeschirr erweitern wollen, oder suchen Ersatz, wenn mal ein Stück kaputt gegangen ist. Alle Teile sind Unikate, aber wenn jemand an seiner Frühstückstasse hängt und sie ihm runtergefallen ist, fertige ich auch schon mal ein Duplikat“, teilt er nebenbei mit.

Ahmad Tavakkoli präsentierte wie im Vorjahr auf Tafeln gebrannte persische Dichtkunst und zog damit ein ganz spezielles Publikum an.

Ina Mahlstedt, Religionswissenschaftlerin aus Quelkhorn, verschrieb sich vor ein paar Jahren der Töpferei à la Jungsteinzeit, als als die Gefäße noch nicht auf der Drehscheibe Form annahmen. Vielmehr wurde der Ton im offenen Feuer gebrannt und mit natürlichen Farbstoffen und einfachen Mustern verziert.

Neuerdings glasiert sie Schalen, Teller und Schüsseln als Zugeständnis an die moderne Zeit und bietet die Gefäße als Gebrauchsware an. Verschiedene Symbolzeichen, die von Fruchtbarkeit und Lebenserneuerung künden, vermitteln aber weiter einen Eindruck spiritueller Kraft aus längst vergangenen Zeiten.

kr

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