Fischerhuder Keramiktage

Von Echsen bis Essgeschirr

Kalligrafien von Ahmad Tavakkoli
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Kalligrafien auf Ton mit Versen des schon von Goethe hochverehrten persischen Lyrikers Hafis präsentierte Ahmad Tavakkoli, der zugleich Sprecher des Fischerhuder Keramiktage-Organisationsteams ist.

Fischerhude – Es galten die 3G-Einlassregeln („geimpft, genesen, getestet“) und das gesamte Gelände des Buthmanns Hof war wegen der Corona-Bedingungen umzäunt. Dennoch wollten sich unzählige Interessierte die mittlerweile 8. Fischerhuder Keramiktage nicht entgehen lassen. 24 Ausstellerinnen und Aussteller aus der gesamten Bundesrepublik präsentierten eine bunte Vielfalt von „Einfällen in Zeiten der Ausfälle“, wie Matthias Kurig, Betreiber der gleichnamigen Tarmstedter Töpferei und Mitorganisator der Keramiktage, das Motto zusammenfasste. Das Wetter spielte an beiden Tagen gut mit.

Begeistert zeigte sich der Bremer Künstler und Journalist Ahmad Tavakkoli als Sprecher des Organisationsteams vom „sehr guten Echo“ auf die qualitativ hoch einzustufende Veranstaltung. Nur das europäische Ausland war dieses Mal wegen der pandemiebedingten Reisebeschränkungen nicht vertreten.

Zum Organisationsteam der Keramiktage gehören neben Kurig und Tavakkoli die Fischerhuder Künstlerinnen Claudia Craemer und Katharina Bertzbach. Dass das Innere des Buthmanns Hof mit einbezogen werden konnte und nicht als Wahllokal in Beschlag genommen wurde, „haben wir bei der Gemeinde durchgekämpft“, berichtete der Sprecher. Dabei habe das Argument der Bedeutung von Kunst und Kultur für die mittelständische Wirtschaft eine wichtige Rolle gespielt.

Tavakkoli, der gebürtig aus der iranischen Hauptstadt Teheran stammt, präsentierte bei der Veranstaltung seine Kalligrafien auf Keramik: Zitate des wohl bekanntesten persischen Lyrikers und Philosophen Hafis. Eines lautet übersetzt etwa: „Komm, lass uns Rosen streuen und Wein in Becher gießen, das Dach des Himmels brechen und neue Formen entwerfen.“ Leidenschaftlicher Anhänger der Werke Hafis‘ war schon Johann Wolfgang von Goethe, den die Welt des Orients und des Islams bekanntermaßen sehr faszinierte. Das drückte sich etwa in seiner 1820 veröffentlichten Gedichtesammlung „West-östlicher Divan“ aus. Tavakkoli sieht in Goethe einen „Brückenbauer zwischen Orient und Okzident“ und zeigte die Hafis-Kalligrafien auch schon in der Goethe-Stadt Weimar bei einer Ausstellung.

Eine weitere ins Auge fallende Attraktion der Keramiktage waren die fast lebendig wirkenden Echsen am „Reptilia“-Stand der Mathes-und-Klas-Werkstatt aus dem Westerwald. Sogar eine aus Ton gestaltete Wildschwein-Familie war beim weiteren Ausstellungsrundgang zu entdecken. Am „Bau-Steine-Zeit“-Stand von Keramiker Michael Wolf aus Vlotho ließen sich aus handgefertigten gebrannten Teilen kleine Häuser konstruieren. Das wurde besonders vom jüngeren Publikum gerne angenommen und ausprobiert.

Darüber hinaus gab es alle Facetten des Arbeitens mit Keramik in allen Farben und Formen zu bestaunen: von dekorativen Kunstobjekten bis hin zu Gebrauchsgegenständen wie Vasen, Becher, Schalen, Kännchen und Lampen. Die örtlichen Keramik- und Porzellankünstlerinnen Claudia Craemer mit nach der Raku-Methode gebrannten Objekten und Katharina Bertzbach mit Figuren und zierlich gestalteten Gefäßen fehlten natürlich nicht in dem breiten Spektrum.

Im großen Ausstellungsraum von Buthmanns Hof informierte ein Film über einfache sowie hochkomplexe und hochtechnologisierte Formen der Bearbeitung des natürlichen Werkstoffs. Außerhalb von Kunst und Kultur ist dieser etwa im medizinischen Bereich bei der Beschichtung künstlicher Gelenke von Bedeutung.

Für alle, die beim Rundgang hungrig oder durstig wurden, hatte die Frauengruppe der Kirchengemeinde mit Kaffee und Kuchen vorgesorgt. „Käse-Jochen“ Richter war ebenfalls mit seinen kulinarischen Angeboten vertreten, und Nicht-Vegetarierer bekamen auch heiße Bockwürste serviert.

Von Heinrich Laue

Vor idyllischer Naturkulisse gab es diese farbenfrohen Keramik-Kreationen für den Haushalt zu bestaunen.
Fast lebendig wirken die Reptilien aus der Keramikwerkstatt Mathes & Klas aus dem Westerwald.

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