Auf Expansionskurs am Krummen Ort

Brüning-Erweiterungspläne Thema in Fischerhude

Einen proppevollen Saal bescherten die Brüning-Erweiterungspläne dem Fischerhuder Ortsrat um Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf (stehend rechts) bei seiner Sitzung am Montagabend.

Fischerhude - Von Petra Holthusen. „So viel Publikum hatten wir noch nie“, stellte Ortsbürgermeister Wilfried Mittendorf (FGBO) trocken fest. Etwa 150 Leute drängten am Montagabend in den hoffnungslos überfüllten Saal von Bellmanns.

Hier tagte der Fischerhuder Ortsrat in Sachen Brüning-Erweiterung – und die ist das große Gesprächsthema im Dorf. Ein klares Bekenntnis, dass das Unternehmen auch mit seiner nächsten Wachstumsphase im Ortskern willkommen ist, ließ der Ortsrat vermissen, signalisierte nach einigem Geplänkel zwischen SPD/Grünen und CDU aber einen „Grundkonsens“ pro Brüning. 

Die Bürger im Publikum zollten den Plänen nach einem Vortrag von Arnd Brüning Beifall. Der Unternehmer selbst forderte eine politische Entscheidung bis Ende Oktober. Ansonsten sei ein Abwandern der Brüning-Gruppe nicht ausgeschlossen: „Wenn das Projekt nicht gewollt ist, gehe ich ohne Groll aus Fischerhude weg.“ Aber er wolle Planungssicherheit für sein Unternehmen und die über 100 Mitarbeiter.

In der von Bürgern lebhaft begleiteten Sitzung wurden die Brüning-Baupläne für die landwirtschaftliche Hofstelle am Krummen Ort 27 – vis à vis des Unternehmenssitzes an der Landstraße – erstmals öffentlich vorgestellt. Das zu einem außergewöhnlich frühen Zeitpunkt, an dem die Bauvoranfrage erst läuft und die Eigentümer der Hofstelle, Jürgen und Andrea Brüning, mit Cousin und Kaufinteressent Arnd Brüning noch keine Einigung erzielt haben.

Das Bebauungskonzept für die Hofstelle Brüning am Krummen Ort in Fischerhude (links die Landstraße) wurde im Ortsrat vorgestellt.

Geschuldet ist die frühe Öffentlichkeit der Veränderungssperre für den Ortskern, die erlassen wurde, bis die umstrittenen, aber politisch mehrheitlich gewollten Satzungen zur Erhaltung und Gestaltung des charakteristischen Fischerhuder Ortskerns Rechtskraft erlangen. Ausnahmen von der Veränderungssperre bedürfen politischer Einzelentscheidungen – deshalb muss in Sachen Hofstelle Krummer Ort 27 der Ortsrat befinden, ob die Brüning-Pläne mit den politischen Zielsetzungen für die Dorfkerngestaltung konform gehen. Dabei wird sich zeigen, ob die Satzung als Verhinderungs- oder als Entwicklungsinstrument genutzt wird. Investor Arnd Brüning kündigte schon mal an, dass er sich nicht zwischen den politischen Fronten aufreiben lassen, sondern sich dann – bei aller Loyalität zu seinem Heimatort Fischerhude – zurückziehen werde.

Jahresumsatz von 75 Millionen Euro

„Wir sind auf Expansionskurs. Wir schwimmen auf der Welle der regenerativen Energien – und wir haben einen klaren Wachstumsplan“, erklärte Brüning. Vor 25 Jahren als Ein-Mann-Betrieb gestartet, ist die Brüning-Gruppe heute international tätiger Ent- und Versorger von energieliefernder (Holz-)Biomasse und plant für 2018 mit 125 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 75 Mio. Euro. Allerdings fehlt es nach Brünings Worten an Büroarbeitsplätzen. 

Seit einem halben Jahr sei er mit den Brünings am Krummen Ort im Gespräch über den Kauf der Hofstelle, auf der der Unternehmer seine Betriebsflächen erweitern will. Geplant sind die Neubauten eines Bürogebäudes mit Parkflächen Richtung Landstraße, einer Lagerscheune und eines Gästehauses. Das alte Wohnhaus mit Herrenhauscharakter will Brüning erhalten und als Mitarbeiterkantine mit öffentlichem Mittagstisch nutzen sowie im Obergeschoss für Tagungsräume. Restauriert und erhalten werden soll auch die Fachwerkrundscheune, die Brüning nicht braucht, aber für eine öffentliche Nutzung anbietet – „eine Geste ans Dorf“, wie Architekt Peter Bischoff sagte.

Für die bauliche Gestaltung der rund 10. 000 qm großen Hofstelle mit einem Mix aus Alt und Modern rechnet Brüning mit Investitionskosten von etwa 6 Mio. Euro. Was bauliche Verdichtung und Firsthöhen angeht, erwartet er Zugeständnisse der in den neuen Satzungen gefangenen Politik: „Wir planen ja nichts Untypisches für eine Hofstelle dieser Größenordnung.“ Ob sein Projekt gewünscht sei, will Brüning bis Ende Oktober wissen. Für Freitag hat sich der Ortsrat mit Brüning zu vertiefenden Gesprächen verabredet, bis zur Entscheidung im Gemeinderat am 2.  November will der Ortsrat ein Meinungsbild abgeben.

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