Erzieherinnen der kommunalen Kitas in Ottersberg streiken / Demo am Rathaus

„Fordern dritte Kraft in allen Kindergarten-Gruppen“

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Ratsvorsitzender Prossner (li.) und Bürgermeister Hofmann diskutierten mit den Erzieherinnen.

Ottersberg - Für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Anerkennung ihrer Arbeit durch höhere Bezahlung streikten gestern auch die Erzieherinnen aus den drei kommunalen Kindertagesstätten der Gemeinde Ottersberg.

Die Kitas in Posthausen, Quelkhorn und am Bahnhof blieben gestern komplett geschlossen. Die Mitarbeiterinnen folgten gestern dem Aufruf der Gewerkschaften, die nach mehreren gescheiterten Tarifverhandlungsrunden mit den öffentlichen Arbeitgebern vergangene Woche bundesweit einen unbefristeten Streik im kommunalen Erziehungs- und Sozialdienst ausgerufen hatten. Die betroffenen Berufsgruppen fordern durch bessere Eingruppierung umgerechnet bis zu zehn Prozent mehr Gehalt – das in Anerkennung der gestiegenen Belastungen und Anforderungen im Erzieherberuf, unter anderem durch den gesetzlichen Bildungsauftrag von Kitas und die Betreuung von immer jüngeren Kindern für immer mehr Stunden. Die kommunalen Arbeitgeber lehnen die Lohnforderungen als unbezahlbar ab.

Knapp 25 bei der Gemeinde angestellte Erzieherinnen versammelten sich gestern Morgen zunächst vor dem Ratscafé in der Ortsmitte, um dann, geleitet von einem Polizeibeamten, die Grüne Straße Richtung Rathaus zu queren. Lautstark, mit Streikwesten und Transparenten ausgerüstet, zogen die pädagogischen Fachkräfte vor die Verwaltungszentrale der Gemeinde und weiter ins Foyer des Rathauses. Hier erwarteten Bürgermeister Horst Hofmann und Ratsvorsitzender Helmut Prossner die Streikenden und hörten sich ihre Forderungen an. Sprecherin Gudrun Niebuhr, Leiterin der Kita in Posthausen, erklärte: „Wir verlangen eine Vollzeit-Vertretungskraft für jeden Kindergarten. Außerdem fordern wir nicht nur die dritte Kraft in den Krippengruppen, sondern auch in den Regelgruppen.“

Bürgermeister Horst Hofmann hörte sich die Forderungen an und erklärte, die Kommunen stünden ganz am Ende einer Kette, die im Bund beginne und sich über das Land nach unten fortsetze zu den Gemeinden als ausführendes Organ. Er könne die Forderungen der Erzieherinnen verstehen, aber die Kommunen führten nur die Gesetze aus, die Land und Bund beschließen würden. „Auch wir würden uns eine bessere Personalausstattung wünschen. Sie müssen sich an die Bundestags- und Landtagsabgeordneten wenden, die Einfluss auf die Gesetzgebung haben“, betonte Hofmann gegenüber den Streikenden.

„Aber als eine von unzähligen Schneeflocken können Sie als Bürgermeister ebenfalls für uns kämpfen“, forderte Gudrun Niebuhr den Verwaltungschef auf, sich für die Erzieherinnen und ihre Arbeitsbedingungen einzusetzen.

woe/pee

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