KlarSicht-Mitmach-Parcours macht Station im Ottersberger Schulzentrum

Ernüchterung auf ganzer Linie

Am Flaschenkarussell wurde lediglich der Wissensdurst in Sachen Promille und die Auswirkungen gestillt. - Fotos: Keppler

Ottersberg - Wieviel Alkoholgehalt hat eine Flasche Bier; was passiert mit mir, wenn ich ein Glas Wein trinke, und wie verändern Alkopops meine Wahrnehmung? Mit diesen Fragen konfrontierte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt rund 300 Schüler und Schülerinnen der Wümmeschule und des Gymnasiums in Ottersberg. Der KlarSicht-Mitmach-Parcours der BZgA machte Station in der Aula des Schulzentrums und sensibilisierte die Jugendlichen durch eigenes simuliertes Erleben und interaktive Auseinandersetzung für die Gefahren von Alkohol und Tabak.

Ausgebildete Moderatoren betreuten die einzelnen Stationen und kamen dabei mit den Schülern locker ins Gespräch über ihre Kenntnisse, Ansichten und Erfahrungen.

Eine nachdrückliche Erfahrung: der „Drunk-Buster“.

Highlight des Parcours' war der „Drunk-Buster“, eine „Rauschbrille“, die einen Promillewert von 1,3 bis 1,5 simuliert. Unter anderem sollten die Jugendlichen damit eine gestrichelte Linie entlanggehen. Oder es vielmehr versuchen – ohne Erfolg. „Klar im Kopf, aber betrunken im Blick: Eine Erfahrung, die nachhaltiger ist als jeder eindringliche Vortrag“, sagen die Experten der BZgA und sprechen vom Effekt der „Ernüchterung auf ganzer Linie“. Dabei gehe es nicht darum, den Alkoholkonsum per se zu verteufeln. Vielmehr werde den Jugendlichen ein kritischer und bewusster Umgang mit Alkohol vermittelt, um, so das Ziel, einen riskanten Konsum zu vermeiden.

An der „Talkshow“-Station wurden in Kleingruppen erfundene und erlebte Geschichten entwickelt über Probleme im Umgang mit Alkohol oder Tabak, über mögliche Verhinderungsstrategien und über Hilfsangebote.

„Rituale und Regeln“, so war an einem der Präventionsstände zu erfahren, spielten im Teenageralter eine große Rolle, wenn es darum gehe, zu einer Clique dazuzugehören oder außen vor zu sein. „Kinder und Jugendliche werden früh mit den Themen Alkohol und Zigaretten konfrontiert und erleben, dass der Konsum normal ist. Sie übernehmen diese Einstellung von Erwachsenen. Damit Kinder für sich selbst die richtige Entscheidung treffen können, sollten sie gestärkt werden. Das Wissen um die Folgen von Drogenkonsum, egal ob Alkohol oder Tabak, und das Erlernen der Verantwortung für sich selbst können nicht früh genug beginnen“, hieß es.

An einer anderen Station setzten sich die Schüler mit dem Diktat der Werbung auseinander und an einer weiteren wartete ein Flaschenkarussell auf sie – an dem allerdings lediglich der Wissensdurst gestillt wurde. Dort wurde nicht probiert, sondern geschätzt und nachgelesen, wie viele Promille nach wie viel Alkoholgenuss welche Beeinträchtigungen mit sich bringen. 

kr

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