Ernste Texte und fröhliche Melodien: Ma Valise begeistern ihr Publikum

Musiker beziehen Stellung

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Die französische Band Ma Valise hält dem KuKuC seit vielen Jahren die Treue und hat in Ottersberg ein immer wieder begeistertes Stammpublikum.

Ottersberg - „Ma Valise“ heißt auf Deutsch „mein Koffer“ – und so einen symbolischen Reisebegleiter, gefüllt mit allerlei Souveniers haben die Musiker der französischen Band Ma Valise auf ihren Touren immer dabei.

Neugierige dürfen reinschauen, darin herumstöbern, Eintrittskarten, Fahrkarten, eine Sonnenbrille, einen Kompass, Kugelschreiber, Ansichtskarten oder Aspirin entdecken, alles, was man auf einer Reise so zusammenträgt.

Die Band aus dem kleinen verschlafenen Ort Clisson nahe Nantes war jetzt einmal mehr Gast der Ottersberger Kulturinitiative KuKuC, die derzeit aus Mangel an eigenen Räumlichkeiten ihre Zelte im Schützenhaus Kreuzbuchen aufgeschlagen hat. Bei hochsommerlichen Temperaturen hielten sich die Gäste zunächst im Freien auf und als die ersten Songs erklangen, wurde auch draußen zu der mitreißenden Musik getanzt.

„Warm ups“ brauchten die fünf Musiker, die sich schon aus Kindergartenzeiten kennen, nicht. Sie zauberten Melodien aus ihrem fliegenden Koffer, der wie bei all ihren Konzerten randvoll mit musikalischen Stilen gepackt war. Afro, Latin, Balkan, ReggaeSka, gefühlvolle Chansons, die Musiker präsentierten den Ottersbergern ein Feuerwerk aus Songs, die augenblicklich eine Feten-Stimmung aufkommen ließ, bei der nur wenige auf ihren Stühlen sitzen blieben.

In einem charmanten Mix aus Deutsch, Französisch und Englisch wurden die Stücke angesagt, die aus den unterschiedlichsten Alben stammten. Schlagzeug, Akkordeon, Gitarre und Bass, dazu ein überschäumend lebensfroher Gesang rissen das Publikum mit, so wie man es in Ottersberg von Ma Valise gewohnt ist. Einflüsse vom Balkan, afrikanische Akzente, südfranzösischer Folk, wie er auf ihrem 2014 erschienenen Album „Travellings“ zu hören ist, kam beim Publikum bestens an, vor allem, als sich der Gitarrist mit seinem Instrument unter die tanzenden Gäste mischte.

„Wir schreiben unsere Songs natürlich selbst und lassen darin Dinge einfließen, die wir selbst erlebt haben. Auf unseren Konzertreisen geht es immer sehr turbulent zu und wir lieben den direkten Austausch mit unseren Fans. Wir wollen eine politische Gewichtung in unseren Liedern. Wir beziehen Stellung und verbrüdern und mit den Mittellosen und Vertriebenen dieser Welt“, erklärte Jean, der Akkordeonspieler, in der Pause.

„Le Chant des Sans“ erzählt so von den illegalisierten Menschen in Frankreich, von ihren sozialen Problemen. „Kinshasa“ von einem kleinen Jungen aus dem Kongo, von dessen Versuch in die Festung Europa zu gelangen. Es erzählt von der gefährlichen Reise ohne Eltern, von Hunger und Heimweh. Die durchaus ernsten Texte versteckten sich ein wenig hinter den fröhlichen und mitreißenden Melodien und Rhythmus.

kr

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