Im Wümmeraum wird die Ausstellung „Moor“ eröffnet / Bedrohte Biotope im Fokus

Einzigartige Landschaften

Torfstich im Quelkhorner Moor. - Foto: Klaus Rohmeyer

Fischerhude - Moore sind einzigartige Biotope und schützenswert als große Kohlenstoff- und Wasserspeicher und als Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Im Leben der Menschen in Fischerhude und umzu spielte das Moor immer schon eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund rückt die neue Ausstellung im Wümmeraum der Stiftung Heimathaus in Buthmanns Hof in Fischerhude das Moor in den Blickpunkt des Betrachters – sie soll die Neugierde für die Einzigartigkeit dieser Landschaft wecken und Wissenswertes vermitteln. Die Ausstellung „Moor“ wird am kommenden Samstag, 18. Juni, um 16 Uhr in Buthmanns Hof eröffnet und ist bis zum 21. Mai 2017 zu sehen. Spannende Exkursionen und Vorträge begleiten die Präsentation übers Jahr.

Eine Einführung in das Thema gibt den Eröffnungsgästen Dr. Jochen Bertzbach, früherer Ortsbürgermeister und Vater der Renaturierung des Quelkhorner Moors. Grußworte des Stiftungsvorsitzenden und Bürgermeisters Horst Hofmann und Gesang von Tobias Bertzbach, begleitet von seinem Sohn Lennard am Klavier, runden die Eröffnungsfeier ab. Ab Sonntag ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten dienstags bis samstags von 14.30 bis 17.30 Uhr und sonntags von 11.30 bis 17.30 Uhr zu sehen.

Niedersachsen ist das moorreichste Bundesland – von den einstigen großen Moorflächen sind heute aber nur noch 5  % erhalten. Im Landkreis Verden gibt es noch vier relativ intakte Moorgebiete: in Ottersberg, Quelkhorn, Verden und Kirchlinteln. Um die winterliche Pflege dieser Moore kümmern sich freiwillige Naturschützer. Diese Hochmoore, die ausschließlich von Niederschlagswasser gespeist werden und ein saures Milieu haben, sind extreme Lebensräume, denen sich nur wenige Pflanzen angepasst haben.

„Moore gehören heute zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen. Sie zu schützen, ist wichtig aus Gründen des Klimaschutzes und für den Erhalt selten gewordener Pflanzen und Tiere“, sagt Naturschützer Jochen Bertzbach.

Was das Moor ausmacht, vermittelt die gleichnamige Ausstellung in Buthmanns Hof – angefangen von der Entwicklungsgeschichte über die besondere Pflanzen- und Tierwelt bis zum wirtschaftlichen Aspekt, sprich Torfabbau und die Weiterverarbeitung als Brennmaterial und Streumittel für die Ställe.

„Auch heute beeinflusst das Moor mit seinen Besonderheiten unser Leben. Der globale Klimawandel schreitet voran und mit ihm die Freisetzung fossiler Kohlenstoffe in Form von CO2: Erdöl, Erdgas, Kohle und eben auch Torf. Durch weltweiten Torfabbau werden riesige Mengen von CO2 freigesetzt mit verheerenden Folgen für unser Klima“, heißt es in der Ausstellungsankündigung. Seit mehreren Jahren zeichne sich jedoch ein Umdenkungsprozess ab: „Naturschützer schließen sich zusammen, um die Schönheit und Besonderheit der Moorlandschaft wiederherzustellen, zu erhalten und zu pflegen. Auch für nachfolgende Generationen soll das Moor erleb- und erfahrbar sein.“

Über den gesamten Ausstellungszeitraum verteilt findet sich ein begleitendes Angebot, in dem das Thema Moor mit all seinen Facetten beleuchtet wird. Zum Auftakt gibt es am Montag, 27. Juni, eine abendliche Exkursion durch das Naturschutzgebiet Waller Moor. Treffen in wetterfester Kleidung ist um 17 Uhr am Landgasthaus Völkersen. Anmeldungen nimmt Jochen Bertzbach unter Telefon 04293-7490 entgegen. Weiter geht es am Sonntag, 21. August, von 11 bis 18 Uhr mit einem Tag der offenen Tür in Buthmanns Hof und dem schräg gegenüber liegenden Heimathaus Irmintraut: Hier finden sich im alten Schafstall Handwerkszeug, das einst zum Torfstechen benötigt wurde, und sogar eine Lore, mit der der Torf früher abtransportiert wurde. Gegen 15 Uhr wird am Aktionstag Schäfer Jörk Hehmsoth mit seiner Herde erwartet.

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