Einst mit Megaphon zur Spende aufgerufen

Seit 50 Jahren bieten Landfrauen Posthausen Spendetermine an

Das Team: Gesche Dodenhoff, Erika Blume, Ulrike Bruns, Anja Meitza-Behling, Manuela Meyer, Renate Siegmann, Hilde Stegmann, Simone Eilers und (liegend) Ute Meyer (v.l.). - Foto: Woelki

Posthausen - Von Tobias Woelki. Vor knapp 50 Jahren, am 1. Dezember 1967, passierte etwas Besonderes. Es war an einem Freitag. Die Beatles führten mit dem Song „All You Need Is Love“ die Deutschen Single-Charts an. Und: Weil sie aus Nächstenliebe Kranke und Bedürftige mit Blut versorgen wollten, richteten Posthausens Landfrauen im dortigen Schulgebäude ihren ersten Blutspendetermin aus.

Den Premierentermin initiierte Martha Müller, die viele Jahre in der Ottersberger Verwaltung arbeitete und die jedem Bürger mit ihrer Art Respekt einflößte, da sie jeden erst einmal aufmerksam musterte. Bei ihr gehorchten nicht nur Schuljungen. Für ihre Art war die Frau aus dem Hellweger Moor bekannt. Die Frau bewies auch Herz und schob das Blutspenden in Posthausen an.

„Martha Müller hat das Blutspenden begründet und Hildegard Voigts war viele Jahre immer dabei und hat geholfen“, berichtet Manuela Meyer, die seit 2007 das Blutspende-Team von zehn Damen im Ort leitet und stolz feststellt: „Auf mein Team kann ich mich verlassen.“

Und wie sah es früher aus? „Damals, so wurde mir erzählt, haben die Landfrauen in den ersten Jahren mit einem Megaphon zum Blutspenden eingeladen. Mit einem Bus sind sie durch den Ort gefahren und haben lautstark die Spendeaktion beworben“, schmunzelt Manue-

In fünf Jahrzehnten mehr als 1900 Spender

la Meyer. Heute gibt es andere, stimmenschonendere Möglichkeiten der Werbung. Martha Müller organisierte das Blutspenden bis Ende der 80er Jahre und übergab die Aufgabe an Anni Bruns, die wiederum 2007 den Staffelstab an Manuela Meyer übertrug. „Seit Jahren bieten wir zwei Blutspende-Termine an: einen in den Osterferien, den anderen in den Herbstferien. Dazu kommen in der Regel je Termin 90 Spender. Die Zahlen bleiben seit Jahren konstant.“

Und noch eine Zahl. „In den fünf Jahrzehnten haben mehr als 1900 Personen ihr Blut gespendet“, schildert Manuela Meyer. Und sie ergänzt: „Früher gab es nach dem Spenden zum Buffet belegte Brote. Das hat sich seit einigen Jahren geändert. Denn nun bieten wir unseren Spendern ein Buffet und heute am Jubiläumstag sogar noch eine Suppe an.“

woe

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