Zum Reformationsjubiläum ein Zeichen des Gedenkens

Eine Luther-Rose für Ottersberg

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Friedrich Bartels vom Kirchenvorstand, Geert Mehlhop, Vorsitzender des Fördervereins, und Frauke Vakilzadeh, Kirchenvorstandsvorsitzende, vor dem Kirchturm, den in Kürze eine Luther-Rose zieren wird.

Ottersberg - Vor 500 Jahren schlug Martin Luther seine Thesen an die Tür der Kirche zu Wittenberg und begründete damit die Reformation, die die gläubige Welt Europas verändern sollte. Das Jubiläum nehmen die Christophorus-Kirchengemeinde Ottersberg und deren Förderverein zum Anlass für ein besonderes und umfangreiches Gedenken an Luther.

Höhepunkt der Veranstaltungsreihe ist die Enthüllung einer Luther-Rose, gehauen aus Obernkirchener Sandstein, die derzeit in der Steinbildhauerwerkstatt Spieler ihren letzten Schliff bekommt. In der 43. Woche wird das Objekt von den Steinmetzen in seinem quadratischen Format von 110 Zentimetern am Kirchturm verankert. Am 27. Oktober um 18 Uhr erfolgt die feierliche Enthüllung mit einem anschließenden Gottesdienst in der Kirche.

Luther-Rosen gibt es in vielen Kirchengemeinden in verschiedenster Ausgestaltung. Dieses Symbol mit Luthers Lebensdaten in einer wertvollen Steinmetzarbeit am Turm der Ottersberger Kirche anzubringen bedurfte einer Genehmigung des Amtes für Denkmalpflege. Auf die Original-Farbgebung soll allerdings verzichtet werden. „Die Farbe würde in ein paar Jahren verwittert sein und unschön aussehen, deshalb beschränken wir uns auf den Sandstein“, sagt Geert Mehlhop, Vorsitzender des Fördervereins, der die Kosten für das Projekt übernimmt und auch Ideengeber ist.

Auslöser war ein Besuch in der Apensener Kirche bei Stade: Dort sind die zehn Gebote in Stein gehauen und mahnen die Besucher, ein gottesfürchtiges Leben zu führen. „So eine Arbeit wird Generationen überdauern. Ich denke mal 300 Jahre weiter, dann sind wir alle schon nicht mehr, aber die Luther-Rose wird es noch geben. Das finde ich persönlich sehr tröstlich und auf die Zukunft ausgerichtet“, so Mehlhop.

Open-Air-Kino im Pfarrgarten

Vor dem abschließenden Akt der Enthüllung gibt es im Pfarrgarten zum Reformationsjubiläum ein Open-Air-Kino im Pfarrgarten. Ein Leipziger Wanderkino zeigt auf einer Leinwand, die auf einem alten Feuerwehr-Einsatzwagen montiert ist, den Film „Luther – ein deutscher Reformator“, einen Stummfilm von 1927 mit Tobias Rank (Klavier) und Gunthard Stepan (Violine). 

Dieser überhaupt erste Lutherfilm lagerte lange im Bundesfilmarchiv und wurde mit Mitteln der EKD aufwendig restauriert. Auf Erlass des Bischofs von Regensburg war er in den 1920er Jahren sogar verboten. Der Film erfuhr nun eine wohlwollende Wiederentdeckung. Er reduziert sich weitgehend auf das Ablassthema und beeindruckt durch die filmische Verarbeitung der Eindrücke, die Luther auf seiner Romreise gewinnt. Mit Klavier und Geige wird die Dramatik untermauert. Im Pfarrgarten soll die Aufführung mit einem fröhlichen Beisammensein bei Saft und Wein eingeläutet werden.

Die dritte Veranstaltung zu Ehren des Reformators startet am Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr in der Christophorus Kirche und lässt die Frauen zu Luthers Zeiten zu Wort kommen. Tischreden der Katharina Luther stehen als Kammerspiel mit der Schauspielerin Elisabeth Haug auf dem Programm. In einem Ein-Frau-Schauspiel setzt sich die Darstellerin intensiv und spirituell mit dem Wirken der Frau an Luthers Seite auseinander und versucht dabei eine sensible Annäherung an das reformatorische Gedankengut.

kr

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