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Eine Kerzenlänge Frieden in Ottersberg

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Von: Petra Holthusen

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Pastorin Wiebke Ridderskamp
Pastorin Wiebke Ridderskamp (Mitte) teilt mit anderen eine Kerzenlänge Frieden. © Holthusen

Teile der Befürworter und Gegner staatlicher Corona-Schutzmaßnahmen sind im Glaubenskrieg. Das Gegeneinander ist unerbittlich, unversöhnlich; der Ton ist rau, die Stimmung aufgeheizt. „Ich leide unter dieser Spaltung. Viele leiden darunter“, sagt Pastorin Wiebke Ridderskamp. Zusammen mit anderen Menschen setzt sie in ihrer Ottersberger Kirchengemeinde ein Zeichen für einen friedlichen Umgang.

Immer freitags zum Glockengeläut um 18 Uhr entzünden sie vor der Christophorus-Kirche Kerzen und sprechen das Friedensgebet von Franz von Assisi. Zum Auftakt fanden sich am Abend etwa 20 Gleichgesinnte ein. Wind und Regen verwehten zwar die Kerzenflammen, nicht aber die bittenden Worte: „....dass ich Liebe übe, wo man sich hasst; dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt; dass ich verbinde da, wo Streit ist...“. Bis Ostern will die Pastorin jeden Freitagabend zu einer „Kerzenlänge Frieden“ einladen. Weil, so Ridderskamp, „trotz verschiedener Ansichten die Mitmenschlichkeit und Solidarität stets Mittelpunkt der Gesellschaft bleiben sollten“. Dazu will sie mit ihrer Kirche beitragen: „Das ist unsere Stärke.“

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