Otterstedter See weist gute bakteriologische Werte auf

Eine Idylle zum Nulltarif – aber mit Schutzbedürfnis

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Idylle mit Schutzbedarf: der Otterstedter See, im Sommer auch ein beliebtes Badegewässer.

Otterstedt - „Die bakteriologische Beschaffenheit des Badewassers entsprach zurzeit der Probenahme den Anforderungen der Badegewässerverordnung.“ Kurz und schmerzlos bescheinigt das der Fachdienst Gesundheit und Umweltmedizin des Landkreises Verden dem Flecken Ottersberg für seinen Otterstedter See nach der jüngsten Untersuchung Ende Juni.

Auch dieses Jahr weist der idyllische Pastorensee in Otterstedt als beliebtes Badegewässer gute Werte auf und kann unbedenklich für das sommerliche Badevergnügen angesteuert werden.

Regelmäßige Untersuchungen von Mai bis September

Strand- und Badespaß am Ostufer sowie Natur und Idylle ringsum bietet der Otterstedter See Familien zum Nulltarif. Der sogenannte Pastorensee, 4,5 Hektar groß und mit einer maximalen Tiefe von elf Metern, ist einer von vier im Landkreis Verden zugelassenen Badeseen. Zwischen dem 15. Mai und dem 15. September werden die Seen regelmäßig alle vier Wochen vom Umweltlabor des Fachdienstes Gesundheit und Umweltmedizin bakteriologisch untersucht. Am 30. Mai wies das Badewasser des Otterstedter Sees folgende Werte auf: Escherichia coli: 53 Koloniebildende Einheiten (KBE) in 100 Millilitern (Grenzwert: 1800); Enterokokken: 2 KBE (in 100 ml/ Grenzwert: 700). Einen Monat später sind die Werte gestiegen (Escherichia coli: 65 statt 53 KBE, Enterokokken: 34 statt 2), liegen aber immer noch Lichtjahre entfernt von den Grenzwerten. Die Wassertemperatur wird mit 20,7 Grad Celsius angegeben, die Färbung als normal, das Algenwachstum als unauffällig.

Escherichia coli und intestinale Enterokokken sind Indikatorbakterien bei der Überwachung von Badegewässern nach hygienisch-mikrobiologischen Gesichtspunkten. Sie gelangen mit Krankheitserregern über fäkale Einträge in die Gewässer. Dabei sind die Indikatoren selbst in der Regel harmlose Bewohner des menschlichen Darms. Aber die durch sie angezeigten Krankheitserreger sind in den Gewässern je nach Bedingungen eine Zeit lang überlebensfähig. „Bei Überschreitung definierter Konzentrationen dieser Indikatoren wird die Präsenz von Krankheitserregern fäkaler Herkunft in Konzentrationen angenommen, die die Gesundheit badender Personen gefährden“, erläutert das überwachende Umweltlabor.

Die Ergebnisse der letzten Jahre weisen für den Otterstedter See eine sehr gute bis befriedigende bakteriologische Badegewässerqualität aus“, bestätigt der Fachdienst Gesundheit und Umweltmedizin. Von bedenklichen Konzentrationen sind laut Behörde alle vier Badeseen im Landkreis Verden weit entfernt – die besten bakteriologischen Wasserwerte der vier regelmäßig untersuchten Badeseen hat übrigens aktuell der Oyter See.

Kritisches Augenmerk auf Algenwachstum

Das kritische Augenmerk von Rat und Verwaltung des Fleckens Ottersberg liegt seit Jahren weniger auf den Kolibakterien im Wasser als vielmehr auf dem Algenwachstum in dem 12 000 Jahre alten Schmelzwassersee. Vor Jahren erreichte das Blaualgenwachstum in dem nährstoffüberfrachteten See derartige Ausmaße, dass er als Badegewässer wegen gesundheitlicher Bedenken zwischenzeitlich gesperrt werden musste. 

Die starke Nährstoffanreicherung mit sauerstofffreiem Tiefenwasser geht auf die Zeit vor 1975 zurück, als die rund um den See liegenden Wochenendhäuser noch nicht an eine Abwasserkanalisation angeschlossen waren und die Abwässer in den See gelangten. Eine von der Gemeinde 2006 initiierte Gewässersanierung und von den Anwohnern in den vergangenen Jahren umgesetzte Verhaltensmaßnahmen sorgten für eine Wieder-Verbesserung der Gewässerqualität.

Aber: „Bei den regelmäßigen Untersuchungen des Seewassers wurde in den letzten Jahren festgestellt, dass der Nährstoffgehalt langsam wieder steigt“, informiert das Bauamt der Gemeinde. Um jedoch den See in seiner Qualität zu erhalten, müssten Nährstoffeinträge dringend vermieden werden. 

In einer Broschüre appelliert die Gemeinde Ottersberg deshalb an alle Nutzer – egal ob Spaziergänger, Anwohner, Badegast oder Angler – ihren Beitrag zur Erhaltung des Naherholungsgebiets Otterstedter See zu leisten. Zum Beispiel, indem sie nicht ins Wasser urinieren und vor dem Baden die Außendusche benutzen, keinen Müll liegen lassen, Hunde und Pferde nicht an den Strand und ins Wasser lassen, Vögel und Fische nicht füttern sowie als Anwohner keine organischen Abfälle lagern, auf Dünger im Garten verzichten und das Regenwasser nicht in den See leiten.

pee

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