Quelkhorner Landwirt kritisiert Trinkwasserverband

Ebbe in der Kuhtränke

Heiko Gieschen gibt dem Trinkwasserverband die Schuld an den seit Wochen nur spärlich gefüllten Tränken für seine Kühe. - Foto: Woelki

Quelkhorn - Von Petra Holthusen. 245 Milchkühe hält Landwirt Heiko Gieschen im Boxenlaufstall am Kambrucher Weg in Quelkhorn. Und die Tiere lechzen nach Wasser. 120 bis 150 Liter braucht jede Kuh am Tag – vor allem in Hitzeperioden wie dieser. „Aber unsere Kühe“, so Gieschen, „kriegen nur 85 bis 89 Liter.“ Mehr läuft buchstäblich nicht in den automatisierten Tränken. Denn der Versorgungsdruck der Wasserleitung sei von 5 bar auf unter 2 bar abgefallen: „Und das geht seit Wochen so.“

Dafür macht Gieschen den Trinkwasserverband Verden verantwortlich, der zurzeit in Quelkhorn entlang der Landstraße planmäßig sein Leitungsnetz erneuert und für die Baumaßnahmen die Wasserführung verändert hat.

Seit dem 23. August sei der Versorgungsdruck dramatisch gesunken, so Gieschen – und seitdem streitet der Landwirt mit Mitarbeitern des kommunalen Trinkwasserversorgers über die Wiederherstellung einer vernünftigen Wasserversorgung.

„Heute morgen hatten wir 1,2 bar – an Duschen war da nicht zu denken“, so Gieschen gestern. Bedrohlich sei die Situation inzwischen für seine unter Wassermangel leidenden Milchkühe: „Die Tiere sind gestresst, geben weniger Milch und kriegen womöglich Zysten an den Eutern.“ Der Landwirt fürchtet ernsthaft um die Gesundheit seiner Kühe – existenzielle Grundlage seines Betriebs.

Vom kommunalen Trinkwasserverband fühlt sich Gieschen nach drei Wochen einfach nur „im Stich gelassen“. Zwar sei bei ihm ein Druckschreiber zur Kontrollmessung aufgebaut worden – „aber ein uraltes Gerät mit verkehrt eingestellten Uhrzeiten, das Tag- und Nachtwerte vertauscht“. Wenn er könnte, sagt Gieschen, würde er den Anbieter wechseln. Könne er ja aber nicht.

Der vorgeschriebene Versorgungsdruck von 2 bis 4 bar werde während der Bauarbeiten aufrecht erhalten, wehrt sich Stefan Hamann, Geschäftsführer des Trinkwasserverbandes Verden. Allerdings gebe es aufgrund einer genutzten Notleitung große Druckschwankungen und dadurch Probleme bei Anlagen, die konstant hohen Druck bräuchten, räumt Hamann auf Nachfrage ein. 

Aber in Höhe des Kambrucher Wegs sei es aufgrund räumlicher Enge unmöglich, die neue Leitung einfach wie üblich neben die alte zu legen und später umzustöpseln. Hier habe die alte Leitung abgeklemmt und die Notversorgung über eine andere – kleinere – Leitung sichergestellt werden müssen. Das sei jedoch vorübergehend. „Allerdings sprengen drei Wochen den zeitlichen Rahmen. Das haben wir uns vorzuwerfen, und das tut uns auch leid“, so Hamann. 

Am Mittwoch habe aufgrund des Baufortschritts noch eine neue Leitung in Betrieb genommen werden können, so dass auch der Betrieb Gieschen wieder mit mehr Konstanz beim Wasserdruck rechnen könne. Und nach Abschluss der ganzen großen Baumaßnahme werde „alles so wie vorher“.

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