Otterstedter Kumpanei brilliert

Dreekönigspeel: Mal heiter, mal unheimlich

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Die Heiligen Drei Könige und der Erzengel Gabriel bannten die Zuschauer in der Otterstedter Kirche.

Otterstedt - Weltpremieren erlebt das Dorf Otterstedt eher selten. Am Samstagabend aber gab es ein Ereignis dieser Art zu bestaunen: Die Otterstedter Kumpanei, die sich der Aufführung der dreiteiligen Oberuferer Weihnachtsspiele verschrieben hat, zeigte unter großem Publikumsinteresse in der St.-Martins-Kirche erstmals den dritten und letzten Teil der Oberuferer Trilogie – das Dreikönigsspiel, und zwar in einer selbstgeschriebenen plattdeutschen Version.

Ein wahrhaft bedeutsames Ereignis, für das das Ensemble um Spielleiter Manfred Seeger nicht nur lange geprobt, sondern in dessen Realisierung es auch viel, viel Vorarbeit gesteckt hatte – denn die Übersetzung der überlieferten Texte aus dem 16. Jahrhundert aus dem Donauschwäbischen ins Plattdeutsche hatte den Akteuren große Mühen abverlangt.

Wie sehr sich die Arbeit gelohnt hat, zeigte sich am Welturaufführungsabend des „Dreekönigspeels“, als die Kumpanei ins Kirchenschiff einzog und unter den gespannten Blicken des Publikums die Bühne im Altarraum betrat. Prächtige Kostüme, eine aufwendige Maske, die weihnachtlich-festliche Ausschmückung der Kirche, aber auch die Besetzung des historischen Stücks – all das versprach ein ungewöhnliches Erlebnis. Der Erzengel Gabriel (Meta Burfeindt), die Heiligen Drei Könige Melchior (Jochen Bertzbach), Balthasar (Tobias Bertzbach) und Kaspar (Piet Tietjen) sowie Herodes (Peter Voigt), Maria (Marie Luise Siebels), Josef (Erich Rosenbrock) und die anderen Darsteller – wobei der Teufel in Gestalt von Lena Geidner daherkam – zogen in die Kirche ein. Feierlich angekündigt von Annegret Rugen, die auf Platt darauf hinwies, dass die Realisierung dieses Schauspiels ein Herzenswunsch von Manfred Seeger gewesen sei und die Komplettierung der dreiteiligen Oberuferer Weihnachtsspiele auf Plattdeutsch in Otterstedt darstelle, war es Lotti Appel, die den Einzug mit Musik begleitete.

Zuerst waren es die Hirten, die die Christgeburt wahrnahmen. Sie kamen vom Feld gelaufen und verbreiteten die Nachricht, die schließlich auch die Könige auf den Plan rief. Mit ihrem Gefolge eilten sie nach Bethlehem, mussten aber bei König Herodes vorsprechen, der Auskunft über ihre Anwesenheit verlangte und später den Kindermord plante. Die Dialoge, die sich dabei entspannen, gestalteten sich für hochdeutsche Ohren ein wenig sperrig. Die Handlung, mal heiter, mal unheimlich, insbesondere wenn der schwarzgekleidete Teufel als Verkörperung des Bösen über die Bühne huschte und als Zeichen seiner Verachtung die Zunge weit herausstreckte, bot eine lebendige Umsetzung des mittelalterlichen Mysterienspiels.

kr

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