Otterstedter Initiative bereitet mit vielen Helfern Eröffnung für Ende Januar vor

Dorfladen auf der Zielgeraden

Wer will fleißige Helfer seh'n, der muss mal zu Bergstedt geh'n... In Eigenleistung hat die Dorfladen-Initiative in den vergangenen Monaten die Geschäftsräume für die Sanierung entkernt. Zurzeit nehmen die Freiwilligen das alte Pflaster vor dem künftigen Dorfladen auf, dessen Eingang barrierefrei gestaltet wird und der Ende Januar fertig eingerichtet sein soll.
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Wer will fleißige Helfer seh"n, der muss mal zu Bergstedt geh"n... In Eigenleistung hat die Dorfladen-Initiative in den vergangenen Monaten die Geschäftsräume für die Sanierung entkernt. Zurzeit nehmen die Freiwilligen das alte Pflaster vor dem künftigen Dorfladen auf, dessen Eingang barrierefrei gestaltet wird und der Ende Januar fertig eingerichtet sein soll.

Otterstedt – Die alten Tapeten sind von den Wänden, frische Dielen liegen auf dem Boden, neue Rohre und Leitungen sind verlegt. Kurzum: Der Verkaufsraum im Hause Bergstedt ist kernsaniert und startklar für die Neumöblierung als Dorfladen, den Otterstedter Einwohner ab dem neuen Jahr in Eigenregie betreiben wollen. Vor dem ehemaligen Kaufhaus und künftigen Dorfladen Bergstedt nehmen Helfer gerade das alte Pflaster auf, und neben dem traditionsreichen Geschäftsgebäude an der Hauptstraßen-Kreuzung wird ein Parkplatz gebaut.

An die 250 Arbeitsstunden haben 37 Freiwillige bisher in vorbereitende Aufräum- und Abrissarbeiten investiert, berichtet Dietmar Plath, der für das Dorfladen-Projekt die Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Ungezählt sind die Arbeitsstunden des 18-köpfigen Organisationsteams, das die Inneneinrichtung des Ladens samt neuen Kassen- und Kühlsystemen, das Sortiment mit Schwerpunkt auf „bio und regional“ und die Personalstruktur plant. Der angepeilte Eröffnungstermin im Dezember entpuppte sich jedoch als zu sportlich, „aber bis Ende Januar wird der Ausbau des Ladens fertiggestellt sein“, sagt Plath.

Wenn ihr Dorfladen dann öffnet, erwartet die Otterstedter eine Auswahl an frischen Backwaren, Molkereiprodukten, Obst und Gemüse, Wurstwaren, Getränken und weiteren Artikeln des täglichen Bedarfs. Das Ambieten sollen einige Accessoires aus dem alten Kaufhaus bereichern – etwa das legendäre Wolle-Regal. Das i-Tüpfelchen soll ein integriertes Café werden – als geselliger Treff für den dörflichen Austausch, sobald Corona es erlaubt, aber auch mit dem Angebot frisch geschmierter Brötchen samt einem Becher Kaffee zum Mitnehmen auf dem Weg zur Arbeit.

Am 22. August war der letzte Verkaufstag im 1884 gegründeten und seitdem familiengeführten Kaufhaus Bergstedt, und das Dorf verabschiedete Heino (85) und Monika (79) Bergstedt nach vielen Jahrzehnten hinter dem Tresen in den Ruhestand. Zwei Tage nach Ende dieser Ära begann das große Auf- und Ausräumen in dem Laden, für dessen Weiterbestehen sich schon im April 2019 engagierte Einwohner in einer genossenschaftlich ausgerichteten Unternehmergesellschaft (UG) zusammengeschlossen hatten.

Mehr als 300 Gesellschafter haben bis heute rund 100 000 Euro Eigenkapital eingebracht. Der aktive Kern um den ehrenamtlichen UG-Geschäftsführer Rainer Hinrichs, der auch Otterstedter Ortsbürgermeister ist, plante mit professioneller Unterstützung Kauf, Sanierung, Einrichtung und Betrieb des künftigen Dorfladens, warb unermüdlich um Fördergelder und Unterstützer – damit das Dorf seinen Laden behält und die Otterstedter ihren Grundbedarf weiter zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen können. Das von den Teilhabern eingezahlte Kapital, eine Förderung durch das Land Niedersachsen in Höhe von 200 000 Euro und ein Darlehen ermöglichen die Finanzierung des Projekts. Auf 600 000 Euro belief sich zuletzt die Kostenkalkulation.

Das Vorhaben ist ehrgeizig und „der Kostendruck hoch“, sagt Plath. Deshalb sollte und soll so viel wie möglich in Eigenleistung gewuppt werden. Das klappt: „Jeder macht das, was er kann, und bringt dafür sein eigenes Werkzeug mit.“ Die Eigenleistungen erstreckten sich bisher neben dem Ausräumen auf den Abbruch alter Mauern und Fundamente, das Rausreißen von Fußböden, den Abriss von Tapeten, Malerarbeiten im Keller und das Aufnehmen der alten Pflastersteine. Beiratsmitglied Berthold Röhlmann organisiert den Einsatz der freiwilligen Helfer und kann bedarfsweise aus einem beachtlichen Pool schöpfen.

Besonders freut sich die Dorfladen-Initiative über das Engagement örtlicher Handwerker und Bauunternehmer, die sich trotz voller Auftragsbücher um die Ausführung der An- und Umbauarbeiten bewarben und nach Plaths Schilderung neben guten Konditionen auch mit Herzblut für das Dorfladen-Projekt bei der Sache sind. Alle Aufträge gingen an Firmen aus dem Flecken Ottersberg: Kahrs Holz & Bau, Kegel GaLa-Bau, Haustechnik Bahrenburg, Elektro Rugen, Raumgestaltung Bischoff, Dachdecker Bösch, Lohn- und Fuhrunternehmen Huhs, Tischlerei Buntholz.

Parallel zu den Bauarbeiten laufen die Sortiments- und die Personalplanung für den Dorfladen: „Da die Öffnungszeiten erweitert werden sollen, wird zusätzlich zu den bisher beschäftigten Angestellten sicher noch mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter auf 450-Euro-Basis eingestellt werden müssen“, sagt Plath.

Info und Kontakt

Wer sich für eine Mitarbeit im Dorfladen interessiert, kann per E-Mail an rainer.hinrichs@dorfladen-otterstedt.de Kontakt aufnehmen. Wer als ehrenamtlicher Helfer bei Aufbau, Einrichtung und Organisation mit anpacken möchte, kann sich per E-Mail an helfer@dorfladen-otterstedt.de registrieren lassen. Informationen zum Dorfladen und ein Bautagebuch sind im Internet unter www.dorfladen-otterstedt.de nachzulesen.

Von Petra Holthusen

Neben dem ehemaligen Kaufhaus und künftigen Dorfladen Bergstedt steht bereits der neue Anbau für ein Lager und Toiletten. Für den Bau eines Parkplatzes „mussten leider Bäume gefällt werden“, bedauert die Dorfladen-Unternehmergemeinschaft.
Nachdem der alte Laden ausgeräumt war, rissen die freiwilligen Helferinnen und Helfer die Tapeten von den Wänden und den Belag vom Boden.

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