1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Verden
  4. Ottersberg

Dirk Gieschen fehlen nur elf Stimmen zur Landtagskandidatur

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Petra Holthusen

Kommentare

Dirk Gieschen
Jackett aus, Ärmel hoch: Als „Mann der Tat“, der als Landwirt, Unternehmer und Vater mitten im Leben stehe, präsentierte sich Dirk Gieschen bei der Wahlkreismitgliederversammlung der CDU. Nur elf Stimmen fehlten ihm am Ende für die Nominierung als Landtagskandidat. Die CDU schickt erneut MdL Eike Holsten (r.) ins Rennen. © Krüger

Ottersberg/Oyten – Am Tag danach war Dirk Gieschen keineswegs enttäuscht: „Ich bin stolz wie Bolle auf meine 263 Stimmen.“ Nur elf Stimmen fehlten dem 53-jährigen Ottersberger CDU-Chef und Kommunalpolitiker am Freitagabend zur Nominierung als Landtagskandidat seiner Partei. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 51,02 Prozent entschieden sich die CDU-Mitglieder im Wahlkreis 53, erneut den Rotenburger Landtagsabgeordneten Eike Holsten bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag am 9. Oktober ins Rennen um das Direktmandat zu schicken (wir berichteten kurz). Mit dem hemdsärmeligen Landwirtschaftsmeister aus Quelkhorn hatte es der 38-jährige Berufspolitiker jedoch mit einem starken Herausforderer zu tun.

Fast 1100 CDU-Mitglieder im Landtagswahlkreis 53 Rotenburg, dem bei der Wahlkreisreform dieses Jahr die Gemeinden Ottersberg und Oyten zugeschlagen worden waren, waren zur Nominierung ihres Landtagskandidaten aufgerufen. 537 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch – und bestätigten mit 274 zu 263 Stimmen Mandatsinhaber Holsten.

Vor dem Wahlgang hatten die beiden Kandidaten Gelegenheit, sich mit zwölfminütigen Bewerbungsreden in der Mitgliederversammlung im Mulmshorner „Heidejäger“ zu präsentieren. Auf die Wahlentscheidung dürfte das kaum noch Einfluss gehabt haben. Denn es gingen später weit mehr CDUler an die Urnen als zuvor Besucher die Veranstaltung im Saal und im Livestream verfolgt hatten. Eines der Wahllokale war eigens für die Christdemokraten aus Ottersberg und Oyten in einem Zelt am Gemeindezentrum Bassen eingerichtet worden. Weit mehr als die Hälfte der 282 stimmberechtigten Parteimitglieder aus den zwei Gemeinden machten hier ihr Kreuzchen.

Den parteiinternen Wahlkampf hatte Gieschen mit hohem persönlichen Einsatz geführt und dabei unter anderem 180 neue Mitglieder für die CDU mobilisiert. „Wichtig ist mir, dass die Neumitglieder in der Partei bleiben, damit wir zusammen etwas erreichen“, sagt Gieschen. Sein politischer Schwerpunkt ist und bleibt die Wertschätzung und Stärkung der Agrarwirtschaft: „Die Landwirtschaft braucht verlässliche und machbare Regeln.“

Bei seiner Bewerbung um die Landtagskandidatur sei es ihm darum gegangen, „der Landwirtschaft eine neue Stimme in Hannover zu geben“, betont Gieschen. Als Vater, Bauer und Unternehmer stehe er mitten im Leben und wäre „der bessere Kandidat als ein Berufspolitiker“ gewesen, meint er. Die Mehrheit der CDU habe sich nun für „den zweitbesten Kandidaten“ entschieden. Angesichts der personellen und organisatorischen Übermacht der Rotenburger CDU sowie der von Gieschen erklärtermaßen vermissten Unterstützung durch den CDU-Kreisverband Verden betrachtet er sich dennoch als den „eigentlichen Gewinner“ der parteiinternen Kampfabstimmung: Das Ergebnis gebe ihm politisch, aber „vor allem als Mensch Rückenwind“.

Ein neues politisches Ziel will Gieschen nach dem knappen Scheitern seiner Landtagsambitionen nicht für sich formulieren. Er konzentriert sich weiter auf seine kommunalpolitische Arbeit im Gemeinderat und Kreistag sowie in der Organisation „Land schafft Verbindung“.

Selbstverständlich werde er den Wahlkampf von Eike Holsten, der bei der Landtagswahl im Oktober sein Direktmandat gegen SPD-Bewerber Tobias Koch aus Fintel verteidigen will, unterstützen, sagt Gieschen. Was er von Holsten jetzt erwartet, gab der Quelkhorner seinem parteiinternen Kontrahenten noch am Freitagabend unverblümt mit auf den Weg: „Reiß dir den Arsch auf, damit der Wahlkreis schwarz bleibt.“

Stimmenabgabe
Wie Wolfgang Mohr aus Quelkhorn (r.) gaben viele der 282 wahlberechtigten CDU-Mitglieder aus Ottersberg und Oyten ihre Stimme im mobilen Wahllokal in Bassen ab. Vor dem Gemeindezentrum hatten die Christdemokraten ein Zelt aufgebaut, in dem der Wahlvorstand mit Hannah Schwarz-Kaschke, Hermann Ehlers und Bodo Becker (v.l.) die Parteifreunde durch den Urnengang lotste. © Holthusen

Auch interessant

Kommentare