Abriss von Wehr 5 im Südarm

Wümme auf Umwegen

Baggerarbeiten am Wümme-Südarm
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Für den Abriss von Wehr 5 im Wümme-Südarm muss die Baustelle trockengelegt werden. Dafür wird der Südarm eingedeicht, ein sogenannter Umfluter gebaut und der Fluss vorübergehend umgeleitet.

Ottersberg – Wanderfische und andere Flussbewohner sollen wieder freie Fahrt in der Wümme haben. Für die Durchlässigkeit und ökologische Aufwertung des Fließgewässers werden nach und nach an den alten Staubauwerken Sohlgleiten angelegt. Oder werden die Wehre sogar ganz abgebaut – wie jetzt im Wümme-Südarm zwischen Posthausen und Ottersberg. Bevor jedoch das Wehr Nr. 5, ein massives Bauwerk im Wasser, abgerissen werden kann, muss der Baustellenbereich trockengelegt, die Wümme also vorübergehend umgeleitet werden. Dafür wird gerade ein sogenannter Umfluter gebaut.

Das Wehr 5 befindet sich im Südarm kurz hinter der Abzweigung, an der sich die Wümme in Süd- und Nordarm teilt. Für die Umleitung „wird der Bereich des Südarms eingedeicht, sodass alles Wasser in den Nordarm fließt“, erklärt Carsten Puvogel, Verbandsvorsteher des Unterhaltungsverbandes Untere Wümme. 200 Meter weiter wird künstlich eine vorübergehende neue Verbindung zwischen den beiden Flüssen hergestellt, sodass der Südarm wieder mit Wasser versorgt wird und nicht trockenfällt. „Das wäre ja verheerend für den ganzen Lebensraum“, so Puvogel.

Ist dieser Umfluter betriebsbereit, wird der Baustellenbereich leergepumpt. Der Ottersberger Fischereiverein weiß schon Bescheid: „Die kommen dann und suchen die Pfützen nach Fischen ab, um sie behutsam umzusetzen“, berichtet Puvogel.

Voraussichtlich nächste Woche starten dann die eigentlichen Arbeiten für die Sohlgleite. „Die werden bis Oktober dauern“, schätzt Puvogel. Auftraggeber und Träger des Vorhabens ist die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Verden, die bei dieser Naturschutzmaßnahme mit dem Unterhaltungsverband Untere Wümme „Hand in Hand arbeitet“, wie Verbandschef Puvogel sagt.

Alle Beteiligten verfügen mittlerweile über allerhand Erfahrung in Sachen Sohlgleitenbau in der Wümme und haben schon bei mehreren Projekten dieser Art zusammengearbeitet. Das gilt auch für die mit der Planung betraute Ingenieurin Solveig Schnaudt vom Oytener Büro IDN und das ausführende Unternehmen Mittelweser-Tiefbau aus Warpe.

Wenn das Wehr 5 vollständig entkernt ist, legen die Fachleute eine insgesamt 290 Meter lange Sohlgleite im Wümme-Südarm an, die einen Höhenunterschied von 1,18 Meter abbaut und den Fluss für Fische in beide Richtungen passierbar macht. Geplant ist ein „Raugerinne in Störsteinbauweise“, wie es im Fachjargon heißt. Die sogenannten Störsteine sind nach Puvogels Worten „richtige Felsbrocken“, die nach einem ausgeklügelten System im Flussbett angeordnet werden und als natürliche Widerstände für Strömungsdiversität sorgen. So entstehen Zonen mit unterschiedlichen Fließgeschwindigkeiten und zudem an den natürlich geformten Gesteinsbrocken Schutzräume für Kleinfische.

Nach Abbau des für Fische und andere Flusslebewesen unüberwindlichen Wehrs 5 ist die Untere Wümme fast durchgehend barrierefrei. „Dann haben wir in unserem Verbandsgebiet nur noch Wehr 3 in der Bredenau in Fischerhude“, sagt Puvogel. Dort hofft er auf den Rückbau im nächsten Jahr.

Die Erd- und Bauarbeiten an Wehr 5 gehen aktuell mit viel Publikum über die Bühne. „Es sind jetzt in den Ferien viele Menschen an der Wümme unterwegs – und natürlich neugierig, wenn da irgendwo gebaggert wird“, schildert Puvogel. Das sei aber nicht ganz ungefährlich für die Schaulustigen, die sich ungeachtet rotierender Baggerschaufeln teils mitten auf die Baustelle wagten, die nicht habe abgesperrt werden können. „Es hat zum großen Schreck des Baggerfahrers schon einen Beinahe-Unfall gegeben“, berichtet Puvogel – und bittet Spaziergänger eindringlich, „Abstand von den großen Maschinen zu halten“.

Von Petra Holthusen

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