Update: 60 Prozent Haut verbrannt

Jugendliche hantieren mit Böllern: 18-Jähriger weiter in Lebensgefahr

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Silvesterböller

Fischerhude - Zwei Jugendliche hantieren am Donnerstag mit Feuerwerkskörpern - mit schrecklichen Folgen. Ein 18-Jähriger wird hierbei lebensgefährlich verletzt. 

Nach Angaben der Polizei Verden beschäftigten sich am Donnerstagabend zwei Jugendliche in einer Scheune an der Molkereistraße in Fischerhude mit explosiven Stoffen.

Update, 29. Dezember: Böller via Youtube-Video gebaut

Nach dpa-Informationen befand sich der 18-Jährige auch am Samstag noch in Lebensgefahr, erklärte ein Polizeisprecher aus Verden. Die drei Freunde hätten versucht, anhand einer Youtube-Anleitung einen Böller zu bauen.

Die Bastler nutzten dabei nach Polizeiangaben Utensilien wie ein Küchensieb oder eine Waage. Der selbstgebaute Böller zündete aber nicht wie geplant und 60 Prozent der Haut des 18-Jährigen verbrannten.

Feuerwehr mit Großaufgebot vor Ort

Gegen 21.45 Uhr wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei alarmiert, weil es an der Molkereistraße zu einem Brand einer Scheune gekommen sein soll. Vor Ort gelang es den Brandbekämpfern, die kurze Zeit später mit einem Großaufgebot vor Ort war, das Feuer in der betroffenen Scheune abzulöschen. Die Flammen hatten sich in dem Gebäude nur eng begrenzt verbreitet, ein nennenswerter Gebäudeschaden entstand letztlich nicht. 

Jugendliche verursachen mit Böllern Feuer

Tragisch hingegen sind die Folgen für die zwei Heranwachsenden, die nach bisherigem Ermittlungsstand hier das Feuer durch den Umgang mit Böllern und weiteren bislang unbekannten explosiven Stoffen verursacht hatten. 

Detonation führt zu lebensgefährlichen Verbrennungen

Offenbar führte das Hantieren mit den Substanzen zu einer Detonation, bei der ein 18-Jähriger lebensgefährliche Verbrennungen erlitt. Sein gleichaltriger Freund wurde leicht verletzt. Beide mussten mit Rettungswagen in Kliniken eingeliefert werden. Nach Beendigung der Löscharbeiten nahm eine spezialisierte Tatortgruppe der Polizeiinspektion Verden/Osterholz vor Ort die Ermittlungen auf. 

Die weiteren Ermittlungen, auch hinsichtlich des genauen Ablaufs und der explodierten Stoffe, hat das Polizeikommissariat Achim übernommen.

Das Hantieren mit explosiven Stoffen wurde am Donnerstagabend zwei 18-jährigen zum Verhängnis.

Knallende Gefahr: In diesen Städten gilt Silvester Böllerverbot

Polizei: Silvesterknaller selber basteln: Lebensgefährlich und strafbar

Nicht geprüfte und zugelassene Böller sind in Deutschland verboten, Besitz, Weitergabe und Abbrennen sind gemäß Sprengstoffgesetz strafbar. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 50.000 Euro. Darüber hinaus ist die Einfuhr ungeprüfter Feuerwerkskörper verboten. Sie stellt einen Verstoß gegen das Sprengstoff- und Zollrecht dar. 

Silvesterknaller selber basteln: Lebensgefährlich und strafbar

Wer Silvesterfeuerwerk selber herstellt, bringt sich in große Gefahr. Denn bei selbst hergestellten Feuerwerkskörpern können unter Umständen schon geringste thermische oder mechanische Einwirkungen zu einer Explosion führen. Sachbeschädigungen, aber auch schwerwiegende Körperverletzungen können die Folge sein. Jährlich sterben Menschen bei der Herstellung illegaler Sprengstoffe. 

Hinzu kommt, dass sich derjenige strafbar macht, der einen Sprengsatz beispielsweise anhand einer Anleitung aus dem Internet selbst herstellt. Solche Explosivstoffe (Selbstlaborate) unterliegen dem Waffengesetz und/oder dem Sprengstoffgesetz und gelten als Sprengvorrichtungen.

Bei entsprechenden Vergehen droht eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren. Strafbar ist ebenfalls das Herbeiführen einer Explosion. 

Nicht überall erlaubt: Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern 

Silvesterfeuerwerkskörper dürfen in Deutschland nur zum Jahreswechsel, vom 31. Dezember bis zum 01. Januar, gezündet werden. 

In manchen Gemeinden ist das Abbrennen der Böller nur zwischen 18.00 Uhr abends und 06.00 Uhr morgens erlaubt.

In einigen Innenstädten oder fest gelegten Bereichen ist das Zünden von Feuerwerkskörpern, z.B. wegen hoher Brandgefahr aufgrund von Reetoder Fachwerkhäusern, untersagt. 

In unmittelbarer Nähe von z. B. Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sind Feuerwerke generell verboten. 

Darüber hinaus können die Gemeinden das Abbrennen von Feuerwerk auch komplett verbieten. 

Silvesterfeuerwerk sicher nutzen 

Zugelassene Böller sind bei ordnungsgemäßem Gebrauch handhabungssicher, deshalb: Gebrauchsanleitung aufmerksam lesen und diese konsequent einhalten. 

Nur Feuerwerkskörper verwenden, die optisch keine Mängel erkennen lassen. Fehlgezündete Feuerwerkskörper und Blindgänger nicht wieder anzünden, sondern entsorgen.

Feuerwerkskörper nur auf ebenen und freien Flächen abbrennen.

Immer einen Schutzabstand von acht Metern zu Personen und Gebäuden einhalten. 

Sind an Feuerwerkskörpern Hilfsmittel zum sicheren Stand (z.B. Klappfüße) vorhanden, diese unbedingt nutzen.

Zum Abschuss von Raketen geeignete „Rampen“ (z.B. schwere Flaschen) verwenden. 

Äste, Balkone oder andere Hindernisse dürfen nicht in der Flugbahn der Feuerwerkskörper sein. 

Das Abbrennen von Feuerwerk in geschlossenen Räumen ist streng verboten. 

Funktioniert das Feuerwerk nicht, mindestens 15 Minuten warten und sich in dieser Zeit nicht nähern. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden. 

Entsorgung von abgebranntem Silvesterfeuerwerk 

Wer sich am Silvestertag mit Böllern am Feuerwerk beteiligt, ist verpflichtet, Straßen und Gehwege von den Resten zu säubern, wenn diese ausgekühlt sind. Sie können dann mit dem Hausmüll entsorgt w

Warum sind illegale Böller gefährlich?

Die ungeprüften Böller erfüllen nicht die vorgeschriebenen Sicherheitskriterien. Sie können beispielsweise vorzeitig explodieren. Außerdem sind sie im Gegensatz zu normalen Knallern oft anders zusammengesetzt: Sie enthalten Blitz-Knallkörper statt Schwarzpulver, die sie stärker und lauter knallen lassen. "Oft entsteht bei der Explosion ein enormer Schlag", so Christian Lohrer von der Bundesanstalt für Materialforschung, die in Deutschland für die Prüfung von Feuerwerkskörpern zuständig ist. Schwere Verletzungen wie ein Tinnitus im Ohr sowie Verbrennungen von Händen oder Gesicht können die Folge sein. Sogar Finger können von der Explosion abgerissen werden.

pol/hh/dpa

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