DEA-Pläne fürs Erste gestoppt

Druck muss sich jetzt gegen Politik richten

Ein Kommentar von Petra Holthusen. Gut und weit vernetzte bürgerliche Widerstandsbewegungen können enorme Wucht entfalten. Das zeigt die Initiative „NoMoorGas“ mit ihrem beeindruckenden Engagement und Erfolg.

Die DEA kriegt in dieser Region so schnell kein Bein mehr an die Erde, allein weil es kaum noch Boden geben dürfte, den sie betreten darf, geschweige denn beproben oder anbohren. Den Gasförderer in eine Moraldebatte über sein unternehmerisches Geschäftsfeld mit fossilen Brennstoffen verwickeln zu wollen, ist jedoch verschwendete Energie. An der Fleischtheke fragt auch niemand seinen Schlachter, warum er immer noch Wurst macht und nicht Tofu. 

Der Druck der Bürger muss sich jetzt gegen die Politik in Land und Bund richten, die den Rechtsrahmen zur Erdgasgewinnung festlegt und die per Gesetzgebung die Energiewende beschleunigen kann – oder eben auch nicht. Die Gemengelage widerstreitender Interessen mit Abbaurechten, wirtschaftlichen Strukturen, Erträgen für die klamme Staatskasse und Lobbyismus ist komplex – das dauert alles. 

Derweil dürfen wir als Energieverbraucher uns auch gern an die eigene Nase fassen. Wer gegen Erdgasförderung vor der eigenen Haustür ist, kann nicht gleichzeitig gegen Windkraft- oder Biogasanlagen in der Nachbarschaft wettern. Oder Elektroautos und Ökostromtarife zu teuer finden, Billigfliegern huldigen oder Kreuzfahrtschiffe entern, die ihr Schweröl vor anderer Geschöpfe Nase verbrennen.

Rubriklistenbild: © dpa

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