Prüfung der Jahresabschlüsse 2013 bis 2015 im E-Werksausschuss vorgestellt

Vom Chaos zum Einnahmeplus

Helge Dannat, seit gut zwei Jahren Chef des E-Werks, erntete viel Lob und Anerkennung für seine Arbeit. - Foto: Holthusen

Ottersberg - Von Petra Holthusen. Politik und Verwaltung arbeiten sich dem Schlussstrich unter den miesen Geschäftsjahren und dem buchhalterischen Chaos im gemeindeeigenen Elektrizitäts-Werk Ottersberg entgegen. Nachdem die Kieler Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baltic Revisions- und Treuhand GmbH jetzt die Jahresabschlüsse 2013 bis 2015 des E-Werks in einem Rutsch geprüft und bewertet hat, hatte am Mittwochabend der E-Werksausschuss des Gemeinderates als politische Kontrollinstanz des kommunalen Eigenbetriebs über die Entlastung der Betriebsleitung für die besagten Geschäftsjahre zu befinden.

Erwartungsgemäß durchweg versagt wurde die Billigung der Geschäftstätigkeit dem früheren E-Werksleiter Carsten Haverkamp. Uneingeschränkte Entlastung erteilt wurde dem Mitte 2014 als neuer E-Werksleiter gestarteten Helge Dannat, der auf Basis von Haverkamps Hinterlassenschaft die Jahresabschlüsse 2013 und 2014 erstellte und für 2015 nach seinem ersten kompletten Jahr als Betriebsverantwortlicher bereits einen Abschluss vorlegte, der sich der schwarzen Null nähert. Für die organisatorische und finanzielle Sanierung des kommunalen E-Werks erntete Dannat in der Sitzung Lob und Applaus.

Alle Beschlüsse fasste der E-Werksausschuss ohne Diskussion einstimmig. Dieses mit Beginn der neuen Wahlperiode übrigens in neuer Besetzung: Neben acht Ratsmitgliedern (CDU, FGBO und SPD sind mit je zwei Abgeordneten dabei, Grüne und FDP mit jeweils einem) sind erstmals vier Mitarbeiter des E-Werks mit Sitz und Stimme im Ausschuss vertreten: Hajo Buthmann, Klaus Jagels, Heiko Kruse und Kay Schulze.

Zur Vorstellung der Prüfungsergebnisse war Baltic-Wirtschaftsprüfer Michael Kaden angereist. 2013 schloss das E-Werk unter Haverkamps Verantwortung mit einem Fehlbetrag von 496 000 Euro. Kaden stellte „zahlreiche Unregelmäßigkeiten“ fest – wie fehlende Liquiditätsplanung, mangelhaftes Planungswesen, fehlende Unterrichtung der Überwachungsgremien, Überschreitung des genehmigten Kassenkreditvolumens.

2014 den Großkunden Buss verloren

Alles in allem sei die Geschäftsführung 2013 nicht ordnungsgemäß gewesen; die Entwicklung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, der Liquidität und der Rentabilität sei wie schon 2012 zu beanstanden. Die laufende Buchführung habe nicht den gesetzlichen Vorschriften entsprochen. Im Laufe des Jahres 2014, in dem die Geschäftsführung wechselte, würden Verbesserungen in der Tendenz erkennbar, allerdings schließe das Jahr mit einem Verlust von 754 000 Euro. Neben dem Hallenbad, bis dato in allen Geschäftsjahren als „geplanter Verlustbringer“ mit rund 400 000 Euro Minus einkalkuliert, gab es dazu 2014 laut Kaden im Strombereich „einen drastischen Rückgang der Umsatzerlöse“ durch den Verlust des Großkunden Buss. Der Ottersberger Fertiggerichte-Hersteller hatte den Anbieter gewechselt – vermutlich, dieser Schluss liegt nahe, aus Verärgerung über das gescheiterte Projekt Biomasseheizkraftwerk, das die Ottersberger Politik 2013 gegen die Wand gefahren hatte.

Die von Dannat initiierten organisatorischen und strukturellen Verbesserungen schlagen im Jahresabschluss 2015 durch, an dem Kaden nur noch Kleinigkeiten auszusetzen hatte. Wieder vorhandene Liquidität, verbesserte Vermögenslage und die Korrektur jahrelang fehlerhaft kalkulierter Netzentgelte, die wieder für ein positives Einnahmeergebnis sorgte – „die Optimierung in verschiedenen Bereichen machte sich positiv bemerkbar“, so Kaden. Obwohl der Zuschussbetrieb Hallenbad mit normalen 387 000 Euro im Minus war, wies das E-Werk 2015 nur noch einen Jahresverlust von 68 000 Euro aus. „Ordnungsgemäße Geschäftsführung, deutlich verbesserte Lage und wirtschaftliche Betriebsführung“ attestierte der Prüfer dem E-Werk.

Strombereich gleicht Verluste des Bads aus

Dass der Strombereich, der früher selbst Verluste machte, 2015 erstmals die Verluste des Otterbads ausgleichen konnte, stimmte auch Dannat selbst zufrieden: „Das ist ja unser Ziel. Und dieses Ergebnis wollen wir trotz der extremen Wettbewerbssituation auf dem Strommarkt weiter verbessern.“ Auch an der Betriebsoptimierung des „überdimensioniert gebauten“ Blockheizkraftwerks am Sport-/Schulzentrum werde weiter gearbeitet, um die alten Fehler zu heilen.

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