Kritik an Landesbergbauamt

Bürgerinitiative NoMoorGas auf den Barrikaden

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„Es ist noch nicht vorbei“, heißt es auf diesem Protestturm, den die Bürgerinitiative bei Grasberg aufgestellt hat.

Ottersberg – Die Wintershall Dea darf in den Landkreisen Verden, Rotenburg und Osterholz weiterhin nach Vorkommen von Erdgas und Erdöl suchen. Hintergrund: Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat dem Energieversorger nach eigenen Angaben die Berechtigung zur Erdgassuche bis 2021 verlängert.

„An bestimmten Stellen seismische Messungen vorzunehmen, das muss Dea beim LBEG separat beantragen. Die Dea besitzt jedoch die Möglichkeit, eine Probebohrung und eine Förderbohrung vorzunehmen“, sagt Anja Büssenschütt von der Bürgerinitiative. 

Das Vorgehen des Energieversorgers und die Entscheidung des Landesbergamts treibt wieder die über mehrere Landkreise aktive Bürgerinitiative NoMoorGas auf die Barrikaden, die jene Entscheidung des Landesbergbauamtes heftig kritisiert. Das bekräftigten Mitglieder bei einem Vor-Ort-Termin.

Emlichheim bestärkt Bürgerinitiative

Die jüngsten Vorfälle in der Grafschaft Bentheim rund um den Lagerstättenwasseraustritt bei der Erdölbohrung Emlichheim 132 bestärken die Bürgerinitiative NoMoorGas in ihrem Engagement.

Das Kernteam von NoMoorGas: Achim Bauer, Erich von Hofe, Anja Büssenschütt und Jörn Schumm (v.l.).

Wie die Aktivisten berichtet, „umfasst die Berechtigung das Erlaubnisfeld Unterweser mit Flächen in den Landkreisen Verden, Rotenburg und Osterholz sowie dem kompletten Bremer Stadtgebiet. Damit hält sich der Energiekonzern die Möglichkeit offen, weiterhin mit Vibrotrucks seismische Messungen in den Erlaubnisfeldern Unterweser und Taaken durchzuführen“, so Büssenschütt.

Der massive Widerstand der Bürgerinitiative im Herbst und Winter durch viele Veranstaltungen und Hintergrundgespräche habe die Dea veranlasst, die Erdgassuche vorläufig auszusetzen. Jetzt will das Unternehmen durch „eine Intensivierung der Kommunikation und einen aktiven Dialog mit den betroffenen Bürgern versuchen, eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen“, heißt es im Verlängerungsantrag der Dea vom 11. Februar 2019. Die Bürgerinitiative bittet die Bevölkerung, der Dea keine Erlaubnisse für die Erdgassuche auf ihren Grundstücken zu geben.

Dea muss sich für eigenes Vorgehen entschuldigen

Anja Büssenschütt erinnert an das Vorgehen des Energieversorgers im Jahr 2018: „Ohne die Öffentlichkeit zu informieren, ließ die Dea Nutzungserlaubnisse von Grundbesitzern sammeln. Auf großen Diskussionsveranstaltungen in Grasberg und Ottersberg entschuldigten sich dann Vertreter des Energiekonzerns für ihr Vorgehen. Das sei strategisch nicht richtig gewesen, räumte man seinerzeit ein. Man habe den Widerstand unterschätzt.“

Während eines Gesprächs mit verschiedenen Bürgerinitiativen in den Räumen der Wintershall Dea in Holtebüttel Anfang 2019 „ließ das Unternehmen verlauten, dass man vermutlich wieder mit einem sogenannten Permitter, das sind Unternehmen, die auf das Einholen solcher Genehmigungen spezialisiert sind, an betroffene Grundstückseigentümer herantreten werde“, sagt Büssenschütt. Ob der neuerliche Störfall in der Grafschaft Bentheim sich auf ein mögliches Genehmigungsverfahren auswirkt, bleibe abzuwarten. woe

Internet

www.nomoorgas.de

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