Pläne geplatzt

Fischerhuder Unternehmen Brüning will Wachstum langfristig in Bremer Überseestadt verlagern

Ein Plan, der nun im Papierkorb landet: Das Bebauungskonzept für die Hofstelle Brüning am Krummen Ort 27 in Fischerhude.

Fischerhude - Rund anderthalb Monate nachdem der Ottersberger Gemeinderat die Pläne für den Erweiterungsbau des Fischerhuder Unternehmens Brüning mit Ach und Krach genehmigt hat, kommt jetzt der Hammer: Die geplante Erweiterung auf dem gegenüberliegenden Grundstück Am Krummen Ort 27 ist geplatzt.

Die Eigentümer der Hofstelle, Jürgen und Andrea Brüning, wollen ihr Grundstück – aufgrund massiven Drucks der Projektgegner – nicht mehr verkaufen. Bis Sommer 2018 sollen rund 20 Mitarbeiter in die Bremer Überseestadt wechseln. Das Wachstum des Unternehmens soll laut Geschäftsführer Arnd Brüning langfristig nach Bremen verlagert werden. Das habe eine interne Besprechung über die Standortfrage am Dienstag ergeben.

Eine Entscheidung hinsichtlich der Zukunft der Firma, die sich 1992 in Fischerhude etablierte, habe mittelfristig ohnehin fallen müssen, „weil wir hier aus allen Nähten platzen – auch wenn es mit den Erweiterungsplänen geklappt hätte“, erklärt Arnd Brüning auf Nachfrage.

Die jetzige Dependance sei gut für 70 Mitarbeiter – statt der aktuell etwa 100 Beschäftigten. Die Brüning Gruppe, Ent- und Versorger von energieliefernder (Holz)-Biomasse, mit den vier Bereichen Logistik, Euromulch, Megawatt und International sei in den letzten Jahren stark gewachsen. Konkret nach Bremen umziehen soll ein Teil der Logistikabteilung (eigene Fahrzeuge), die Altholzabteilung, die Non-Wood Waste (Nicht-Holz-Abfall) und ein Stück des Vertriebs. Brüning geht zudem davon aus, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren neue Abteilungen am Übersee-Standort aufgemacht werden sollen.

Jetzt, nachdem die Expansion Am Krummen Ort offenbar gescheitert ist, stellt Arnd Brüning klar: „Ich kann meinen Cousin gut verstehen.“ Jürgen Brüning sei wegen des möglichen Verkaufs der Hofstelle „massiv belagert und in die Öffentlichkeit gezerrt worden“ und wolle dem Druck einfach nicht mehr standhalten.

Zwischen 6 und 8 Millionen Euro für die Expansion vor Ort 

Arnd Brüning selbst habe mit der Kritik leben können, „aber nicht mit der Art und Weise, wie sie geäußert wurde“, sagt er und fügt hinzu: „Natürlich ist es schade, weil wir viel Geld in die Planungen gesteckt hatten und viele Kompromisse hinsichtlich der Umsetzung eingegangen waren.“ Wie berichtet, war beispielsweise die Höhe der Dachfirste und, ob diese im Einklang mit der Erhaltung des historischen Ortbildes stehen, in Frage gestellt worden. Wegen einer Veränderungssperre für diesen Bereich bedurfte es zunächst einer politischen Entscheidung. Die war nach langwierigem Für und Wider im Ottersberger Gemeinderat Anfang November zugunsten einer Erweiterung gefallen.

Für die Expansion vor Ort hätte Brüning zwischen 6 und 8 Millionen Euro investiert. Das Unternehmen benötigte 3000 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche, hauptsächlich für Büroräume. Vorgesehen war ein zweigeschossiger Bürotrakt, dazu ein Gästehaus mit Kindertagesstätte. Die Rundscheune des Hofes sollte erhalten bleiben und als Tagungshaus und Restaurant oder wahlweise auch für Künstlerateliers genutzt werden.

Die Erweiterung in Bremen zu verwirklichen, sei noch keine Grundsatzentscheidung gegen den Wümmeort, gibt der Unternehmer auf Nachfrage vorerst Entwarnung. „Aktuell denken wir nicht darüber nach, unseren Standort in Fischerhude aufzugeben.“ Zumindest handle es sich beim derzeitigen Standort um eine eigene Immobilie. 

 ldu

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