Bremer Schwarzlichttheater bezaubert mit phantasievollen Sequenzen

Ultraviolette Illusionen

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Eine gebrechliche alte Dame... – rockt im nächsten Augenblick mit den Vögeln.

Ottersberg - Die Aula war schon proppenvoll, als immer noch Besucher an der Kasse Schlange standen. Angekündigt war ja auch eine Premiere: Erstmals gastierte das Bremer Schwarzlichttheater in der Ottersberger Hochschule für Künste im Sozialen. Theaterdozent Hans-Joachim Reich hatte die Veranstaltung organisiert. „Das ist nicht alltäglich. Im Schwarzlichttheater ist möglich, was mit ‚normalen’ Schauspielern nicht funktioniert“, so Reich fasziniert.

Die rund einstündige Vorführung des Bremer Schwarzlichttheaters entführt das Publikum in eine Phantasiewelt, in der sich Märchen, Magie und Humor mischen. Das kommt an – die Besucher danken mit kräftigem Applaus, Jubel und anerkennenden Pfiffen.

Alles beginnt mit dem Saubermachen: Eine weißgekleidete Putzfrau wischt die Bühne. Weiß auch Eimer und Wischmop. Denn die 14 Laienspieler agieren hinter Schwarzlicht. Das besteht aus Leuchtstoffröhren, die ultraviolettes Licht abgeben, und das wiederum reflektiert nur helle Farben. Die Spieler sind schwarz gekleidet; sie bleiben unsichtbar und stumm. Nur Puppen, Masken und Requisiten beleben die Bühne – wie von Zauberhand bewegt.

Die Spieler tragen manche Requisiten am Leib, führen andere an Stöcken und bewegen weitere mit Hilfe von Bindfäden. So wirkt es, als ob die Kunstfiguren wie von selbst agieren. Etwa die auf dem Seil ballspielenden Raupen, der tanzende Fisch und die singenden und tanzenden Hühner. Klar, dass der eitle Gockel sich in den Mittelpunkt drängt. Phantasiegebilde wabern über die Bühne und bewegen sich im Takt der Musik. Starre Stöcke werden zu beweglichen Bändern, dünne Gestalten basteln aus vielen kleinen ein großes Dreieck.

Es werden bezaubernde kleine Geschichten dargeboten, jeweils nur wenige Minuten lang. Sie verzaubern das Publikum und verbreiten gute Laune. Wie die kichernde Stelzenläuferin, die immerzu „hiep-hopp“ ruft. Das Kichern ist ansteckend, und kurz darauf lacht das Publikum mit. Ebenfalls zum Lachen regt das lächelnde Gesicht an, das sich aus zwei großen Reifen, zwei Bällen und einem Band bildet. Oder der Striptease im Schwarzlicht, bei dem mehr verschwindet als zum Vorschein kommt. Oder die beiden Kinder, die ihren Drachen steigen lassen, ihn aber nicht halten können, so dass das Mädchen mit dem Drachen davonfliegt. Oder der Taucher, der Fische beobachtet, bis eine Meerjungfrau sein Interesse erregt – und eine Qualle der Szene ein Ende bereitet. Oder die gebrechliche alte Dame, die ihren Rollator stehen lässt und mit kleinen Vögeln zu Rockmusik abhottet.

Zwischendurch wird immer wieder saubergemacht: Die Putzfrau kommt mit Eimer und Feudel. Aus der Ecke taucht eine Ratte auf, die die Frau erst verjagt, dann aber streichelt – das Tierchen darf sogar den Stiel des Wischmops hinunterrutschen und wird anhänglich: Es folgt ihr auf Schritt und Tritt – eine niedliche Geschichte.

is

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