Freiwillige Helfer bringen 50 Obstgewächse in die Erde

Bissschutz und Erziehungsschnitt müssen in Ottersberg sein

Reges Treiben: Es wird nicht lange dauern, bis die Streuobstwiese ihre ökologische Wirkung entfaltet.
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Reges Treiben: Es wird nicht lange dauern, bis die Streuobstwiese ihre ökologische Wirkung entfaltet.

Ottersberg – Dass es gar nicht so einfach ist, einen Obstbaum in die Erde zu setzen, erfuhren am Samstag etwa 40 Teilnehmer einer gemeinsamen Aktion am Dunwisch nähe Kindergarten in Ottersberg. Das Loch für den Ballen muss nämlich in einer bestimmten Tiefe und Größe ausgehoben werden, es muss genügend Erde für den Gießrand übrig bleiben, der Befestigungspfahl muss so postiert werden, dass ein Sturm dem jungen Gewächs nichts anhaben kann, der Bissschutz muss sitzen und auch der Abstand zwischen den Bäumen muss stimmen.

Zum Glück war mit Gartenbaulehrerin Claudia Rabe aus Ottersberg eine versierte Fachkraft vor Ort, die den Freiwilligen mit Rat und Tat zur Seite stand. Gepflanzt wurden 50 fast ausschließlich robuste hochstämmige Obstbäume, die schon zwischen drei und fünf Jahren alt sind – meist geläufige alte Sorten. Verschiedene Kirschen und Pflaumen waren ebenso dabei wie Birnen oder die Portugiesische Birnenquitte – und Äpfel sowieso, etwa der Dülmener Rosenapfel, der Pommersche Krummstiel oder der Rote Berlepsch.

Jung und Alt waren auf der rund 1 400 Quadratmeter großen Wiese sowie einer kleineren Fläche in der Nähe im Einsatz. Initiiert worden war die Aktion unter dem Motto „Wir bäumen Ottersberg auf“ vom Klimaschutzverein Ikeo, dem Verein „Wald für die Welt“ und der Gemeinde mit Bürgermeister Tim Willy Weber an der Spitze. Unterstützung an Spaten, Schaufel, Vorschlaghammer und Gießkanne gab es von vielen Mitgliedern des Nachbarschaftsnetzwerkes Ottersberg Bahnhof (IVOP). Auch Familie Scheel samt ihren beiden Sprösslingen dem Aufruf gefolgt: „Wir wollen den Kindern zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam etwas für den Klimaschutz und damit für ihre Zukunft zu tun“, meinte Vater Florian Scheel.

Nun brauchen die jungen Bäume nur noch zu wachsen. Dazu ist allerdings eine regelmäßige Pflege notwendig. „Das werden wahrscheinlich Paten übernehmen. Ansonsten stände der Bauhof bereit“, erklärte Bürgermeister Weber. Claudia Rabe ergänzte: „Ganz wichtig ist dabei in den ersten Jahren der sogenannte Erziehungsschnitt. Durch diesen wird quasi der Grundstein für ein jahrzehntelanges Gedeihen gelegt.“

Mitinitiator Erich von Hofe (Ikeo) meinte abschließend: „Wir wissen, dass diese Aktion nur ein ganz kleiner Beitrag gegen die Erderwärmung ist. Wir wollen aber Vorreiter sein, bis vielleicht auch einmal die Großstädte in China oder anderswo merken, wie wertvoll saubere Luft und Klimaschutz sind.“

An dem Obst der Bäume sollen sich einmal alle Ottersberger bedienen können, wobei das Fallobst der Tierwelt als zusätzliche Nahrungsquelle diesen soll. Das Pflanzgut stammt aus einer Baumschule in Posthausen, die Gemeinde übernimmt die Kosten. Insgesamt soll an verschiedenen Stellen 13 000 Bäume gepflanzt werden. Die nächste Aktion ist übrigens für den 18. Dezember in der Surheide angesetzt.  sp

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