Höheren Etat beantragt

Bibliothek braucht mehr Geld für Bücher

Die Kinderecke der Gemeindebücherei soll renoviert und neu eingerichtet werden. Außerdem beantragt Büchereileiterin Karen Marheine eine Erhöhung des Etats für die stetige Aktualisierung des Medienbestands.
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Die Kinderecke der Gemeindebücherei soll renoviert und neu eingerichtet werden. Außerdem beantragt Büchereileiterin Karen Marheine eine Erhöhung des Etats für die stetige Aktualisierung des Medienbestands.

Ottersberg – Für Anschaffungen und Aufwendungen stellt der Flecken Ottersberg seiner Gemeindebücherei einen jährlichen Etat von 18 400 Euro zur Verfügung. Das reicht nicht aus, um den Medienbestand aktuell zu halten, sagt Leiterin Karen Marheine. Sie hat beim Bürgermeister einen Antrag auf Erhöhung des Budgets eingereicht und bittet außerdem um Unterstützung bei der Renovierung und Attraktivierung vor allem der Kinderecke.

Nach Abzug aller anderen Ausgaben – von Grundstücksunterhaltung und Versicherungen über Telefonkosten und Lizenzen bis zum E-Book-Verbund und IT-Ausstattung – blieben 2021 von besagten 18 400 Euro gerade noch „rund 6900 Euro für die Anschaffung von Büchern“, rechnet Marheine vor. Zu wenig, erklärt die Leiterin der öffentlichen Bibliothek am Brink samt Zweigstellen in den Grundschulen Fischerhude und Posthausen. „Um weiterhin einen aktuellen Bestand an Büchern, Zeitschriften und E-Books anbieten zu können, benötigt die Gemeindebücherei einen höheren Etat“, schreibt Marheine an Politik und Verwaltung.

Mit dem Antrag beschäftigt sich nächste Woche der Kulturausschuss des Gemeinderates. Svea Krüger, Fachbereichsleiterin in der Verwaltung, unterstützt Marheines Anliegen. Sie schlägt der Politik vor, der Gemeindebücherei aus dem kommunalen Haushalt im Jahr 2022 zusätzliche Mittel in Höhe von 4500 Euro speziell für den Neukauf von Büchern zur Verfügung zu stellen sowie außerdem 5000 Euro für die Renovierung und Einrichtung der Kinderbuchabteilung. Das geht aus der Beschlussempfehlung für den Kulturausschuss hervor.

Da ein Buch heute im Schnitt 16 Euro koste, habe die Bücherei im vorigen Jahr lediglich 450 neue Druckwerke erwerben können, schildert Krüger. Der Gesamtbestand einer Gemeindebibliothek für mehr als 13 000 Einwohner solle im Schnitt zwei Bücher pro Kopf vorhalten, „was einen Bestand von mindestens 25 000 Büchern begründet und dem aktuellen Bestand der Gemeindebücherei in etwa auch entspricht“, so Krüger. Pro Jahr müssten generell etwa 1000 Bücher ausgesondert und dementsprechend auch 1000 neue beschafft werden: „Da die zur Verfügung stehenden Mittel jedoch nicht ausreichen, kann der Bestand nicht gesichert und vor allem nicht aktuell gehalten werden.“

Um den Nutzerinnen und Nutzern in bestimmten Bereichen überhaupt Medien anbieten zu können, wird der Bestand Marheine zufolge teilweise länger als die im Durchschnitt empfohlenen zehn Jahre in den Regalen belassen: Dies führt dazu, dass einige Medien unansehnlich, verschmutzt und inhaltlich nicht mehr aktuell sind.“

Ein aktueller Bestand ist nach Worten von Marheine und Krüger jedoch zwingend notwendig, um das Angebot attraktiv zu gestalten: „Beispielsweise sollten Folgebände sehr zeitnah nach dem Erscheinen eingekauft werden, um Leserinnen und Leser nicht zu verlieren.“

Krüger schlägt den politischen Entscheidungsgremien auf Grundlage von Marheines Antrag deshalb vor, den Zuschuss für das Jahr 2022 so weit zu erhöhen, „dass zumindest 75 Prozent des auszusondernden Altbestandes ersetzt werden können“. Das entspräche, gemessen an den von Marheine für 2021 vorgelegten Zahlen, einer Erhöhung um 4500 Euro, sodass der Bücherei ein Betrag in Höhe von insgesamt rund 11 400 Euro für Neuanschaffungen zur Verfügung stünde und zumindest etwa 750 neue Bücher angeschafft werden könnten.

Zudem müsse die Kinderbuchabteilung der Gemeindebücherei dringend renoviert werden. Geplant seien ein neuer Anstrich, gegebenenfalls weitere Wandbemalungen, kindgerechte dekorative Wandregale und -beleuchtung sowie vier Stühle samt neuem Tisch, die das Mobiliar aus den 70er-Jahren ersetzen sollen. „Die Verwaltung befürwortet die Renovierung. Gerade Kinder profitieren von Büchern. Das Wecken der Lust zum Lesen ist nach wie vor pädagogisch äußerst wertvoll“, betont Krüger. Der Bereich für Kinder sei etwas trist, jedoch gehöre „eine schöne Kinderbuchabteilung in vielen umliegenden Büchereien schon längst zum Erfolgskonzept“. Für die Renovierung – laut Marheine ist ein Anstrich der gesamten Büchereiräume längst überfällig – sollen 5000 Euro veranschlagt werden.

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