„Bewegungs-Bingo“ verbindet

Im Jugendkulturhaus Ottersberg sind aktuell nur wenige Präsenzteilnehmer zugelassen

Inliner fahren können beim Girls’ Day zurzeit nur maximal zwei Mädchen. Kim Bischoff begleitet Avelina und Lotte (v.l.) auf Inlinern.
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Inliner fahren können beim Girls’ Day zurzeit nur maximal zwei Mädchen. Kim Bischoff begleitet Avelina und Lotte (v.l.) auf Inlinern.

Ottersberg – Spiele spielen, Gemüse und Kräuter aussähen, Inliner fahren – das alles können Mädchen immer freitags von 16 bis 19 Uhr im Jugendkulturhaus (Juku) Ottersberg ausprobieren. Dann ist nämlich Girls’ Day in der Einrichtung, die der Verein Ambulanter Erziehungshilfen zusammen mit dem Juku Fischerhude betreibt. Während vor Corona oft um die 20 Teilnehmer zu dem offenen Treff kamen, dürfen jetzt maximal zwei Mädchen gleichzeitig persönlich vor Ort sein.

Wie geht Jugendarbeit in Zeiten von Corona?

Die neunjährige Lotte Kropp sitzt mit ihrer gleichaltrigen Freundin Avelina Tesch vor dem Haus Am Fährwisch 5 gegenüber vom Otterbad. Sie waren gerade Inliner fahren. „Wir machen hier Sachen, die nur für Mädchen sind. Coole Sachen“, erzählt Lotte begeistert. „Wir haben schon Haare gefärbt, Nägel lackiert, gebastelt und Halloween zusammen gefeiert“, erinnert sich Avelina an Vor-Corona-Zeiten.

Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen sind die Juku-Mitarbeiterinnen Kim Bischoff und Nailca Bogdanski. Kontakte mit Gleichaltrigen zu halten, sei „wichtiger denn je für die Mädchen“, da durch den wochenlangen Fern- oder Wechselunterricht alltägliche soziale Orte wie Klassenraum und Pausenhof fehlten.

Anders als in der Schule geben Bischoff und Bogdanski nicht vor, was am jeweiligen Tag auf dem Plan steht. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, dass die Kinder sich hier in einem geschützten Rahmen ausprobieren können“, sagt Kim Bischoff. „Es ist wichtig, dass sie soziale Erfahrungen machen und untereinander Kontakte halten“, ergänzt Nailca Bogdanski. Die Teilnehmerinnen seien sehr unterschiedlich: „Zwischen acht und 16 Jahren alt, einige besuchen die Wümmeschule, andere die Waldorfschule“, erklärt Bischoff.

Avelina Tesch, Nailca Bogdanski, Lotte Kropp und Kim Bischoff vor dem Juku Ottersberg.

In Corona-Zeiten sind im Juku aufgrund der Hygienebestimmungen nur zwei Teilnehmer zugelassen – pro Betreuer ein Kind oder Jugendlicher. Wenn das Wetter keine Draußen-Aktivitäten zulässt, müssen sie sich drinnen in getrennten Räumen aufhalten – regelmäßiges Lüften, Abstand halten und Maskenpflicht sind ebenfalls zu beachten. Die anderen, die früher das offene Angebot der Jugendarbeit besucht haben, bleiben über eine Whatsapp-Gruppe mit dem Juku in Kontakt. „Um das abwechslungsreich zu gestalten, denken wir uns etwas aus“, berichtet Bischoff. Zum Beispiel eine Online-Schnitzeljagd oder „Bewegungs-Bingo“: Dafür können sich die Teilnehmerinnen Bingo-Karten im Juku abholen. Dann macht Kim Bischoff verschiedene Bewegungen – „zum Beispiel zehn Mal Hampelmann. Das nehmen wir auf Video auf“. Die Mädchen können zu Hause Mitmachen und das Ergebnis per Whatsapp schicken. Wer eine Reihe voll hat, ruft „Bingo“ – per Sprach- oder Textnachricht. Die Gewinner können sich später einen kleinen Preis abholen. Auch Bastelsachen stellt das Juku Ottersberg zum Abholen zur Verfügung. „Was sie gebastelt haben, können die Mädels an die Gruppe schicken.“

Materialien für zu Hause mitzugeben, sei für das Juku sinnvoller als sich etwa nach dem Vorbild von Sportvereinen auf Streaming-Angebote zu verlagern. „Viele der Kinder und Jugendlichen haben kein eigenes Handy“, so Bischoff. Über Whatsapp sei man nicht daran gebunden, live teilzunehmen, sondern die Teilnehmer könnten sich auch zeitversetzt per Wort oder Bild äußern. „Wer reden will, kann uns auch anrufen.“

Avelina und Lotte sind auch außerhalb des Juku Freundinnen. Sie gehen an der Rudolf-Steiner-Schule Ottersberg in die gleiche Lerngruppe. Schön findet Avelina am Juku, dass sie hier mal ihr eigenes Ding machen kann: „Zu Hause ist es manchmal anstrengend mit meiner kleinen Schwester.“

Übrigens: Auch Mädchen aus Ottersbergs Nachbargemeinden sind zum Girls’ Day eingeladen und können sich telefonisch bei Kim Bischoff unter 0179 / 566 52 60 oder Nailca Bogdanksi unter 0157/32 48 28 57 anmelden.

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